Rechtliches rund um den Weihnachtsmarkt
© RomanBabakin/iStock/Getty Images Plus
(0)

Rechtliches rund um den Weihnachtsmarkt

Glühwein, Gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen: Deutsche Weihnachtsmärkte locken jedes Jahr Millionen Besucher an. Dabei stellen sich die Wenigsten die Frage: Wie sieht es eigentlich mit der Rechtslage auf Weihnachtsmärkten aus? Wer haftet bei einem Sturz bei Glätte? Und dürfen Kinder eigentlich Glühwein trinken? Wir klären Sie auf.

Wer haftet bei einem Sturz auf dem Weihnachtsmarkt? 

Auf Weihnachtsmärkten lauern oftmals Stolperfallen durch nasse oder rutschige Böden. Auch Hindernisse wie Kabel werden gerade unter einer Schneedecke häufig zur Gefahr. Verletzen Sie sich bei einem Sturz durch Glätte, stehen die Chancen jemand anderen dafür haftbar zu machen meist schlecht. Denn immerhin sollten Sie sich bei Ihrem freiwilligen Gang auf den Weihnachtsmarkt der Gefahren bereits im Voraus bewusst sein. Wer stürzt und nachweisen kann, dass der Sturz nicht aus eigener Unachtsamkeit, sondern aus mangelnden Sicherheitsvorkehrungen folgte, hat einen Anspruch auf Schadensersatz oder sogar Schmerzensgeld.

Dürfen Kinder und Jugendliche eigentlich Glühwein trinken?

Laut Gesetz dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keinerlei alkoholischen Getränke konsumieren. Sind sie zwischen 16 und 18 Jahren alt, dürfen Sie Bier und Wein trinken. Tatsächlich gibt es hinsichtlich Glühwein eine Ausnahme: Ab dem Alter von 14 dürfen Sie Glühwein trinken. Dies gilt allerdings nur, wenn die Erziehungsberechtigten dies erlauben und während des Verzehrs anwesend sind. 

Auch wenn Sie dafür Pfand bezahlt haben. Die Tasse muss nach dem Verzehr zurückgegeben werden, sonst machen Sie sich strafbar.
© Chalabala/iStock/Getty Images Plus

Auch wenn Sie dafür Pfand bezahlt haben. Die Tasse muss nach dem Verzehr zurückgegeben werden, sonst machen Sie sich strafbar.

Darf man Pfandbecher behalten? 

Was viele nicht wissen: Eine Pfandzahlung steht nicht äquivalent zu einer Kaufabwicklung. Durch die Zahlung eines Pfandes soll die unversehrte Rückgabe des Gegenstandes zum eigentlichen Besitzer gewährleistet werden. Wer also einen Pfandbecher einfach einsteckt und mit nach Hause nimmt, macht sich deshalb tatsächlich des Diebstahls schuldig. Da die Pfandbecher dennoch meist ein schön anzusehendes und beliebtes Andenken sind gibt es dennoch die Möglichkeit, die Becher käuflich zu erwerben - ohne sich strafbar zu machen. 

Fotos schießen auf dem Weihnachtsmarkt: Darauf sollten Sie achten

Der glitzernde und leuchtende Hintergrund auf Weihnachtsmärkten ist die perfekte Kulisse für schöne gemeinsame Erinnerungsfotos. Doch dabei sollten Sie genaustens aufpassen: Laut dem Kunsturheberrechtsgesetz (KuG) von 1907 hat jeder das sogenannte Recht am eigenen Bild.

Eine Ausnahme besteht allerdings dann, wenn es sich um öffentliche Veranstaltungen handelt. Laut §23 des Kunstuhrheberrechtsgesetzes (KUG) lautet die Rechtssprechung: 

"Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:

- Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
- Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeiten erscheinen;
- Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
- Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient".

— §23 des Kunstuhrheberrechtsgesetzes (KUG)

Es wird sich auf öffentlichen Veranstaltungen also nicht immer vermeiden lassen, wenn auch ungewollt, Personen im Hintergrund abzulichten. Dennoch sollten Sie weitestgehend Rücksicht nehmen und darauf achten nicht einfach so fremde Menschen zu fotografieren.

Fragen Sie am besten direkt beim Kauf nach, wo Sie ihr Geschenk gegebenenfalls zurückbringen können.
© AngelinaDimitrova/iStock/Getty Images Plus

Fragen Sie am besten direkt beim Kauf nach, wo Sie ihr Geschenk gegebenenfalls zurückbringen können.

Habe ich ein Umtauschrecht auf dem Weihnachtsmarkt? 

Auch die Verkäufer eines kleinen Weihnachtsmarktstandes sind Gewerbebetreiber. Für sie gilt also auch, dass sie ihren Käufern ein Umtauschrecht von mindestens 2 Jahren gewährleisten müssen. Ein Umtausch ist allerdings nur dann möglich, wenn gewisse Mängel am gekauften Gegenstand festgestellt wurden. Ändern Sie beispielsweise Ihre Meinung und wollen das Gekaufte doch nicht haben, ist dies kein rechtskräftiger Grund zum Umtausch.

Ein weiteres Problem ist, dass Stände auf Weihnachtsmärkten nur über einen kurzen Zeitraum, also eben über die Vorweihnachtszeit, anwesend sind. Sind diese danach verschwunden und Sie kennen den Namen der Betreiber nicht, ist ein Umtausch nicht mehr möglich.

Deshalb sollten Sie in jedem Fall vorsichtshalber den Kassenbon aufbewahren und sich ebenso den Standnamen merken. Dieser ist meist am jeweiligen Stand ausgeschildert. Um sicher zu gehen, können Sie außerdem beim Kauf der Ware beim Verkäufer nachfragen, wo die Ware umgetauscht oder zurückgegeben werden kann.

Die Zusammensetzung des Glühweins unterliegt strengen EU-Kriterien.
© RomanBabakin/iStock/Getty Images Plus

Die Zusammensetzung des Glühweins unterliegt strengen EU-Kriterien.

Wie finden Sie diesen Artikel?