Rechtliches rund um den Balkon •

Grillen auf dem Balkon - Was ist erlaubt?

Mieter haben beim Grillen auf dem Balkon schlechte Karten: Zumindest, soweit der Mietvertrag das Grillen dort untersagt. Vermieter dürfen eine solche Klausel rechtswirksam in den Mietvertrag aufnehmen. Verstößt ein Mieter gegen ein solches Gebot, droht ihm eine Abmahnung. Doch ist Grillen ansonsten erlaubt? Was sollten Mieter beim Grillen auf dem Balkon beachten?

Grillen auf dem Balkon: Brutzel-Leidenschaft mit Folgen

Wer rechtswidrig auf seinem Balkon grillt, dem droht bei wiederholtem Fehlverhalten eine fristlose Kündigung. Das Grillen auf dem Balkon ist prinzipiell erlaubt, sollte der Mietvertrag das Grillvergnügen nicht verbieten. Allerdings: Wer auf seinem Balkon grillen darf, muss zusätzlich die Nachbarschaft beachten. Fühlt sich diese durch Rauch gestört, der in die Nachbarwohnung zieht, dürfen sich Nachbarn gegen das Grillen auf dem Balkon wehren. Achtung: Untersagt die Hausordnung das Grillen auf dem Balkon, müssen Sie dieser Folge leisten.

Regionale Unterschiede

Die deutschen Gesetze erlauben das Grillen auf dem Balkon. Wie oft ein Mieter grillen darf, richtet sich nach seinem Wohnort. In Stuttgart dürfen Mieter drei Mal im Jahr bzw. insgesamt bis zu sechs Stunden lang auf dem Balkon grillen. In Bayern sehen die Gerichte das anders: Hier dürfen Mieter bis zu fünf Mal pro Jahr auf dem Balkon grillen. In Nordrhein-Westfalen dürfen Mieter, soweit sie ihren Nachbarn 48 Stunden vorher Bescheid gegeben haben, einmal im Monat auf dem Balkon grillen. Achtung: Die Hansestadt Hamburg verbietet das Grillen auf dem Balkon mit Holzkohle komplett.

Grillen auf dem Balkon: Störung der Nachbarschaft untersagt

Fühlen sich ihre Nachbarn durch Grillrauch gestört, dürfen diese gegen Ihr Grillvergnügen auf dem Balkon vorgehen. Sie können das Problem allerdings relativ einfach lösen: Steigen Sie auf einen Elektrogrill um. Dann entstehen keine störenden Immissionen. Ihre Nachbarn dürften sich dann weitaus weniger belästigt fühlen. Die Gerichte gehen auf Antrag zumeist nur gegen Holzkohlegrills vor, nicht jedoch gegen Elektrogrills.

Rechtswidriges Grillen: Es drohen hohe Strafen

Grillen Sie entgegen dem Mietvertrag oder der Hausordnung auf dem Balkon, droht Ihnen eine Abmahnung. Nach mehreren Abmahnungen erwartet Sie eine fristlose Kündigung. Setzen Sie den Balkon beim Grillen in Brand, müssen Sie die Kosten für den Feuerwehr-Einsatz übernehmen. Und wenn sich die Nachbarn über Grill-Immissionen beschweren, kann das Ordnungsamt eine Geldbuße verhängen. Wie hoch diese ist, bemisst sich am Einzelfall. Bei wiederholter Zuwiderhandlung steigt die Geldbuße deutlich an. Wichtig: Machen Sie sich mit der örtlichen Lärmschutzverordnung vertraut. Diese setzt oft ab 22 Uhr eine Nachtruhe fest. Ist dies der Fall, herrscht ab 22 Uhr ein absolutes Grillverbot.

MW
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