Recht & Finanzen
Fremde Katzen im Garten: Können Nachbarn sich wehren?
© SusaZoom/ fotolia
(9)

Fremde Katzen im Garten: Können Nachbarn sich wehren?

Nachbars Katze im eigenen Garten sorgt hĂ€ufig fĂŒr Streit. Die Vierbeiner hinterlassen nicht selten wenig erfreuliche Andenken im Blumen- oder GemĂŒsebeet. Beim Nickerchen auf der Motorhaube des geparkten Autos sind zudem unschöne Lackkratzer möglich. Doch wie sieht die Rechtslage in Bezug auf Nachbarskatzen aus? MĂŒssen Sie alles dulden?

Wenn Nachbarskatzen Probleme bereiten: Was dĂŒrfen Sie tun?

Laut Tierschutzgesetz (TierSchG) muss es Haustieren erlaubt sein, sich artgerecht zu verhalten und zu bewegen. Wenn Ihr Nachbar seinem Stubentiger Freigang gewĂ€hrt, ist das also sein gutes Recht. Sie mĂŒssen dann grundsĂ€tzlich erst einmal hinnehmen, dass die fremde Katze in Ihrem Garten herumstromert.

Das Tierschutzgesetz verbietet es zudem, Tiere zu quĂ€len, ihnen unnötig Schmerzen zuzufĂŒgen und sie zu verletzen. Wenn Sie die Nachbarskatze vertreiben wollen, dĂŒrfen Sie also nur zu unschĂ€dlichen Maßnahmen greifen. Unbedenkliche Abwehrmethoden sind unter anderem:

  • Kaffeesatz im Garten verteilen: Katzen mögen den Geruch nicht und suchen sich ein anderes PlĂ€tzchen. Apfelessig, Pfeffer und GewĂŒrznelken sollen den gleichen Effekt haben.
  • Harfenstrauch pflanzen: Angeblich hĂ€lt dieses auch als „Verpiss-dich-Pflanze“ bekannte GrĂŒn Katzen fern.
  • Leichte SprĂŒhstĂ¶ĂŸe mit Wasser: So lange Sie die Katze weder verletzen noch ihr Angst einjagen, sind leichte Wasserspritzer gegen die ungebetenen GĂ€ste in Ordnung.
  • HĂ€ndeklatschen oder Ă€hnliche StörgerĂ€usche: Mit zu großer LautstĂ€rke sollten Sie nicht gegen Katzen vorgehen, da die Tiere sehr empfindliche Ohren haben. Gegen ein kurzes, energisches HĂ€ndeklatschen oder lautes Rufen, um die vierbeinigen Besucher zu verscheuchen, ist jedoch nichts einzuwenden.

Gegenseitige RĂŒcksichtnahme: Suchen Sie das GesprĂ€ch mit Ihrem Nachbarn

© uzkiland/fotolia

Bei der Frage nach der Rechtslage in Bezug auf fremde Katzen im Garten spielt das sogenannte nachbarrechtliche GemeinschaftsverhĂ€ltnis eine Rolle. Es wird von Juristen zur Bewertung von Konflikten unter Nachbarn herangezogen. Im Kern verpflichtet es Nachbarn zu gegenseitiger RĂŒcksichtname: Wo sie die Interessen des Nachbarn ĂŒber GebĂŒhr einschrĂ€nken, haben die eigenen Rechte ihre Grenzen. Diesen Grundsatz sollten Sie sich auch im alltĂ€glichen Umgang mit Ihren Nachbarn zu Herzen nehmen. FĂŒhlen Sie sich durch den tierischen Besuch erheblich gestört, suchen Sie daher am besten das GesprĂ€ch mit dem Katzenbesitzer.

In einer sachlichen, freundlichen Unterhaltung lĂ€sst sich womöglich ein Kompromiss finden, mit dem Sie beide und im Idealfall auch die Katze leben können. Vielleicht können Sie mit Ihrem Nachbarn aushandeln, dass seine vierbeinigen Freunde nur noch zu bestimmten Zeiten Freigang bekommen. Oder Sie einigen sich darauf, Ihre GrundstĂŒcke mit einem Zaun voneinander abzugrenzen und Ihr Nachbar beteiligt sich an den Kosten.

Wenn die Katze etwas kaputt macht: Besteht Schadensersatzanspruch?

© northern lights/fotolia

Sollte sich die Nachbarkatze auf Ihrem Auto niederlassen und dabei Kratzer im Lack verursachen, haben Sie laut § 833 BĂŒrgerliches Gesetzbuch (BGB) Anspruch auf Schadensersatz an den Tierhalter. Gleiches gilt, wenn die Nachbarskatze die Zierfische in Ihrem Gartenteich erlegt oder Teile Ihrer Gartenmöblierung beschĂ€digt. Denn ein Tierhalter ist fĂŒr SchĂ€den, die sein Tier verursacht, haftbar.  

Aber: Die Beweispflicht liegt bei Ihnen. Sie mĂŒssen also den vierbeinigen ÜbeltĂ€ter beispielsweise auf frischer Tat ertappen und dies am besten per Foto oder Video dokumentieren, um eine Chance auf Schadensersatz zu haben.

Wie finden Sie diesen Artikel?