Diese Rechte hat ein Azubi
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Diese Rechte hat ein Azubi

Jeder Azubi hat nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Der Ausbildungsvertrag garantiert ihm die fachgerechte Vermittlung der Ausbildungsinhalte sowie Arbeitszeiten, Urlaub und Vergütung. Das Minimum ist jeweils gesetzlich festgelegt.

Laut Berufsausbildungsgesetz (BBiG) kann ein Ausbildungsvertrag formlos zwischen Azubi und Ausbildungsbetrieb abgeschlossen werden, beinhaltet jedoch zwingend einige Rechte des Azubis. Das wichtigste ist das Recht auf Erlangung der beruflichen Handlungsfähigkeit.

Materialien und Fachkompetenz – der Azubi hat Rechte

Der Azubi hat ein Recht darauf, bei der praktischen Ausbildung im Betrieb durch einen anerkannten Ausbilder in dem vereinbarten Ausbildungsberuf die Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt zu bekommen, die er zum Erreichen des Ausbildungsziels benötigt. Alle dafür nötigen Ausbildungsmittel wie Werkzeuge und Werkstoffe sind ihm kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Für den theoretischen Teil der dualen Berufsausbildung an der Berufsschule und für Prüfungen hat der Azubi das Recht, vom Arbeitgeber freigestellt zu werden. Schafft der Azubi Prüfungen nicht, hat er das Recht auf Wiederholung, auch wenn sich die Lehrzeit dadurch um bis zu ein Jahr verlängert.  

Ausbildungsvertrag: Pflichtbestandteile

Nicht nur der Ausbildungsbetrieb, auch der Azubi hat ein Recht auf eine Probezeit. In jedem Ausbildungsvertrag ist per Gesetz mindestens ein Monat (und maximal vier) zu vereinbaren. Auch eine  „angemessene“ Ausbildungsvergütung steht dem Azubi zu. Als angemessen gelten 80 Prozent der in den Tarifverträgen der Branche vereinbarten Ausbildungsvergütung. Die Bezüge müssen in jedem Ausbildungsjahr steigen.

Ausbeutung per Ausbildungsvertrag verboten

Der Azubi muss weder Kaffee kochen noch Kisten schleppen, denn er hat das Recht ausschließlich Tätigkeiten auszuführen, die seinem Ausbildungszweck dienlich sind. Laut Ausbildungsvertrag ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Azubi wenigstens den gesetzlichen Mindesturlaub zu gewähren, der für Volljährige 24 Werktage im Jahr beträgt. Jüngeren Lehrlingen steht mehr Urlaub zu, gestaffelt nach Alter bis zu 30 Werktage.

Auch auf die Einhaltung der im Ausbildungsvertrag vereinbarten Arbeitszeiten hat der Azubi ein Recht. Volljährige Azubis dürfen laut Gesetz 40 bis 60 Stunden an bis zu sechs Tagen pro Woche arbeiten, wobei Überstunden zu erfassen und mit Freizeit auszugleichen sind. Nach sechs Stunden muss die gesetzliche Pause von 30 Minuten gewährt werden.

Bei minderjährigen Azubis gelten strengere Regeln. Sie dürfen an maximal fünf Tagen pro Woche höchstens 40 Stunden arbeiten, jedoch nicht zwischen 20:00 und 6:00 Uhr. Der Pausenanspruch greift bereits nach 4,5 Stunden.

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