Die richtige Garage finden – das gilt es zu beachten
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Die richtige Garage finden – das gilt es zu beachten

Garagen gibt es in vielzähligen Ausführungen. Neben der klassischen, gemauerten Garage werden heute zunehmend sogenannte Fertigteilgaragen gebaut. Zu den deutlichen Kostenvorteilen bieten diese ein Höchstmaß an baulicher Flexibilität und eine kurze Montagedauer. Von langweiliger Optik ist dabei keine Spur – Fertiggaragen gibt es in allen erdenklichen Varianten und Designs. Außerdem voll im Trend sind Carports und Garagen für Spezialanwendungen, wie beispielsweise zum Unterstellen Ihres Wohnmobils. Finden Sie heraus, welcher Garagentyp der passende für Sie ist!

Welche Garage ist die richtige? Passende Garage finden

Vor dem Bau einer Garage ist es ratsam, sich zunächst mit dem geplanten Nutzungsverhalten, den baulichen Gegebenheiten vor Ort, den optischen Anforderungen sowie dem verfügbaren Budget auseinanderzusetzen. Dazu können Sie sich zunächst an zwei grundlegenden Fragen orientieren:

  • Soll es eine offene (Carport) oder geschlossene Garagenvariante sein?
  • Muss es eine individuell gemauerte Garage sein oder favorisieren Sie eine adäquate Fertigteilgarage aus dem mittlerweile riesigen Auswahlsortiment?  

Carport versus klassische Garage – das sind die jeweiligen Vorteile

Sowohl der offenere Carport als auch die geschlossene Garage eignen sich als hervorragende Parkoption für Ihr Fahrzeug. Garagenspezifisch gibt es jedoch teils eklatante Unterschiede hinsichtlich baulicher, funktioneller und kostenmäßiger Aspekte. Unter anderem sind dies:

  • Umgebungseinflüsse: Beide Garagengrundformen ermöglichen einen guten Schutz vor Witterungseinflüssen aller Art. Dies betrifft nicht nur Wind und Wetter, sondern auch die solare UV-Strahlung mit ihrer potenziell Lack-schädigenden Wirkung. Vorteilhaft bei der Garage sind die ganzjährlich vergleichsweise harmonischen Temperaturen, was den Fahrkomfort insbesondere bei extremen Außentemperaturen angenehmer gestaltet. Demgegenüber steht die bessere Durchlüftung beim Carport, was einer Rostbildung infolge von Kondenswasser vorbeugt. Überlegen ist die geschlossene Garage dafür mit Blick auf Marderbiss und sonstigen floralen und tierischen Einflüssen, wie beispielsweise dem Pollenflug.
  • Einbruchsicherheit: In Punkto Diebstahlschutz ist eine verschließbare Garage einem offenen Carport deutlich überlegen. Gleiches gilt im Übrigen auch für Vandalismus. Wenngleich beide Parkmöglichkeiten oftmals von Versicherungen prämiert werden, sind die Konditionen im Falle des Parkens in der geschlossenen Garage in der Regel günstiger. Doch nicht nur Ihr Fahrzeug ist in der klassischen Garage besser geschützt: Bei gleichzeitig beabsichtigter Nutzung als Lager oder Werkstatt ist die Garage dem Carport eindeutig vorzuziehen. 

Weitere Aspekte sind unter anderem die Nutzungsmöglichkeit der Garage als Werkstatt oder Hobbyraum, benötigte Lagerflächen oder auch die Zugangsmöglichkeit zum Wohngebäude. Eine umfassendere Betrachtung der jeweiligen Vor- und Nachteile von Carport und Garage finden Sie hier.

Das sind die Vorteile einer gemauerten Garage

Eine gestalterisch besonders individuelle Form des Garagenbaus stellt die gemauerte Garage dar. Aufgrund des hohen Maßes an baulichen Realisierungsmöglichkeiten kann diese quasi passgenau an Ihre Nutzungsabsichten und die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Meist aus Kalksandstein und Mörtel bestehend, ist die gemauerte Garage besonders widerstandsfähig und damit auch langlebig. Wobei heutige Fertigteilgaragen aus Betonbaustoffen eine vergleichbare Robustheit wie die gemauerte Garage aufweisen.

Besonders vorteilhaft ist das individuelle Mauern einer Garage bei schwierigen baulichen Gegebenheiten vor Ort. In der Regel können auch strukturell komplexere Fundamente realisiert werden, was eine harmonische Fügung der Garage in die Gesamtarchitektur Ihres Wohnareals ermöglicht. Gleiches gilt auch bezüglich des optischen Aspekts: Fassade und Garagendach lassen sich an die architektonischen Anforderungen bereits bestehender Wohngebäude flexibel adaptieren. Dies umfasst auch periphere Garagenelemente, wie beispielsweise Fenster, die im Sinne eines optimalen Tageslichteinfalls entsprechend im Mauerwerk positioniert werden können. Ebenso können etwaige Zugangstüren (zum Beispiel als Seitenzugang oder Hausdurchgang) implementiert werden.

Kosten einer gemauerten Garage

Dieses Höchstmaß an gestalterischer Freiheit und Integrität bildet sich jedoch auch in den Kosten ab. In der Regel sind gemauerte Garagen um einige Größenordnungen teurer als beispielsweise vergleichbare Fertigteilgaragen aus Betonbaustoffen. Zusätzlich muss das Fundament einschließlich Guss der Gründungsplatte gewichtsadaptiert ausgelegt sein, was weitere Kosten nach sich zieht. Bedenken Sie ferner erhöhte Bau- und Montagekosten und die vergleichsweise längere Dauer von der Fundamentlegung bis zur bezugsfähigen Fertigstellung der Garage. Pauschale Kostenangaben sind aufgrund der komplexen Kostenstrukturen nicht im Rahmen dieses einführenden Beitrags möglich. Empfehlenswert ist deshalb eine individuelle Beratung durch einen zertifizierten Fachbetrieb oder etablierten Branchenexperten.

Mit diesen Aspekten überzeugen Fertigteilgaragen

Fertigteilgaragen stellen oftmals eine vergleichsweise kostengünstige Alternative zur klassischen gemauerten Garage dar. Hinsichtlich ihrer Stabilität, Funktionalität und Optik stehen sie einer gemauerten Garage in nichts nach. Auf dem Garagenmarkt sind mittlerweile eine unzählige Variantenvielfalt und verschiedene Designs erhältlich – sicherlich werden auch Sie dort für Ihr Garagenvorhaben fündig.

Eine Besonderheit von Fertigteilgaragen ist die planerische Sicherheit durch den einheitlichen Aufbau und den hohen Vorfertigungsgrad. Ein Aspekt ist dabei die genormte Garagengröße – und damit auch die Anpassung an regionale Bauordnungen. Zum Beispiel ermöglicht die Einhaltung der maximal zulässigen Baufläche für Kleingaragen von 100 Quadratmetern die Vermeidung von planerisch und kostenmäßig aufwendigen Schutzmaßnahmen. Meist sind deshalb Fertiggaragen in ihren Abmaßen standardisiert. Typische Größenverhältnisse sind nachfolgend skizziert, wobei auch eine individuelle Dimensionierung und Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten Ihres Grundstücks möglich ist.

  • Einzelgarage: 2,80 Meter Breite x 6,00 Meter Länge
  • Doppelgarage: 5,85 Meter Breite x 7,10 Meter Länge  

Die Kostenvorteile von Fertigteilegaragen gegenüber gemauerten Modellen resultieren unter anderem aus dem hohen Vorfertigungsgrad, den geringen Montageaufwendungen, der kurzen Bauzeit, den vereinheitlichten Fundamentanforderungen (Streifen-/Punktfundament) und der oftmals bereits vorhandenen Zertifizierung, was auch mit Blick auf einen möglichen Bauantrag von Vorteil ist. Die Garagenkosten an sich werden vor allem durch die Wahl des primären Baustoffes (Holz, Stahl, Beton) und dem Umfang der Ausstattung bestimmt.

Hierzu zählen unter anderem die Garagengröße und Variante, die Art des Garagentors, der Garagentorantrieb, Heizung, Klimatisierung und Belüftung, technische Einbruchsicherungsmaßnahmen, die Applikation von Solarzellen auf dem Garagendach sowie Zugangsmöglichkeiten an die Wasser- und Strominfrastruktur. Weitere, materialspezifische Vor- und Nachteile sowie eine Kostenabschätzung finden Sie in diesem Artikel.

Nicht vergessen bei der Planung: die Garagenzufahrt

Neben der eigentlichen Garage ist auch auf eine geeignete und vor allem tragfähige Zufahrt zu achten. Diese kann gepflastert beziehungsweise asphaltiert sein – oder aber auch aus Schotter bestehen. Die Kosten für den Bau einer Zufahrt zur Garage setzen sich aus dem Bodenaushub, dem Unterbau, dem Verlegen der Pflasterdecke und Personalkosten zusammen. Für eine exemplarische Zufahrtsfläche von 100 Quadratmetern ist mit Ausgaben von etwa 7.000 Euro zu rechnen.

Doppelgarage für mehrere Fahrzeuge

Sollen mehrere Autos oder Motorräder geparkt werden und verfügen Sie über eine entsprechende Grundstücksfläche, stellt die sogenannte Doppelgarage möglicherweise eine sinnvolle Garagenvariante für Sie dar. Sie ist obendrein ein wahres Multitalent: Nicht nur Fahrzeuge finden Platz. Auch kann die Doppelgarage als Lagerfläche, Werkstatt oder Hobbyraum genutzt werden – und ist obendrein aufgrund der einheitlichen, teils imposanten Gestaltung auch optisch ein Hingucker.

Definitionsgemäß sind Doppelgaragen mindestens 4 Meter breit. Sie verfügen in der Regel entweder über ein durchgehendes Einzeltor oder über zwei getrennte Garagentore. Üblicherweise werden dabei Rolltore oder Garagentore in sektionaler Ausführung verwendet. Für welche Garagentorvariante Sie sich entscheiden, sollte maßgeblich auch vom geplanten Nutzungsverhalten abhängen. Zwei getrennte Garagentore bieten sich vor allem für eine funktional separierte Nutzung der Doppelgarage an – beispielsweise als Hybrid zwischen Parkplatz und Hobbyraum. Visuell meist ansprechender ist jedoch das sektorübergreifende Einzeltor.

Kosten von Doppelgaragen

Eine Doppelgarage kann auch hinsichtlich der Kosten überzeugen: In der Regel sind die Kosten für den Bau einer Doppelgarage insgesamt günstiger als für zwei Einzelgaragen. Entscheidender Kostenfaktor ist das Baumaterial. Während Doppelgaragen aus Holzmaterialien meist ab wenigen Tausend Euro erhältlich sind, können Betongaragen weitaus teurer sein. Die Preise variieren außerdem nach Art der Ausführung wie Design, Garagentorvariante, Türen und Fenster und hängen ferner von der funktionellen Ausstattung ab. Berücksichtigen Sie zudem finanzielle Mehraufwendungen für das benötigte größere Fundament.

Raumspargaragen: Damit überzeugt der Parklift

Sie möchten mehrere Fahrzeuge parken, verfügen jedoch nicht über genügend Grundfläche? Dann kann die sogenannte Parklift-Garage attraktiv für Sie sein. Als besonders platzsparende Garagenvariante ermöglicht der Parklift ein stapelförmiges Parken Ihrer Fahrzeuge – und ist darüber hinaus unwesentlich größer als eine klassische Einzelgarage. Zusätzlicher Bauraum besteht lediglich in Höhenrichtung. Als Größenordnung wird ca. 1,50 Meter pro Fahrzeug an Höhe benötigt.

Je nach Art der Ausführung werden folgende Raumspargaragen unterschieden:

  • Abhängiges Parken: Eine hydraulische Hebebühne ermöglicht das Absenken eines Fahrzeugs in den Erdboden. Nachteil: Zum Ein- und Ausparken des unteren Autos muss das obere Fahrzeug stets zuerst aus dem Parklift gefahren werden.
  • Unabhängiges Parken: Die Fahrzeuge werden oberhalb des Erdbodens stapelförmig geparkt. Durch Absenken des unteren Fahrzeugs kann das obere Auto direkt ausgefahren werden, ohne dass der untere Wagen rangiert werden muss.  

Die Hebebühne kann rein vertikal verstellt werden oder verfügt über eine Kipptechnik. Sofern die Schräge für Ihr Fahrzeug kein Problem darstellt, kann der Platzbedarf durch eine kippbare hydraulische Einrichtung weiterer minimiert werden. Möchten Sie auf eine aufwendige Hydraulik verzichten und das Fahrzeug direkt ein- und ausfahren, könnte auch die Doppelstockgarage eine sinnvolle Alternative darstellen. Ein- und Ausparken erfolgen dabei über zwei Ebenen. Prüfen Sie zuvor jedoch die individuellen baulichen Gegebenheiten – die Doppelstockgarage ist besonders für Hanglagen attraktiv.

Als Größenordnung der Kosten für den Bau einer Raumspargarage nennen Expertenkreise einen Zuschlag von etwa 5.000 Euro. Hinzu kommen erhöhte finanzielle Aufwendungen für Betrieb, Wartung und Instandhaltung des Parklifts. Lassen Sie sich hierzu individuell von einem zertifizierten Fachbetrieb beraten – die Preise variieren teils erheblich, je nachdem welche Garagenvariante Sie bevorzugen.

Garagen für Wohnmobile

Wohnmobile dürfen in Deutschland in der Regel auf öffentlichen Parkplätzen beziehungsweise am Straßenrand geparkt werden. Dennoch kann eine Unterbringung in der Garage entscheidende Vorteile bieten. Neben dem Schutz vor Diebstahl und Witterungseinflüssen gibt es bei der Fahrzeugversicherung oftmals auch Vergünstigungen, wenn das Wohnmobil in einer verschließbaren Garage geparkt wird. Dies gilt auch für den Werterhalt.

Da Wohnmobilgaragen großzügiger dimensioniert sein müssen, ermöglichen sie auch die Unterbringung von sperrigen Gegenständen, Wohnwagen und sogar kleinen Booten. Nicht zuletzt ist auch die Ausgestaltung als Hobbyraum ein willkommener Vorteil. In diesem Zusammenhang kann auch eine Unterkellerung ein interessantes Feature sein. Als eher nachteilig anzuführen sind der Platzbedarf und die damit verbundenen Baukosten. Unter Umständen ist bei Überschreitung von limitierenden Abmaßen auch eine aufwendige Bauantragstellung erforderlich. Darüber hinaus gelten auch die für PKW-Garagen angegebenen Nachteile wie Rostbildungsgefahr infolge von Feuchteeintrag.

Baugröße und Baustoff beachten

Wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Garagen für Wohnmobile und PKW ist die Baugröße. Großraumgaragen können dabei Abmaße von 4 Metern Breite und eine Länge von bis zu 9 Metern annehmen. Auch die Garagenhöhe fällt mit bis zu 3,90 Metern deutlich großzügiger aus, als eine standardisierte PKW-Garage. Neben den bereits genannten höheren Kosten. Damit einhergehend ergibt sich ein höheres Gesamtgewicht, was insbesondere für die Planung des Fundaments wichtig ist. Doch auch die Auswahl des Baustoffs ist entscheidend: Grundsätzlich werden für Wohnmobilgaragen ähnliche Ausführungen und Baumaterialien für Fassade, Garagentor und Dacheindeckung verwendet wie für PKW. Beispielsweise liegen die Baukosten bei großen Wohnmobilgaragen in der Größenordnung von bis zu 15.000 Euro. Hinzu kommen finanzielle Aufwendungen für die Gestaltung des Zufahrbereichs und mögliche Bauanträge.

Fazit: Mit wenigen Kriterien die richtige Garage finden

  • Definieren Sie Ihre Anforderungen: Bereits vor dem Bau eine Garage ist eine möglichst detaillierte Festlegung Ihrer individuellen Nutzungsabsichten hilfreich. Unter anderem sollten Sie die Frage nach Carport oder geschlossener Garage klären und überlegen, ob und inwiefern eine Fertigteilegarage für Sie interessant sein kann.
  • Garagenvarianten: Fertiggaragen gibt es in einer großen Vielfalt, so dass nahezu sämtliche Anforderungen abgedeckt werden. Beachten Sie bei der Auswahl auch spezielle Varianten.   
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Dr.-Ing. Rüdiger Reitz
Autor/-in
Dr.-Ing. Rüdiger Reitz ist hauptberuflich im Themenfeld der erneuerbaren Energieträger und alternativen Antriebssysteme unterwegs. Nicht nur seine Fachcommunity hält der Maschinenbauingenieur und teamverantwortliche Projektmanager mit zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen und anwendungsnahen Fachpublikationen auf dem neuesten Stand. Als freier Autor informiert der Hobby-Handwerker auch auf ganz praktischer Ebene seinen Leserkreis über Neuigkeiten aus dem Bereich Heimwerk & Technik. Er ist überzeugt: „Die Ziele fest im Blick behalten - und alles ist machbar!“
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