Warum Sie mit Ihren Pflanzen sprechen sollten
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Warum Sie mit Ihren Pflanzen sprechen sollten

Verglichen mit manchen Menschen sind Pflanzen oft die besseren Gesprächspartner: Geduldig und ohne Widerspruch hören sie sich alles an. Warum es total in Ordnung ist, lange Gespräche mit Benjamin Buchsbaum zu führen, und warum das nicht nur Ihnen, sondern auch der Pflanze guttut, erfahren Sie hier.

Biokommunikation: Pflanzen können hören, sehen und verstehen

Lange Zeit dachten Biologen, dass Wahrnehmung nicht ohne Nervenzellen funktionieren könne. Seit einigen Jahren widmen sich Forscher aber vermehrt der Interaktion von Pflanzen mit ihrer Umwelt. Die Erkenntnis: Pflanzen können kommunizieren und Sinneseindrücke verarbeiten. Sie haben dafür verschiedene Rezeptoren für Licht, Chemikalien und Berührung und reagieren vor allem durch ihr Wachstum: zum Licht hin, vom Erdmittelpunkt weg und so weiter.

Diese Rezeptoren können Sie auch stimulieren, indem Sie aus der Nähe mit Ihrer Pflanze sprechen. Die entscheidenden Faktoren dabei sind:

  • Der Schall des gesprochenen Wortes, der auf die Pflanze trifft
  • Die beim Reden ausgeatmete Luft; genauer: das Kohlendioxid
  • Der Schatten, den Sie auf die Pflanze werfen, wenn Sie sich nähern

Es ist nicht auszuschließen, dass Ihre Pflanze Sie am Schattenmuster oder dem Klang Ihrer Stimme erkennt.

Warum es sich lohnt, mit Pflanzen zu sprechen

Das Gespräch mit Ihrer Lieblingspflanze ist keinesfalls verrückt, sondern beweist nach der Überzeugung einiger Verhaltensforscher der University of Chicago eine besondere Form der Intelligenz: Menschen neigen dazu, Dinge zu vermenschlichen und erweitern damit ihre eigene Identität.

Unabhängig davon, dass Sie sich als Pflanzenphilosoph nun besonders intelligent fühlen dürfen, hat das Zwiegespräch mit dem Grünzeug noch weitere positive Effekte – und zwar sowohl für die Pflanze als auch für ihren menschlichen Gesprächspartner: Ein Versuch des Westdeutschen und Bayrischen Rundfunks mit 100 Teilnehmern hat gezeigt, dass liebevoll gehegte und besprochene Tomatenpflanzen früher blühten und mehr Ertrag brachten als ihre mit Schweigen gestraften Kollegen. Immerhin ein halbes Kilo Unterschied machte sich in der Ernte pro Pflanze bemerkbar. Das machen sich mittlerweile sogar professionelle Weinbauern zunutze:

Doch auch die menschliche Seele blüht im Gespräch auf: Wenn Sie Ihrer Pflanze Sorgen und Nöte anvertrauen, wirkt das befreiend und Stress lindernd. Der Mechanismus ist derselbe wie bei Kindern, die ihrem liebsten Stofftier Geheimnisse anvertrauen, oder bei Hundebesitzern, die Bello von ihrem Tag im Büro erzählen.

Tipps für die erfolgreiche Pflanzenkommunikation

  1. Schaffen Sie sich eine Pflanze an, die Sie mögen und deren Anblick Sie erfreut.
  2. Sprechen Sie aus der Nähe – von Weitem hört Ihre Pflanze Sie nicht.
  3. Schlagen Sie einen freundlichen Tonfall an.

Falls Sie Ihrer Topfpflanze mal nichts zu sagen haben, gibt es sogar spezielle Pflanzenmusik zur Beschallung. Probieren Sie es doch einfach mal aus:

SM
Autor/-in
Simon Meyer
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