Weisheitszahn ziehen: So läuft die OP ab
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Weisheitszahn ziehen: So läuft die OP ab

Wenn Zahnärzte einen Weisheitszahn ziehen wollen, hat das gute Gründe: Zum Beispiel kann der Backenzahn an Karies, Parodontitis oder Zahnwurzelschäden erkrankt sein. Hier erfahren Sie, wie die OP abläuft.

Weisheitszahn ziehen: Wann kommt es zu einer OP?

Wenn die Weisheitszähne bereits vollständig durch das Zahnfleisch durchgebrochen sind, kann sie der Zahnarzt in der Regel auf dieselbe Weise wie normale Zähne ziehen. Weisheitszähne, die sich noch im Zahnfleisch befinden, müssen dagegen mit einer Operation entfernt werden. Komplizierte Fälle können unter Vollnarkose behandelt werden, das gilt auch, wenn vier Weisheitszähne auf einmal gezogen werden sollen. In der Regel findet die Operation jedoch unter örtlicher Betäubung statt.

In diesen Schritten läuft die OP ab

Zunächst wird die Region um den Zahn herum per Spritze betäubt. Ist die Wirkung eingetreten, legt der Zahnarzt den Weisheitszahn frei, anschließend entfernt er ihn. Es gibt einige Fälle, bei denen der Weisheitszahn durchtrennt werden muss, so zum Beispiel, wenn er zu fest im Kiefer steckt oder quer liegt. Nach der vollständigen Entfernung des Zahns näht der Zahnarzt die Wunde zu.

Weisheitszahn ziehen: Mögliche Komplikationen

Der Zahnarzt geht während der OP sehr vorsichtig vor, um keine Nerven zu verletzen. In seltenen Fällen kann es jedoch passieren, dass ein Nerv beschädigt wird. Das äußert sich in Taubheitsgefühlen, die der Patient anschließend im Gesicht spürt.

Im Anschluss an die Operation ist das Risiko für Entzündungen außerdem besonders hoch. Entzündungen können zum Beispiel entstehen, wenn Essenskrümel in die Wunde geraten. Auch wegen der Schmerzempfindlichkeit nach dem Eingriff sollten Sie in der Zeit nach der OP daher auf Vollkornprodukte und andere schwer zu beißende oder krümelnde Lebensmittel verzichten. Auch das Risiko für einen Kieferbruch steigt, wenn ein Weisheitszahn gezogen wurde. Das durch den Eingriff entstandene Loch macht den Kiefer anfälliger und braucht eine Weile, bis es sich wieder geschlossen hat.

Wann werden die Fäden gezogen?

In der Regel werden die Fäden eine Woche nach der OP entfernt. Diese Zeit kann je nach Größe der Operationswunde, der Verwendung von Drainagen oder dem Ort der Wunde im Mund variieren. Sie verlängert sich zum Beispiel bei Nachblutungen oder wenn eine sogenannte plastische Deckung nötig ist. Darunter versteht man ein zusätzliches Verschließen des Knochenfaches. In solchen Fällen kann es über zehn Tage dauern, bis die Fäden nach der Weisheitszahn-OP gezogen werden können.

Weisheitszahn ziehen: Welche Schmerzmittel helfen?

Oft benötigen die Patienten in den ersten Tagen nach der Operation Schmerzmittel. Da Aspirin blutverdünnend wirkt, ist das Medikament hier ungeeignet. Laut Untersuchungen haben viele Weisheitszahn-Patienten mit Ibuprofen 600 gute Erfahrungen gemacht, da der Wirkstoff neben der Schmerzlinderung auch etwaige Entzündungen bekämpft. Eine mögliche Nebenwirkung dieses Präparates sind jedoch Magenbeschwerden. Bei homöopathischen Mitteln haben viele Patienten von guten Erfahrungen mit Arnika Globuli berichtet.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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