Das sind die Ursachen von Karies
© nicoletaionescu/iStock/Getty Images Plus
(0)

Das sind die Ursachen von Karies

Karies gilt als die häufigste Krankheit in Deutschland und auch weltweit. Die beste Behandlung besteht in der Vorbeugung. Um zu verhindern, dass Karies entsteht, ist es wichtig, die Ursachen der Zahnkrankheit zu kennen.

Ist Karies vererbbar?

Die Tatsache, dass Karies in manchen Familien gehäuft auftritt, kann zu der Vermutung verleiten, dass die Krankheit vererbbar ist. Nach jetzigem Wissensstand ist dies jedoch eher nicht der Fall. Vielmehr scheint die familiäre Häufung die Folge einer mangelnden Zahnhygiene und/oder einer für die Zahngesundheit ungünstigen Ernährung zu sein. Beides kann sich innerhalb einer Familie in entsprechenden Gewohnheiten etablieren und begünstigt die Entstehung von Karies. 

Wie entsteht Karies?

Wichtigster Auslöser für Karies sind bestimmte Bakterien (Streptokokkus mutans) in der Mundhöhle, die auf der Oberfläche der Zähne einen pelzigen Zahnbelag (Plaque) bilden. Je nachdem, aus welchen Nahrungsbestandteilen er gebildet wird, enthält er Zucker. Durch gründliches Zähneputzen und mithilfe von Zahnseide lässt sich dieser Belag entfernen. Bleibt er jedoch auf der Zahnoberfläche, können die Bakterien aus dem darin enthaltenen Zucker Säuren bilden. Diese Säuren greifen die Mineralien der Zahnsubstanz an und zerstören diese im Laufe einiger Wochen bis Monate. Karies entsteht also, wenn die folgenden Faktoren zusammentreffen:

  • kariesbildende Bakterien
  • zuckerhaltiger Zahnbelag
  • mangelnde Mundhygiene
  • Zeit

Neben diesen Einflussfaktoren gibt es noch weitere Risikofaktoren, welche die Entstehung von Karies begünstigen können. 

Was begünstigt die Entstehung von Karies?

Damit sich die kariesauslösenden Bakterien nicht ausbreiten können, ist es wichtig, ihnen den Nährboden zu entziehen. Das geschieht zum einen durch eine gute Mundhygiene und zum anderen durch eine zahngesunde Ernährung. Wer sich kohlenhydratarm ernährt und wenig Zucker sich nimmt, entzieht den kariesauslösenden Bakterien die Nahrung und verhindert damit ihre Ausbreitung. Eine gute Mundhygiene entfernt regelmäßig und frühzeitig Plaque, sodass die Bakterien nichts vorfinden, aus dem sie Säuren bilden können. 

Speichel kann die kariesbildenden Säuren wieder neutralisieren und damit der Demineralisation entgegenwirken. Wenn nicht genügend Speichel produziert wird, zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente, steigt das Risiko für Karies. Ein Beispiel für eine Krankheit mit erhöhtem Kariesrisiko ist die Bulimie. Durch das ständige Erbrechen gelangt häufig Magensäure an die Zähne, die den Zahnschmelz schädigen und damit anfälliger für Karies machen kann. 

Achtung, Ansteckung!

Was viele nicht wissen: Speichel hat nicht nur eine schützende Funktion, sondern kann auch als Überträger der kariesbildenden Bakterien dienen. Tatsächlich ist Karies von Mensch zu Mensch übertragbar und in vielen Fällen stecken Eltern ungewollt ihre Kinder an. Die Übertragung über Speichel kann auf vielerlei Wegen erfolgen, zum Beispiel beim Küssen. Häufig sind Eltern zu beobachten, die den Brei ihres Kindes probieren, um dessen Temperatur zu überprüfen - nur leider tun sie dies mit demselben Löffel, mit dem sie anschließend ihr Kind füttern. Oder sie lecken den auf den Boden gefallenen Schnuller ab, in dem Glauben ihn zu "reinigen", doch tatsächlich übertragen sie mit ihm kariesbildende Bakterien.

Karies kann durch den Austausch von Speichel auf andere übertragen werden.
© Oat_Phawat/iStock/Thinkstock

Karies kann durch den Austausch von Speichel auf andere übertragen werden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?