Frau hält Hand an Hinterteil
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Brennen am Po: Welche Hämorrhoiden-Salben und Hämorrhoiden-Zäpfen helfen?

Jucken, Brennen und ein wundes Gefühl im Afterbereich: Hämorrhoiden-Geplagte kennen die Beschwerden nur zu gut. Vor dem Gang zum Proktologen versuchen viele zuerst, die vergrößerten Gefäßpolster mit frei verkäuflichen Mitteln aus Drogerie und Apotheke zu beruhigen. Doch welche Hämorrhoiden-Salben und Hämorrhoiden-Zäpfchen helfen? Und wann kommen die Hämorrhoiden-Mittel an ihre Grenzen?

Warum Probleme mit vergrößerten Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sitzen im Enddarm. Sie sind für den Feinabschluss des Afters zuständig (Feinkontinenz) und unterstützen den Afterschließmuskel bei seiner Arbeit: Beim Stuhlgang lässt der Schließmuskel locker und zugleich fließt das Blut aus den Gefäßpolstern ab. Zieht sich der Schließmuskel wieder zusammen, füllen sich auch die Schwellkörper wieder mit Blut. Dieses Zusammenspiel ist für eine funktionierende Darmentleerung wichtig.

Sind Hämorrhoiden dauerhaft vergrößert, funktioniert dieses Zusammenspiel nicht mehr richtig. Verschiedene Beschwerden sind die Folge, darunter Brennen, Jucken, Nässen und Blutungen. Die leichten Beschwerden von Hämorrhoiden im Anfangsstadium lassen sich meist mit Hämorrhoiden-Salben und Hämorrhoiden-Zäpfchen aus der Apotheke lindern.

Hilfe aus der Apotheke: freiverkäufliche Hämorrhoiden-Salben

Viele Betroffene versuchen mit Hilfe von freiverkäuflichen Hämorrhoiden-Salben, Hämorrhoiden-Cremes und Hämorrhoiden-Zäpfchen die Beschwerden des Hämorrhoidal-Leidens zu lindern. Die Auswahl in Drogerien und Apotheken ist groß. Hämorrhoiden-Salben werden meist äußerlich auf die Afterregion und die vergrößerten Gefäßpolster aufgetragen – können aber auch über einen Applikator in den Enddarm eingeführt werden. Hämorrhoiden-Salben enthalten juckreizstillende und leicht betäubende Wirkstoffe, was Juckreiz, Brennen und Schmerzen lindern kann.

Manche Salben gegen Hämorrhoiden enthalten zudem zusammenziehende Substanzen wie Bismutsalz und Titan­dioxid sowie hautberuhigende und hautschützende Wirkstoffe. Laut Stiftung Warentest, die verschiedene Hämorrhoiden-Salben getestet hat, kann eine einfache Zinksalbe oder Vaseline die Beschwerden oftmals ebenso gut lindern wir die freiverkäuflichen Produkte aus der Apotheke. Probieren Sie am besten aus, welche Analpflege Ihnen guttut.

Hämorrhoiden-Salbe verträglich?

Bevor Sie eine Hämorrhoiden-Salbe auftragen, sollten Sie die Packungsbeilage lesen. Darin finden Sie nicht nur wichtige Informationen zur Anwendung und Dosierung, sondern auch Warnhinweise zu möglichen Neben- und Wechselwirkungen sowie Allergien. Sind Sie unsicher, fragen Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker.

Pflanzliche Salben gegen Hämorrhoiden: Wir wirksam sind sie?

Viele Hämorrhoiden-Salben enthalten pflanzliche Wirkstoffe, um die Haut zu beruhigen und Juckreiz und Brennen zu lindern. Neben Kamille und Eichenrinde kommen in den Salben gegen Hämorrhoiden auch Hamamelisblätter zur Anwendung. Eine Wirksamkeit gegen die Leitsymptome eines Hämorrhoidal-Leidens konnte der Stiftung Warentest zufolge in Studien zwar nicht nachgewiesen werden. Dennoch berichten Betroffene immer wieder von einer positiven Wirkung. 

Nach Angaben von Stiftung Warentest punkten die meisten Hämorrhoiden-Salben vor allem mit hautpflegenden und hautschützenden Eigenschaften. Sie decken wunde Stellen ab und bilden so eine Art Schutzfilm. Durch den mechanischen Gleiteffekt kann der Stuhlgang zudem erleichtert werden.

Wie funktionieren freiverkäufliche Hämorrhoiden-Zäpfchen?

Hämorrhoiden-Zäpfchen werden in den Anus eingeführt und entfalten im Enddarm ihre Wirkung. Die Zäpfchen lösen sich auf und mögliche Rückstände werden später über den Stuhl wieder ausgeschieden. Die Zäpfchen gegen Hämorrhoiden sollen juckreizlindernd, zusammenziehend und schmerzlindernd wirken. Hämorrhoiden-Zäpfchen können zudem zur Hautpflege beitragen und als Gleitmittel für eine bessere Stuhlausscheidung sorgen. Da nicht jeder mit Zäpfchen zurechtkommt, gehören Hämorrhoiden-Salben und Hämorrhoiden-Cremes nach wie vor zu den bevorzugten Mitteln gegen vergrößerte Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden-Salben mit Kortison

Zäpfchen und Salben gegen Hämorrhoiden, die entzündungshemmendes Hydrocortison enthalten, sind aufgrund möglicher Nebenwirkungen rezeptpflichtig. Sie sollten nur kurzzeitig und in geringer Dosierung angewendet werden. Kombinationspräparate mit mehreren medizinischen Wirkstoffen sind meist ebenfalls verschreibungspflichtig.

Hämorrhoiden-Tamponaden sind Zäpfchen mit Mullgewebe. Während sich Zäpfchen auflösen und mögliche Rückstände später über den Stuhl wieder ausgeschieden werden, werden Tamponaden nach einiger Wirkzeit über ein Rückholbändchen wieder herausgezogen. Hämorrhoiden-Tamponaden haben gegenüber Zäpfchen den Nachteil, dass das Mullgewebe die Darmschleimhaut reizen kann. Auf das Einführen ist nicht jedermanns Sache.
Betroffene können ausprobieren, ob ihnen Sitzbäder bei Hämorrhoiden-Beschwerden guttun. Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten e. V. zufolge können Sitzbäder mit entzündungshemmenden Gerbstoffen wie beispielsweise Eichenrinde oder Kamille Linderung verschaffen. Wichtig: Das Wasser sollte nicht zu heiß sein.
Bei einem Hämorrhoidal-Leiden ist der Afterschließmuskel oftmals sehr verspannt – was die Beschwerden verstärkt. Analdehner können helfen,  die Muskulatur zu lockern und den Blutabfluss aus den Schwellkörpern im Po unterstützen. Aber: Sprechen Sie vor der Anwendung von Analdehnern immer mit Ihrem Arzt, ob dieser für Sie geeignet ist und wie Sie den Dehner ohne Verletzungsrisiko anwenden.

Quellen:

Stiftung Warentest

Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

 gesundheitsinformation.de

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
AL
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
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