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Woher kommen Kalkablagerungen in der Lunge?

Kalk in der Lunge, pulmonale Verkalkungen genannt, ist ein häufiger Befund im Rahmen einer Computertomografie (CT) der Lunge. Verkalkungen in der Lunge sind oft die Folge ausgeheilter Entzündungen oder einer Schadstoffbelastung, etwa durch Asbest. Häufige Ursachen für Kalkablagerungen in der Lunge.

Was sind Kalkablagerungen in der Lunge?

Kalkablagerungen in der Lunge (Lungenkalzinose) sind oft ein Zufallsbefund einer CT-Untersuchung der Lunge. Die Kalkablagerungen sind eine häufige Folge entzündlicher Prozesse im Lungengewebe. Eine Entzündung der Pleura beispielsweise, also des Brustfells, führt zu einer Umwandlung der dünnen Gefäßwände in verdicktes Gewebe (fibröses Gewebe). Das Gewebe verliert bei Kalkablagerungen in der Lunge an Elastizität und wird steifer. Je stärker die Verdickung des Gewebes ausgeprägt ist, desto stärker ist die Funktion der Lunge eingeschränkt, da sie sich nicht mehr wie gewohnt ausdehnen kann. Manche Kalkablagerungen in der Lunge bleiben vom Betroffenen unbemerkt. Andere führen zu gesundheitlichen Beschwerden wie Atembeschwerden.

Andauernde Asbestbelastung lässt Lunge verkalken

Je länger die Entzündungsreaktion im Lungengewebe anhält, desto größer ist das Risiko, dass sich Kalkablagerungen in der Lunge bilden. Bei kurzfristigen Entzündungen des Lungengewebes löst sich das verdickte Gewebe wieder vollständig auf. Manchmal bleibt eine geringe Verdickung zurück. Bei langfristigen Entzündungsprozessen in der Lunge, wie sie etwa durch ständigen Kontakt mit Asbest verursacht werden können, kann die Verkalkung mit den Jahren deutlich zunehmen und die Lungenfunktion erheblich beeinträchtigen. Die Lunge vernarbt und das Gewebe wird immer steifer.

Abgestorbenes Gewebe führt zu Kalkablagerungen in der Lunge

Abgestorbenes Lungengewebe (Nekrosen), welches unter anderem im Rahmen einer Tuberkulose in der Lunge zu finden ist, kann ebenfalls verkalken. Es lagern sich Kalziumsalze im Gewebe ab und das Gewebe wird eingekapselt.

Weitere entzündliche Ursachen für nekrotisierende Prozesse, die als „Kalkfänger“ wirken, sind:

  • Infarkte
  • chronische Pneumonien
  • langsam wachsende Tumoren

Lungenverkalkung: erhöhtes Risiko bei Dialysepatienten

Das Risiko für eine Verkalkung der Lunge ist zudem bei Dialysepatienten erhöht. Dies ist auf einen erhöhten Kalkspiegel zurückzuführen. Lungen, Magenschleimhaut, Nieren, Herzmuskel und Haut sind die Ablagerungsorte des überschüssigen Kalziums. Es gibt Untersuchungen, die bei 75 Prozent der untersuchten Dialysepatienten Kalkablagerungen in der Lunge nachweisen konnten.

Kalkablagerungen in der Lunge durch Sandsturmlunge

Bei der sogenannten Sandsturmlunge (pulmonale Mikrolithiasis) kommt es zu massiven Kalkablagerungen in den Lungenbläschen. Die Lungensteinchen aus Kalziumphosphat werden bis zu 0,3 Millimeter groß. Die Lunge verhärtet und nimmt an Gewicht zu. Etwa 50 Prozent der Fälle treten familiär auf. Oft sind zeigt sich die Erkrankung bereits im Säuglingsalter. Die Sterblichkeit der Betroffenen mit dieser seltenen Erkrankung ist erhöht.

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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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