Wie Alzheimer behandelt werden kann
© noipornpan/iStockGettyImagesPlus
(1)

Wie Alzheimer behandelt werden kann

Hunderttausende Menschen in Deutschland leiden unter Alzheimer. Für Betroffene und Angehörige ist es schwer zu fassen, dass diese Krankheit nicht geheilt werden kann. Dennoch gibt es Therapieansätze, mit denen sich der Krankheitsverlauf in einem gewissen Rahmen bremsen lässt. Außerdem können Beschwerden gelindert und die Lebensqualität verbessert werden. Dabei kommen Medikamente und nicht-medikamentöse Behandlungen zum Einsatz.

Alzheimer-Behandlung: Reagieren Sie so schnell wie möglich

Wenn die Diagnose steht, sollte so schnell wie möglich mit der Alzheimer Behandlung begonnen werden. Denn der Abbau der Nervenzellen im Gehirn lässt sich oft nicht verhindern - wohl aber bremsen. Umso schneller die Behandlung einsetzt, desto länger lassen sich die noch vorhandenen kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen bewahren. Der Sinn aller Therapien ist, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben bei dem oder der Betroffenen zu bewahren. Welche Behandlung sinnvoll ist, entscheiden Betroffene und Angehörige gemeinsam mit den behandelnden Ärzten.

Medikamentöse Behandlung

Medikamente kommen vorrangig im frühen und im mittleren Stadium der Erkrankung zum Einsatz, da sie hier noch am meisten bewirken. Die Mittel sind dafür bekannt, die Beschwerden zu lindern und den Krankheitsverlauf für eine gewisse Zeit hinauszuzögern. Zum Einsatz kommen meist Antidementiva, Antidepressiva und Neuroleptika.

Behandlung mit Antidementiva

Bei Antidementiva handelt es sich um Medikamente zur Behandlung von Demenz. Sie verbessern kognitive Fähigkeiten von Alzheimer-Patienten. Das heißt sie wirken sich direkt auf die Gedächtnisfunktion sowie die Konzentrations-, Lern- und Denkfähigkeit aus.

Verbesserungen durch Antidepressiva möglich 

Antidepressiva eignen sich zur Behandlung von Depressionen, die oft als zusätzliches Symptom der Alzheimer-Erkrankung auftreten. In vielen Fällen sind schon nach wenigen Wochen spürbare Verbesserungen sichtbar.

Neuroleptika lindern verschiedene Störungen 

Neuroleptika können hingegen Aggressivität, Unruhe und Schlafstörungen lindern. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Pflegende und Angehörige mit diesen Symptomen überfordert sind. Jedoch stehen Neuroleptika bei Alzheimer-Patienten auch in der Kritik. So können die Arzneimittel zu einem erhöhten Sturzrisiko führen.

Nicht-Medikamentöse Behandlung

Der nicht-medikamentösen Therapie bei der Behandlung von Alzheimer-Patienten kommt eine große Bedeutung zu, auch wenn ihre Wirkung begrenzt ist. In erster Linie sollen diese Behandlungsansätze die Selbstständigkeit von Betroffenen erhalten und Ihre Lebensqualität verbessern.

Kognitives Training

Wichtig ist zum Beispiel das kognitive Training. Hier trainieren die Betroffenen ihre geistigen Fähigkeiten rund um das Gedächtnis, die Merkfähigkeit und die Aufmerksamkeit. Dabei muss darauf geachtet werden, die Patienten nicht zu überfordern.

Ergotherapie steigert Feinmotorik

In der Ergotherapie arbeiten die Patienten mit ihren Händen. Je nach verbliebenen Fähigkeiten können sie in der Therapiezeit zum Beispiel Körbe flechten, Bilder malen oder Filzfiguren basteln.

Musik-, Gesprächs- oder Psychotherapie

Weitere Behandlungsansätze bieten zum Beispiel die Musiktherapie, in der es um das Erfahren von Klängen und das selbstständige Musizieren geht, sowie die Gesprächstherapie, in der die Betroffenen sich ihr Herz bei einem ausgebildeten Psychotherapeuten ausschütten können.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?