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Sputum-Diagnostik: Was die Auswurf-Farbe dem Arzt verrät

Bei der Sputum-Diagnostik untersucht der Lungenarzt (Pneumologe) den Auswurf des Patienten, also das ausgehustete Bronchialsekret. Diese Untersuchung lässt Rückschlüsse auf den Zustand der Lunge und auf mögliche Infektionen in der Lunge zu. Sputum-Diagnostik: Was der Arzt sehen kann.

Was ist eine Sputum-Diagnostik?

Der Auswurf, der beim Husten aus den Atemwegen befördert wird, bezeichnen Mediziner als Sputum. Die Sputum-Diagnostik gehört bei bestehenden Lungenkrankheiten zu den Standard-Untersuchungen. Bei der Sputumuntersuchung wird nicht der Speichel, sondern das abgehustete Sekret/Schleim aus der Lunge untersucht. Dieses Sputum kann

  1. mikroskopisch,
  2. makroskopisch,
  3. kulturell

untersucht werden. So kann der Lungenarzt beispielsweise Blutbeimischungen, Bakterien, Viren und Pilze nachweisen. Ebenfalls geben

  1. Farbe,
  2. Konsistenz,
  3. Sputum-Menge

dem Arzt wichtige Hinweise auf den Lungenzustand des Patienten. Je nach Befund der Sputum-Diagnostik lassen sich verschiedene Erkrankungen ableiten. Die Sputum-Diagnostik eignet sich außerdem zur Verlaufskontrolle bei bestehen Lungenkrankheiten, etwa Asthma. Dann lässt sich bei der mikroskopischen Sputumuntersuchung eine erhöhte Anzahl sogenannter eosinophiler Granulozyten (körpereigene Abwehrzellen) finden.

Sputum-Diagnostik: Was die Auswurf-Farbe verrät

Bereits die Farbe des Auswurfs gibt Hinweise auf mögliche Krankheitsbilder. Diese müssen für eine abschließende Diagnose durch weitere Untersuchungen ergänzt werden.

  • Bei einer Infektion, etwa einer Lungenentzündung (Pneumonie), ist die Sputum-Menge meist erhöht.
  • Eine gelblich-grüne Verfärbung des abgehusteten Schleims deuten auf eine bakterielle Infektion hin.
  • Die Beimengung von Blut kann unter anderem auf eine Lungenembolie, eine akute Bronchitis, einen Lungentumor (Lungenkrebs) oder Tuberkulose hindeuten.
  • Ist der Auswurf weißlich verfärbt, deutet das auf eine virale Infektion hin.
  • Ist das Sputum weiß-schaumig ist das ein Hinweis auf eine Lungenstauung bis hin zum Lungenödem (Überwässerung der Lunge).
  • Klarer bis weißlicher Auswurf tritt oftmals in Verbindung mit einer Erkältung (grippaler Infekt) einher.
  • Bei Asthma und COPD ist das Sputum zäh und wird besonders morgens abgehustet.
  • Das von Rauchern abgehustete Bronchialsekret ist oft bräunlich-schwarz (Raucherhusten).
  • Bei Pilzerkrankungen der Lunge ist das Sputum oft weißlich-grau und von krümeliger Konsistenz.
Wichtig
Anhaltender Husten sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Gehen Sie zu einem Facharzt für Allgemeinmedizin, einem Facharzt für Innere Medizin oder einem Lungenfacharzt (Pneumologen). Plötzlich auftretender Bluthusten ist ein Notfall – ebenso Bluterbrechen. Rufen Sie den Notarzt unter 112 und schildern Sie Ihre Symptome.  

Sputumuntersuchung zur Sputum-Diagnostik: Wie funktioniert das?

Bei der Sputum-Diagnostik wird das ausgehustete Bronchialsekret untersucht. Hierfür bekommt der Patient vom Arzt einen verschließbaren Becher mit nach Hause. Um das Abhusten zu erleichtern kann es hilfreich sein, wenn der Patient zuvor mit einer Salzlösung inhaliert und so den meist zähen Schleim löst. Auch schleimlösende Medikamente können den Prozess unterstützen. Das Abhusten funktioniert morgens und abends am besten.

Zähneputzen oder die Verwendung von Mundspülungen sind vor der Probeentnahme zur Sputum-Diagnostik tabu. Der Patient spült sich den Mund mit Wasser und hustet die Schleimprobe dann direkt in das dafür vorgesehene Behältnis. Anschließend bringt er das Sputum zu seinem Arzt. Manchmal wird das Bronchialsekret auch im Rahmen einer Lungenspiegelung abgesaugt und anschließend im Labor untersucht.

Sputum im Kühlschrank aufbewahren?
Ist es Ihnen nicht möglich, das abgehustete Sputum direkt beim Pneumologen abzugeben, bewahren Sie es im Kühlschrank auf. Fragen Sie zuvor Ihren Arzt, welche Zeiträume Sie beachten müssen, damit die Laboruntersuchung aussagekräftig ist. Berücksichtigen Sie dies bei der Probeentnahme.
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Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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