Machen Sie den Selbsttest: Gesundheitstests von A bis Z •

Wie steht es um Ihre Gesundheit?

Eine Frage, ein Selbsttest: Gesundheitstests verraten eine Menge über die eigene Gesundheit: Habe ich Alzheimer? Bin ich depressiv? Liegt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vor? Ist mein Krebsrisiko erhöht? Bin ich schwanger? Viele Tests können Sie zuhause anwenden. Für andere Untersuchungen brauchen Sie die Unterstützung eines Arztes. Einen Überblick über häufig durchgeführte Gesundheitsstests finden Sie im Ratgeber „Selbsttests“.

Selbsttests aus Apotheke und Drogerie

Der wohl bekannteste Selbsttest aus der Apotheke ist der Schwangerschaftstest. Doch auch Urintests finden bei Verdacht auf eine Blasenentzündung im Heimgebrauch häufig Anwendung. Ebenfalls erhältlich in Apotheken und manchmal auch in Drogerien sind unter anderem folgende Gesundheitstests:

  • Lebensmittelunverträglichkeit-Tests
  • Allergie-Tests
  • HIV-Test
  • Stuhltest, um verborgenes Blut im Stuhl zu erkennen
  • PSA-Test, um das Prostatakrebs-Risiko einzuschätzen
  • Tests, um Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien festzustellen
  • Vaginaler Selbsttest, um Hinweise auf eine Scheideninfektion zu bekommen
  • Blutgruppen-Test, um die eigene Blutgruppe zu bestimmen
  • Zeugungsfähigkeit-Selbsttest
  • Gluten-Intoleranz-Selbsttest
  • Eisenmangel-Selbsttest
  • Magen-Tests, um beispielsweise eine Infektion mit Heliobacter pylori festzustellen
  • Test für den Vitamin-B-12-Spiegel
  • Drogen-Selbsttests
  • Testosteron-Selbsttest
  • Cholesterin-Selbsttest
  • Vaterschaftstest

Experten sind Selbsttests gegenüber skeptisch

Experten sind solchen Selbsttests gegenüber oftmals skeptisch. Viele dieser Tests seien ungenau oder würden ein falsches Ergebnis anzeigen. Das ist zweifach ungünstig: Entweder wird eine vorliegende Erkrankung nicht erkannt oder möglicherweise eine Erkrankung angezeigt, die gar nicht vorliegt.

Nicht nur, dass sich der Patient mit Sorgen, Unsicherheiten und Ängsten konfrontiert sieht. Ihm fehlen auch die fachliche Unterstützung und ärztliche Einschätzung der Testergebnisse. Denn: Ein Testergebnis alleine ist oftmals nicht aussagekräftig. Außerdem muss es im Kontext betrachtet werden.

Selbsttests bieten eine erste Einschätzung der Beschwerden

Experten zufolge sind Selbsttests aus Drogerie und Apotheke in den meisten Fällen vor allem eines: ein erster Hinweis auf eine möglicherweise vorliegende Erkrankung. Für die weitere Abklärung und für eine gesicherte Diagnose sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Letzten Endes muss jeder selbst entscheiden, ob er die oft teuren Preise für den Selbsttest zuhause bezahlen möchte – oder ob er gleich zum Arzt geht.

Wichtige Messungen für zuhause

Allerdings gibt es Messungen für zuhause, die für Patienten unverzichtbar sind. Hierzu zählen zum Beispiel der Blutzucker-Test bei Diabetes sowie Blutdruck-Messungen für Bluthochdruck-Patienten. Damit die Ergebnisse zuverlässig sind und Messfehler vermieden werden, bekommen die Patienten von ihrem Arzt oder entsprechenden Fachkräften entsprechende Schulungen.

Krebsrisiko: Mögliche Untersuchungen und Tests beim Arzt

Ärzte verwenden ebenfalls verschiedene Gesundheitstests, um die Gesundheit Ihrer Patienten einschätzen zu können. Blut- und Urintests finden im Praxisalltag regelmäßig Anwendung, unter anderem um Blutzucker- und Blutfettwerte zu ermitteln oder Hinweise auf Entzündungen im Körper zu bekommen.

Beim Urologen gehört der PSA-Test (prostataspezifisches Antigen) zu den täglichen Messungen. Der PSA-Test kann beispielsweise einen ersten Hinweis auf Prostatakrebs geben. Beim Gastroenterologen spielt neben der Darmspiegelung der Stuhltest eine wichtige Rolle, um Darmerkrankungen festzustellen. Beim Gynäkologen wird der Brustkrebs-Gen-Test von Seiten der Patientinnen immer wieder thematisiert. Dieser Test kann ein spezifisches Hochrisiko-Gen nachweisen, dass mit einer erhöhten Brustkrebs-Wahrscheinlichkeit verknüpft ist.

Schnell durchgeführt: Praktische Gesundheitstests für jede Situation

Ebenfalls hilfreich und im Alltag einfach umzusetzen sind kleine Gesundheitstests für zwischendurch. Hierfür braucht es keine speziellen Teststreifen, Blut- oder Urinproben, sondern lediglich Augen, Ohren, Nase und Tastsinn. So kann es hilfreich sein, an der Zahnseide zu riechen, um Zahnfleischentzündungen zu erkennen. Ein Blick auf die Fliesen im Badezimmer hilft, eine beginnende Makuladegeneration zu entlarven: Sind die geraden Fugenlinien der Fliesen gebogen, verzerrt oder gekrümmt, sollten Sie aufmerksam werden.

Die ABCDE-Regel hilft Ihnen, Ihre Leberflecke im Blick zu behalten und Veränderungen zu erkennen. Das regelmäßige Abtasten von Brüsten bei Frauen und Hoden bei Männern hilft ebenfalls dabei, Veränderungen frühzeitig zu bemerken. Sind Sie bereits älter, hilft der "Timed Up & Go"-Test dabei, Ihr Sturzrisiko einzuschätzen. Und Ihr Hüftumfang verrät eine Menge über Ihr persönliches Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Auch in Akutsituationen können Selbsttests hilfreich sein. Der FAST-Test dient dem schnellen Erkennen eines Schlaganfalls. Detaillierte Informationen zu den einzelnen, praktischen Selbsttests finden Sie in der Ratgeber-Serie „Praktische Gesundheitstests für jede Situation“.

Onlinetests: Eine gute erste Orientierung

Außerdem gibt es eine Menge verschiedener Online-Selbsttests, die Berufsverbände, Stiftungen und Gesellschaften Patienten anbieten. Auch sie ermöglichen eine rasche erste Einschätzung über den aktuellen Gesundheitszustand. Großes Interesse wird beispielsweise dem Alzheimer-Selbsttest, dem Depression-Test, dem Selbsttest Diabetes und dem Herzinfarkt-Selbsttest entgegengebracht.

Für eine zuverlässige Diagnose sind aber auch die Online-Selbsttests nicht geeignet. Sie geben lediglich einen ersten Hinweis auf eine möglicherweise vorliegende Erkrankung.

Ein positiver Befund? Nach dem Selbsttest zum Arzt

Deutet der Selbsttest auf eine Erkrankung hin? Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Nur dieser kann eine sichere Diagnose stellen. Hinzu kommt, dass bei einer tatsächlich vorliegenden Erkrankung eine entsprechende Therapie notwendig ist, um ein Fortschreiten sowie eine Verschlimmerung der Symptome zu verhindern.  

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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