Seien Sie froh, nicht im Mittelalter gelebt zu haben, weil …
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Seien Sie froh, nicht im Mittelalter gelebt zu haben, weil …

Ziegenfolter, freie Menstruation ohne Schlüpfer und ein Odeur von 1001 kotreicher Nacht in der Nase – das sind nur ein paar Eigenheiten, die das Mittelalter nicht gerade zur gesundheitlich angenehmsten Epoche der Menschheit erheben. Aber lesen Sie selbst:

1. … es einfach stank!

Stellen Sie sich ein Leben ohne WC-Spülung und Kanalisation vor – willkommen im Mittelalter! Zwar kannten beispielsweise die alten Römer durchaus öffentliche Latrinen, deren übelriechender Inhalt in Wassergräben oder Abwasserkanälen entsorgt wurde. Doch dieses Wissen wurde nur unvollständig ins Mittelalter weitergetragen. Die Könige, Burgherren und Burgfräulein hatten immerhin Plumpsklos – die hingen gern mal einige Stockwerke weit über dem Burggraben, der als Sammelstation für die Ausscheidungen der Burgbewohner diente. Auch in Klöstern und Wohnhäusern wohlhabender Bürger gab es sogenannte Aborterker. Die Fäkalien plumpsten in einen Fluss oder auf die Rückseite des Grundstücks, manchmal auch in eine enge Seitengasse.

Wenn sich die einfachen Bürger erleichtern wollten, eilten sie hinters Haus oder an den nächstgelegenen Baum. Im trauten Heim musste bei ihnen der Nachttopf als Auffanglager der Notdurft herhalten. Die wurde dann am nächsten Tag aus Mangel an Alternativen übers Fenster entsorgt – praktisch, stinkig, dreckig.

In den mittelalterlichen Städten gab es aber schlichtweg nicht die nötige Infrastruktur, um die mit allerlei Keimen versetzten Exkremente richtig zu entsorgen. Entsprechend stank es fürchterlich in den Straßen und Häusern – und Krankheitserreger hatten leichtes Spiel. Die Menschen vermuteten, dass sich Krankheiten durch den Gestank übertrugen, und taten ihr Möglichstes, dem Übelgeruch vorzubeugen oder mit Parfüm entgegenzuwirken. Trotzdem konnten Seuchen wie die Pest und Epidemien nicht verhindert werden, denn Bakterien wie der Pesterreger Yersinia pestis ließen sich durch die Duftmittel nicht aufhalten.

2. … es keine Tampons gab und Binden teuer waren!

Manche Frau verzichtet heute freiwillig auf Tampons oder Binden – Free Bleeding beziehungsweise auf Deutsch “freie Menstruation” heißt der Trend. Derart trendy waren die ärmeren Frauen im Mittelalter eher unfreiwillig. Es gab in dieser Zeit zwar bereits waschbare Binden aus Stoff, aber die konnten sich nur besser gestellte Damen leisten. Wer nicht das nötige Kleingeld für kostbares Leinentuch besaß, musste der Natur freien Lauf lassen. Das Blut rann die Beine hinunter und die Damen hinterließen ihre roten Spuren.

3. … die Wäsche mühsam per Hand gewaschen werden musste

Die Menschen im Mittelalter bemühten sich nach Kräften, für Sauberkeit zu sorgen. Aber ohne moderne Errungenschaften wie Waschmaschinen und Co. war das eine Höllenarbeit. Es gab große Wäschereien in den Städten, die schmutzige Betttücher und Kleidung reinigten – und zwar mit Urin und verschiedenen Seifen. Tatsächlich wurde die Wäsche dadurch sauber, aber die Waschlauge war so aggressiv, dass sie die Haut an den Händen regelrecht auffraß.

4. … Zahnpflege zur Herausforderung wurde

Heutzutage bekommt man für ein paar Euro in jeder Drogerie eine gute Handzahnbürste. Im Mittelalter kannte man so etwas nicht. Die Menschen behalfen sich mit Süßholz und frischen Kräutern gegen fiesen Mundgeruch. Und wenn ein Zahn faulte, wurde er gezogen. Allerdings war Karies damals nicht so weit verbreitet wie in der modernen Gesellschaft – Zucker war ein seltenes und teures Gut. Das heißt, die Bevölkerung konnte gar nicht anders, als sich zahnfreundlich zu ernähren.

5. … es die Ziegenfolter gab!

Im Foltermetier zeigte sich die mittelalterliche Gesellschaft außergewöhnlich kreativ. So wurden selbst Ziegen in die Quälereien eingespannt. Die eigentlich harmlosen Tiere besitzen nämlich eine ausgesprochen fiese Waffe in ihrem Maul: eine sehr raue Zunge. Die Folterer schnürten ihre Opfer fest, schmierten deren Fußsohlen mit Salz ein und ließen die Ziegen ausgiebig daran lecken. Das kitzelt nur im ersten Moment. Je länger sie leckten, desto mehr brannte die Haut, bis sie sich irgendwann ablöste – eine Höllenqual!

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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