Richtig Abführen beim Heilfasten: Einlauf ist ungewohnt
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Richtig Abführen beim Heilfasten: Einlauf ist ungewohnt

Die Darmreinigung bereitet den Körper auf das Heilfasten vor, indem Reste der Exkremente aus dem Darm ausgeleitet werden. Dafür bieten sich in der Fastenkur unterschiedliche Wege an. Einlauf, Abführkuren und Co. können die natürliche Darmbewegung fördern und das Ausleiten von Speiseresten sowie ausgeschwemmten Schadstoffen unterstützen.

Der Einlauf - gewöhnungsbedürftige Dickdarmreinigung

Schon die alten Ägypter und Griechen nutzten den Einlauf, um den Körper durch die Reinigung des Darms von Beschwerden zu befreien. Die Gabe von Flüssigkeit über den After wurde dabei nicht nur für die Entfernung von Exkrementen verwendet, sondern auch für die Zufuhr von Heilsubstanzen und Nährstoffe, die den Ausgleich der Körpersäfte herbeiführen sollten. Tatsächlich sind die Schleimhäute des Darms äußerst aufnahmefähig, weshalb Flüssigkeiten und zugeführte Wirkstoffe über den Einlauf zugeführt werden können.

Beim Heilfasten wird jedoch vornehmlich die reinigende Wirkung auf den Dickdarm zum Einsatz gebracht. Der Körper soll durch die Fastenkur von Schlacken und Schadstoffen befreit werden. Der Einlauf unterstützt diese Vorgänge im Bereich des Darmes durch die Zufuhr von Flüssigkeit als Ergänzung zu aufgenommenen Getränken. Mittels Klistier, Irrigator oder Klyso-Pumpe wird im Knien oder Liegen Flüssigkeit in den Darm eingebracht. Hierdurch sollen Rückstände im Darm sanft gelöst und leichter ausgeschieden werden. Eine ärztliche Beratung zu den Risiken (Kreislauf-Probleme, Darmverletzungen bei falscher Vorgehensweise) sind dabei äußerst wichtig.

Welches Abführmittel passt zu mir?

Da der Einlauf nur auf den Dickdarm wirkt, kann es ratsam sein, Abführmittel zu nutzen, um den gesamten Darm zu reinigen. Hierfür bieten sich vor allem natürliche Mittel an, die den Magen-Darm-Trakt schonend entleeren und die natürliche Funktionalität des Darms positiv beeinflussen.

Flohsamen und Leinsamen zur Förderung der Darmaktivität

Leinsaat und Flohsamen gelten als natürliche Förderer der Darmaktivität. Ihre Inhaltsstoffe bilden im Darm Schleimstoffe, die den vorhandenen Kot aufweichen und ihn auf natürlichem Weg aus dem Darm entweichen lassen. Zudem unterstützen die hochwertigen Saaten den Körper mit wertvollen Inhaltsstoffen wie pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren, die das Immunsystem, den Stoffwechsel und die Durchblutung fördern helfen.

Betonit und Heilerden

Um Schadstoffe aus dem Körper auszuleiten, haben sich im Rahmen der Darmreinigung beim Heilfasten verschiedene Heilerden bewährt. Umweltgifte können sich im Körper einlagern und somit zu zahlreichen Beschwerden führen. Werden diese bei einer Fastenkur aus den natürlichen Nährstoffdepots mit ausgeschwemmt, besteht die Gefahr, dass diese im Darm wieder aufgenommen und zurück in den Organismus geführt werden. Heilerden besitzen die Eigenschaft, sich an solche Stoffe zu binden und diese somit beim natürlichen Ausscheidungsprozess aus dem Körper auszuleiten.

Bittersalz und Glaubersalz

Die beiden Salze gelten als Klassiker unter den Abführmitteln. Während Bittersalz ein Magnesiumsulfat ist, zählt Glaubersalz zu den Natriumsulfaten. Beiden Stoffen gemeinsam ist die äußerst starke Wirkung au die Darmentleerung. Zum Einsatz kommen die optisch fast identisch aussehenden Substanzen in geringen Mengen in Wasser aufgelöst und in kleinen Schlucken am Morgen getrunken. Von einer regelmäßigen Nutzung der Salze als Abführmittel ist jedoch abzuraten, da sonst schwerwiegende Nebenwirkungen über den Abführeffekt hinaus auftreten können.

Sanftes Abführen mit Pflaumensaft und Sauerkraut

Soll das Abführen eher mild und nährstoffreich umgesetzt werden, bieten sich je nach persönlichem Geschmack Pflaumensaft oder Sauerkrautsaft an. Der Saft von Pflaumen liefert neben dem Provitamin A, Vitamin C, E und mehrere Vertreter aus dem Vitamin-B-Komplex sowie Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen. Sauerkraut ist milchsauervergorener Weißkohl und enthält im Gemüse wie im Saft ebenfalls das Provitamin A, zahlreiche B-Vitamine sowie die Vitamine C, D, E und K neben Kalium, Natrium, Magnesium, Phosphor, Zink, Mangan und Eisen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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