Netzhautablösung: Wenn Sie das bemerken, sollten sich umgehend einen Arzt aufsuchen
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Netzhautablösung: Wenn Sie das bemerken, sollten sich umgehend einen Arzt aufsuchen

Eine Netzhautablösung ist eine sehr schwerwiegende Erkrankung im Auge, die zur plötzlichen Erblindung führen kann. Unfälle, Tumore, genetische Bedingtheit oder starke Kurzsichtigkeit können eine Abhebung der Netzhaut vom Augenhintergrund verursachen. Rund 30.000 Menschen sind in Deutschland pro Jahr von einer Netzhautablösung betroffen. Die gute Nachricht ist, dass durch eine sofortige Abklärung beim Augenarzt und durch entsprechende Behandlung die schweren Konsequenzen einer Erblindung verhindert oder reduziert werden können.

Was versteht man unter einer Netzhautablösung?

Medizinisch gesehen ist eine Netzhautablösung, bzw. Netzhautabhebung (Amotio retinae, Ablatio retinae), ein krankhafter Vorgang am Auge, bei dem sich die Netzhaut (Retina) von der Wand des Augenhintergrunds ablöst: Die Retina ist nur etwa 0,1 bis 0,5 Millimeter dünn und besteht aus zwei Schichten. Die äußere Schicht ist das sogenannte Pigmentepithel, die innere Schicht wird als neurosensorische Netzhaut bezeichnet.

Zusammen sind sie für den komplexen Sehvorgang zuständig, der Farbsehen, Lichtabsorption und Wärmeaustausch beinhaltet. Lösen sich diese Schichten vom Augenhintergrund ab, bezeichnet man das als Netzhautablösung. Dieser Prozess kann innerhalb weniger Tage stattfinden und ist ein augenärztlicher Notfall, denn im Zuge einer Netzhautablösung werden die Sinnes- und Sehzellen nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, sie sterben ab und es kann es zu einer rapiden Erblindung kommen. 

Ursachen einer Netzhautablösung

Wenn sich die beiden Schichten der Netzhaut vom Augenhintergrund abheben, kann das durch einen Riss oder ein Loch ausgelöst werden. In diesem Fall gelangt Flüssigkeit aus dem Glaskörper durch das Loch und führt zu einer Ablösung. Diese Risse oder Löcher wiederum können hervorgerufen werden, wenn sich der Glaskörper abhebt; etwa durch massive Kurzsichtigkeit oder im hohen Alter bedingt durch den Alterungsprozess und das fortschreitende Absterben wichtiger Zellen im Auge. Prellungen oder Tumore können ebenfalls zu einer Netzhautablösung führen sowie diabetische Retinopathie, bei der die Netzhaut geschädigt wird. 

Risikogruppen - Wer ist besonders gefährdet?

Man kann die Netzhautablösung zwar nicht direkt mit einem bestimmten Alter in Verbindung bringen, weil es auf individuelle Gegebenheiten des Auges ankommt. Es gibt jedoch eine Tendenz, wonach ab einem Alter von etwa 40 Jahren Netzhautprobleme vermehrt auftreten. Altersunabhängig hingegen sind Ablösungen der Netzhaut, wenn Unfälle, Operationen am Auge oder Verletzungen stattgefunden haben, die das Auge beeinträchtigen sowie starke Kurzsichtigkeit.

Trifft beispielsweise ein Prall auf das Auge, kann sich durch den Schlag (Augapfelprellung) der Glaskörper verkleinern und die Netzhaut abheben. Sind in der Familie Fälle von Netzhautablösung bekannt, steigt das Risiko, dass eine solche Erkrankung auftreten kann. Diabetes-Kranke sind besonders gefährdet, an Netzhaut-Schäden zu leiden, da die Blutgefäße in den Glaskörper wachsen. Zur Übersicht die Risikogruppen, bzw. Risikofaktoren:

- Menschen ab 40 sind häufiger betroffen
- Menschen mit starker Kurzsichtigkeit
- Diabetiker
- Vorangegangene Unfälle oder Verletzungen am Auge
- Operationen oder Tumore am Auge
- Familiäres Auftreten von Netzhautablösung

Symptome - Woran erkennt man eine Netzhautablösung?

Die Netzhautablösung hat sehr verschiedenartige Symptome und macht sich durch einen Ausfall im Gesichtsfeld bemerkbar, zum Beispiel durch schwarze bewegliche Punkte, die wie Regen aussehen oder eine Art schwarzer Schatten. Das mittlere Sehfeld kann in der Schärfe vermindert sein oder wie Nebel oder ein Fleck aussehen. Häufig treten Lichtblitze auf, die bei Bewegungen des Kopfes zustande kommen. Grund dafür ist ein Ziehen an der abgehobenen Netzhaut durch den Glaskörper. Die alarmierendsten Symptome einer Netzhautablösung oder noch bevor eine Ablösung stattgefunden hat, sind: 

- Schwarzer "Regen" im Sehfeld
- Sehen eines schwarzen Schattens
- Nebel, Trübung oder Fleck im zentrales Sichtfeld
- Wiederholte Lichtblitze bei Kopfbewegungen

Behandlung einer Netzhautablösung

Die augenärztliche Diagnose von Löchern oder Rissen und infolgedessen einer Netzhautablösung sind heutzutage sehr gut und eine Gefährdung rasch feststellbar. Im Falle eines Lochs oder Risses in der Netzhaut, wo noch keine oder nur eine teilweise Netzhautablösung an kleinen Stellen stattgefunden hat, kann mit dem Laser behandelt und eine Ablösung verhindert, bzw. repariert werden. Alternativ kann der Arzt in einem ambulanten Eingriff die Stellen vereisen. Umso wichtiger ist eine Konsultation beim Augenarzt, wenn eines der Symptome auftritt.

Bei Früherkennung gute Chancen zur Verhinderung der Netzhautablösung

Bei einer Früherkennung stehen die Chancen gut, die Netzhautablösung zu verhindern. Hat eine Ablösung bereits stattgefunden, können je nach Ausmaß mehrere chirurgische Verfahren den Schaden an der Netzhaut durch eine Art mechanische Silikon-Plombe oder durch die Entfernung des Glaskörpers beheben. In vielen Fällen kann aufgrund der rechtzeitigen Behandlungsmöglichkeiten ein Großteil der Sehkraft wiederhergestellt oder erhalten werden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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