Schlafprobleme •

Nasenklammer & Co.: Was taugen Hilfsmittel gegen das Schnarchen?

Regelmäßiges Schnarchen kann die Nachtruhe gehörig stören. In Apotheken, Drogerien und Online-Shops gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die das nächtliche Sägen stoppen sollen: von Nasenpflastern über Nasenklammern bis hin zu Schienen für den Kiefer. Doch nicht für alle Helfer ist eine Wirksamkeit belegt.

Protrusionsschiene gegen das Schnarchen

Bei vielen Schnarchern sinkt im Schlaf - insbesondere in Rückenlage - der Unterkiefer ab. Dadurch werden die Atemwege verengt. Spezielle Schnarch-Schienen, sogenannte Protrusionsschienen, verhindern, dass der Unterkiefer zurücksinkt. Studien zeigen, dass solche Schienen das Schnarchen bei einem Großteil der Betroffenen lindert. Belegt ist die Wirksamkeit vorwiegend für speziell vom Zahnarzt angepasste Schienen.  

Einfache Schnarch-Schienen sind im Internet schon für wenige Euro erhältlich. Sie lassen sich aber meist nicht individuell an den Kiefer anpassen. Hochwertige Schienen, die sich individuell anpassen lassen, kosten etwa ab 50 Euro aufwärts.

Nasenpflaster soll das Atmen erleichtern

Nasenpflaster werden als preiswerte Lösung gegen das Schnarchen gehandelt. Die Pflaster sind mit Kunststoff verstärkt und werden in gebogenem Zustand über die Nase geklebt. Die Spannung, die dabei entsteht, hebt die Nasenflügel an. Dadurch soll die Atmung durch die Nase erleichtert werden. Gegen das Schnarchen helfen die Pflaster allerdings nur, wenn dieses durch Probleme mit der Nasenatmung verursacht werden. Bei den meisten Betroffenen entsteht das Schnarchen allerdings im Gaumen und Rachen. In diesen Fällen können die Nasenpflaster nicht helfen. 

Nasenklammer hilft kaum gegen Schnarchen

Nach einem ähnlichen Prinzip wie die Nasenpflaster funktioniert die Nasenklammer - auch Nasenclip oder Nasenschmetterling genannt. Das kleine Teil aus Kunststoff wird von unten in die Nasenlöcher geschoben und soll die Atemwege mechanisch weiten. Wie das Nasenpflaster dürfte das den meisten Schnarchern allerdings nicht helfen, da die Ursache für das Schnarchen in der Regel im Gaumen liegt.

Schlafpositionstrainer verhindern die Rückenlage

Anfangs schnarchen Betroffene meist nur in der Rückenlage. Verschiedene Hilfsmittel sollen diese Schlafposition vermeiden. Mechanische Helfer sind zum Beispiel spezielle Kissen oder eingenähte Füllungen im Schlafanzug. Sie machen das Schlafen in Rückenlage so unbequem, dass sich der Schnarcher automatisch umdreht. Moderne Schlafpositionstrainer arbeiten mit Sensoren, die zum Beispiel in Form eines Brustgurts angelegt werden, und den Schnarcher per Vibration stören, sobald er in Rückenlage liegt. 

Kinnbinde oder Anti-Schnarchband

Als Schnarchstopper werden im Internet auch Kinnbinden und Anti-Schnarchbänder angeboten. Sie werden um den Kopf gelegt und sollen verhindern, dass der Unterkiefer in der Nacht nach unten klappt. Häufig sind die Binden allerdings zu elastisch, sodass sie nur einen geringen Effekt erzielen. Wichtig: Wer eine Kinnbinde ausprobiert, sollte unbedingt eine freie Nase haben.

Atemmasken besonders wirksam gegen Schnarchen

Als besonders wirksam gegen das Schnarchen gelten Atemmasken, die einen Überdruck in den Atemwegen erzeugen. Sie beseitigen auch eine häufige Ursache der nächtlichen Sägegeräusche, die Schlaf-Apnoe. Die Handhabung der Atemmasken ist allerdings nicht ganz einfach und sollte geübt werden. Am besten lassen Sie sich die Schlafmaske im Schlaflabor anpassen. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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