Calcium und Vitamin D: Wie sind die Zusammenhänge?
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Calcium und Vitamin D: Wie sind die Zusammenhänge?

Ob Calciummangel oder Osteoporose – zur Stärkung der Knochen wird häufig empfohlen, Calcium und Vitamin D zusammen einzunehmen. Aber wie wirken Calcium und Vitamin D im Körper? Und welche Vorteile hat ihre Kombination? Was die Einnahme bringt und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Calcium wirkt sich positiv auf die Knochengesundheit aus

Calcium ist ein Mineral, das für den Knochenumbau besonders wichtig ist:

  • Bei Kindern wird Calcium insbesondere für den Aufbau der Knochenmasse benötigt.
  • Bei erwachsenen Menschen dient das Mineral dem beständigen Auf- und Abbau der Knochen – dem sogenannten Remodeling.

Aus diesem Grund ist ein Calciummangel sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gefährlich. Während die Unterversorgung bei Kindern zu einer gestörten Knochenentwicklung (sogenannte Rachitis) führt, bewirkt sie bei Erwachsenen als Spätfolge die sogenannte Osteoporose (Knochenschwund). Eine ausreichende Versorgung mit Calcium ist deshalb für alle Menschen wichtig. Insbesondere im Alter kann dadurch ein vermehrter Knochenabbau verhindert werden.

Gut zu wissen: Entgegen einer verbreiteten Vermutung spielen Calcium und Vitamin C bei der Entstehung von Nierensteinen laut aktuellem Forschungsstand keine bedeutende Rolle.

Was ist Vitamin D?

Tatsächlich ist Vitamin D gar kein Vitamin, sondern ein Hormon. Der Körper beziehungsweise die Haut kann es mithilfe von Sonnenlicht selbst produzieren. Dabei ist insbesondere die UV-B-Strahlung wichtig. Zu wenig Bewegung an der frischen Luft kann einen Vitamin-D-Mangel begünstigen.


Risikogruppen für einen Mangel an Vitamin D sind darüber hinaus:


  • Ältere Menschen, insbesondere Heimbewohner
  • Schwangere und stillende Frauen
  • Menschen mit chronischen Darmerkrankungen, zum Beispiel Morbus Crohn

Übrigens: Die wissenschaftliche Bezeichnung der häufigsten Form des Vitamins lautet Vitamin D3. Noch genauer ist der Name Cholecalciferol (auch Calciol).

Vitamin D erleichtert dem Körper die Calciumaufnahme

Wie hängen Vitamin D und Calcium zusammen? Vitamin D3 spielt im Calcium- und Phosphathaushalt eine wichtige Rolle. Vitamin D sorgt dafür, dass:

  • mehr Calcium über den Darm aufgenommen wird.
  • Calcium verstärkt in die Knochen eingebaut wird (Mineralisierung).
  • der Parathormon-Spiegel im Blut reguliert wird (das Parathormon erhöht den Calciumspiegel im Blut).
  • mehr Calcium über die Nieren rückresorbiert wird.>

Calcium und Vitamin D sind im Stoffwechsel deshalb eng miteinander verknüpft. Erst mithilfe von Vitamin D kann der Körper das Calcium aus der Nahrung gut verwerten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Vitamin D und Calcium zusammen einzunehmen.

Calcium ist für die Knochengesundheit besonders wichtig. Eine gleichzeitige Einnahme von Vitamin D fördert dabei die Calciumaufnahme im Körper.
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Calcium ist für die Knochengesundheit besonders wichtig. Eine gleichzeitige Einnahme von Vitamin D fördert dabei die Calciumaufnahme im Körper.

Studien konnten beispielsweise zeigen: Die gemeinsame Einnahme von Calcium und Vitamin D senkt sowohl das Risiko für Frakturen als auch für den Verlust von Knochenmasse. Daher ist Vitamin D auch ein wichtiger Bestandteil der Osteoporose-Therapie.

Calcium-Räuber: Diese Stoffe hemmen die Calciumaufnahme

Während Vitamin D die Calciumaufnahme im Körper fördert, gibt es auch einige Stoffe, die die Aufnahme erschweren – und damit einen Calciummangel begünstigen können. Zu den Calcium-Räubern gehören unter anderem:

  • Phosphat: zum Beispiel in Limonade, Fertiggerichten und Wurst
  • Phytinsäure: unter anderem in Weizen, Mais und Soja enthalten
  • Oxalsäure: beispielsweise in Rhabarber und Spinat
  • Kochsalz

Dass Magnesium die Aufnahme von Calcium negativ beeinflusst, ist hingegen nicht erwiesen.

Vitamin D stärkt zudem die Muskelleistung und die Koordinationsfähigkeit. Eine ausreichende Versorgung kann deshalb insbesondere bei älteren Menschen Stürze reduzieren.

Calcium-Vitamin-D-Mangel: Was sind die Folgen und wie können Sie vorbeugen?

Ohne Vitamin D kann der Körper nicht mehr genug Calcium aus der Nahrung aufnehmen. Ein Vitamin-D-Mangel geht deshalb häufig mit einem Calciummangel einher. Der Körper bedient sich dann am größten Calcium-Depot des Menschen: den Knochen. Dabei demineralisiert der Körper das Skelett, entzieht ihm also Calcium, um den Calciumspiegel im Blut konstant zu halten. Eine Osteoporose ist die Folge, die Knochen brechen leichter.

Wenn durch einen Vitamin-D-Mangel zu wenig Calcium aufgenommen wird, baut der Körper das Mineral aus den Knochen ab.
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Wenn durch einen Vitamin-D-Mangel zu wenig Calcium aufgenommen wird, baut der Körper das Mineral aus den Knochen ab.

Damit ein Vitamin-D- beziehungsweise Calciummangel gar nicht erst entsteht, kann die zusätzliche Einnahme von Vitamin D3 und Calcium über Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein – allerdings immer nur in Absprache mit einem Arzt.

  • Stillende Frauen können kombinierte Calcium- und Vitamin-D-Präparate einnehmen.
  • Da der Körper im Alter weniger Vitamin D produziert, bietet sich auch für Senioren die Einnahme kombinierter Präparate an. Für Menschen über 50 gelten etwa 1.200 mg Calcium und 800 IE (internationale Einheiten) Vitamin D pro Tag als ideal.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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