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Magnesiummangel: 5 Ursachen der Hypomagnesiämie

Magnesiummangel kann viele Ursachen haben: Von einseitiger Ernährung über Stress und Leistungssport bis hin zu chronischen Krankheiten. Die gute Nachricht ist: Wenn Sie den Grund kennen, können Sie einer Unterversorgung mit Magnesium meist gut entgegenwirken.

Wie entsteht Hypomagnesiämie?

Bei einem krankhaften Magnesiummangel sprechen Ärzte von einer Hypomagnesiämie. Dafür gibt es drei Ursachen für Magnesiummangel:

  • Die Nahrung enthält zu wenig Magnesium.
  • Der Körper kann das zugeführte Magnesium nicht richtig verwerten.
  • Der Magnesiumbedarf ist überdurchschnittlich hoch.

Natürlich können auch alle drei Möglichkeiten ineinandergreifen.

Tagesbedarf an Magnesium

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene rund 300 bis 400 Milligramm Magnesium täglich. Die genauen Werte finden Sie in diesem Überblicksartikel zum Thema Magnesium.

Risikogruppen für Magnesiummangel

Einige Personengruppen sind besonders gefährdet, von einem Magnesiummangel betroffen zu sein, darunter:

  • Leistungssportler
  • schwer körperlich arbeitende Menschen
  • Schwangere und Stillende
  • Senioren
  • Diabetiker
  • Herzkranke
  • Krebspatienten
  • Menschen mit chronischen Stoffwechselstörungen

Die Ursache für Magnesiummangel ist vielfach ein erhöhter Bedarf. Der wiederum ist begründet in der hohen körperlichen Belastung oder in bestimmten Medikamenten, die Betroffene einnehmen müssen.

Schwangere und stillende Frauen haben einen erhöhten Magnesiumbedarf.

Mangelernährung: Zu wenig Mineralien in der Nahrung

Die simpelste Ursache für Magnesiummangel ist eine unausgewogene Ernährung:

  • zu fett
  • zu salzig
  • zu zuckerhaltig
  • zu eiweißreich

Vor allem Fertigprodukte enthalten nur wenig Magnesium. Dabei gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, die viel Magnesium enthalten – zum Beispiel Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

Mitunter ist die Ursache für Magnesiummangel aber etwas komplizierter als lediglich eine Vorliebe für Süßes und Fettiges.  Zum Beispiel bei

Dann essen die Betroffenen entweder zu einseitig oder generell zu wenig, um den Tagesbedarf decken zu können.

Organische Ursachen für Magnesiummangel

Etwa ein Prozent der Menschen ist von einer genetisch bedingten Hypomagnesiämie betroffen: Bei Ihnen sind die Mechanismen gestört, die die Aufnahme und Ausscheidung des Minerals regulieren. Ursache ist meist ein Nierendefekt.

Aber auch chronische, nicht-erbliche Krankheiten sind eine häufige Ursache für Magnesiummangel, darunter zum Beispiel:

  • Darmentzündungen wie Morbus Chron oder Zöliakie
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • eingeschränkte Darmfunktion nach Darm-OPs
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse
  • Nierenerkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Über- oder Unterfunktion der Nebenschilddrüse

Die Betonung liegt hier auf chronisch: Bei einmaligem Erbrechen oder Durchfall erholt sich der Körper sehr schnell vom hohen Flüssigkeits- und Elektrolyteverlust, der dabei entsteht.

Magnesiummangel und Verstopfung

Es ist tückisch: Ein Magnesiummangel führt häufig zu Verstopfung. Übertreiben Sie es dann mit den Abführmitteln, verlieren Sie beim Durchfall noch mehr Magnesium und verschlimmern das Verstopfungsproblem langfristig.

Medikamente als Ursache für Magnesiummangel

Die Einnahme mancher Arzneimittel hat einen erhöhten Magnesiumbedarf zur Folge, darunter:

  • Abführmittel
  • Antibabypille
  • Antibiotika
  • entwässernde Medikamente
  • Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems
  • Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen
  • Krebsmedikamente
  • Präparate gegen Herzmuskelschwäche
  • Kortison und andere Steroide

Wer derartige Medikamente einnimmt, muss also mehr Magnesium zu sich nehmen, als sonst üblich, um seinen Tagesbedarf decken zu können.

Bei Magnesiummangel tritt häufig Verstopfung auf. Abführmittel allerdings können das Problem noch verschlimmern.

Alkohol als Ursache für Magnesiummangel

Alkohol wirkt harntreibend – und zwar schon ab einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille. Durch die vermehrte Wasserausscheidung wird auch das Magnesium mit ausgeschwemmt. Bei einer durchzechten Nacht kann der Körper den Engpass gut überbrücken – insbesondere mit einem Katerfrühstück am nächsten Morgen.

Regelmäßiger Alkoholkonsum allerdings kann die Ursache für einen ernsthaften Magnesiummangel sein, denn:

  • Alkoholiker essen oft sehr wenig und haben daher Nährstoffmängel aller Art.
  • Leberzirrhose und Bauchspeicheldrüsenentzündungen sind mögliche Folgen von Alkoholmissbrauch und bringen den Magnesiumhaushalt zusätzlich aus dem Gleichgewicht.

Sport und schwere körperliche Arbeit lassen Magnesium verdunsten

Muss der Körper Höchstleistungen erbringen, verbraucht er mehr Nährstoffe und produziert vor allem viel mehr Schweiß als bei geringer oder normaler Belastung. Mit dem Schweiß wird auch Magnesium ausgeschieden. Für Leistungssportler und Menschen, die schwer körperlich arbeiten, ist eine ausreichende Versorgung mit dem Mineralstoff daher besonders wichtig.

Magnesium ist für Sportler unerlässlich – nicht nur als Puder für mehr Grip.

Stress und Magnesiummangel bilden einen Teufelskreis

Bei Stress wird Adrenalin ausgeschüttet, der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt. Die dabei ausgeschütteten Stresshormone regen die Abgabe von Magnesium ins Blut an. Überschüssiges Magnesium aus der Blutbahn wird mit dem Urin ausgeschieden. Unter Dauerstress leeren sich die Magnesiumspeicher so sehr schnell.

Gleichzeitig kann ein Magnesiummangel die Ursache für eine reduzierte Stresstoleranz sein, was zu weiterem Magnesiumverlust führt, weil immer häufiger Stresszustände entstehen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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