Lungenentzündung: Behandlung und Diagnose
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Lungenentzündung: Behandlung und Diagnose

Bei einer Lungenentzündung sollte die Behandlung so schnell wie möglich beginnen, da die Krankheit sehr schwer verlaufen kann. Leider sind die Symptome oft nicht von einer starken Erkältung oder Atemwegsinfektion zu unterscheiden. Bei einem Verdacht sollten Sie daher schnell zu einem Arzt gehen, damit er eine sichere Diagnose stellen kann.


Diagnose bei Lungenentzündung nicht unkompliziert


Fühlen Sie sich abgeschlagen und leiden Sie an Husten und Fieber, sollten Sie genau auf Ihren Körper achten: Kommen noch Symptome wie Schüttelfrost oder Luftnot hinzu, könnte eine Lungenentzündung vorliegen. Ein deutliches Alarmsignal ist Blut im Auswurf: Suchen Sie in diesem Fall sofort einen Arzt auf, damit er Ihren Verdacht bestätigen oder zerstreuen kann! Er wird Fieber messen, wenn Sie das noch nicht getan haben, und Ihre Lunge abhorchen oder abklopfen. Die Behandlung sollte im Fall der Fälle so schnell wie möglich beginnen, da die Krankheit potenziell lebensgefährlich ist.


Es gibt mehrere verschiedene Möglichkeiten, die Diagnose Lungenentzündung zu stellen. Meist schlägt der Arzt gleich mehrere Wege ein, da die Informationen, die man durch nur eine Methode bekommt, oft nicht ausreichen. Am leichtesten entdeckt man die Entzündung auf einem Röntgenbild, das von der Lunge angefertigt wird. Hier zeigen sich die entzündeten Stellen als helle Flecken.


Dass eine Entzündung vorliegt, erklärt aber noch nicht, wodurch sie ausgelöst wurde. Im Labor wird daher das Blut, der Speichel und in besonderen Fällen auch der Auswurf analysiert. Hieran zeigt sich, ob es sich bei den Erregern um Bakterien, Viren oder Pilze handelt. Je nachdem, welche Auslöser sie hat, muss bei der Lungenentzündung die Behandlung unterschiedlich ausfallen. Anhand eines Blutbildes kann der Arzt außerdem feststellen, ob eine Entzündung im Körper vorliegt, und die Anzahl der weißen Blutkörperchen lässt Rückschlüsse auf die Art der Erreger zu: Ist sie signifikant angestiegen, handelt es sich um Bakterien, bei einem leichten Rückgang sind es eher Viren, die die Krankheit verursacht haben.


Vorläufige Behandlung bei Lungenentzündung


Oft beginnt der Arzt bei Lungenentzündung sofort mit einer Behandlung, ohne die genauen Erreger zu kennen. In solchen Fällen kommt meist ein Breitband-Antibiotikum zum Einsatz, das gegen zahlreiche bakterielle Erreger wirksam ist. Schlägt es an, nehmen Sie es so lange weiter, bis der Arzt den genauen Erreger hat identifizieren können. Danach wird er Sie in den meisten Fällen umstellen auf ein Mittel, das gezielter gegen den speziellen Erreger wirkt. Schlägt es nicht an, geht die Suche weiter, bis der Erreger gefunden ist. Das geschieht durch die Laboruntersuchungen, die meist etwa zwei Tage Zeit in Anspruch nehmen.


Antibiotika gegen Bakterien


Es gibt zahlreiche unterschiedliche Bakterien, die die Krankheit auslösen können. Sind etwa Pneumokokken verantwortlich für die Lungenentzündung, zeigt die Behandlung mit Penicillin gute Wirkung. Bei anderen Bakterienarten wie etwa Chlamydien oder Legionellen kommen andere Formen von Antibiotika zum Einsatz. Oftmals wird zunächst ein Medikament verabreicht, und es zeigt sich innerhalb von 24 Stunden, ob das Mittel wirksam ist. Ist das nicht der Fall, verschreibt der Arzt ein anderes Medikament und überprüft gegebenenfalls noch einmal seine Diagnose.


Es ist besonders wichtig, dass Sie das Antibiotikum genau nach Anweisung des Arztes einnehmen. Setzen Sie es keinesfalls ab, wenn Sie denken, dass die Behandlung Ihrer Lungenentzündung schon gewirkt hat: Sie fühlen sich schnell deutlich besser, wenn das Medikament gegen die Bakterien vorgeht. Trotzdem dürfen Sie die Therapie nicht vorzeitig abbrechen, da immer noch kleine Überreste der Erreger im Körper verbleiben können. Bei einem Abbruch der Therapie erstarken sie und sind später gegen dieses Arzneimittel immun. Die Krankheit kehrt zurück, und Ihr Arzt muss ein neues wirksames Mittel finden, um Sie zu heilen. Diesen Leidensweg können Sie sich ersparen.


Infizieren Sie sich, während Sie im Krankenhaus liegen, bekommen Sie zur Behandlung der Lungenentzündung direkt eine Kombination aus mehreren verschiedenen Antibiotika verabreicht. Dies ist eine vorbeugende Maßnahme, weil viele Keime im Klinikumfeld bereits resistent gegen bestimmte Wirkstoffe geworden sind. Die Kombination erhöht die Chance, dass die Therapie trotzdem anschlägt.


Pilze und Viren


Stellt sich heraus, dass der Krankheitserreger in Ihrem Fall ein Pilz ist, bekommen Sie ein spezielles Fungizid, also ein Antipilzmittel. Bei Viren hingegen hilft nur Geduld: Hier beschränkt sich die Behandlung der Lungenentzündung allein auf die Symptome, da Medikamente Viren nicht beeinflussen. Je nachdem, wie stark das Fieber ist, kann es zum Beispiel durch Arzneimittel gesenkt werden.


Weitere Möglichkeiten zur Behandlung der Lungenentzündung


Ihr Körper ist durch die Entzündung geschwächt. Entsprechend sollten Sie ihn möglichst schonen. Halten Sie Bettruhe und bewegen Sie sich nicht zu viel. Wichtig ist auch, dass Sie ausreichend trinken, etwa Wasser oder Kräutertee. Leiden Sie allerdings an einer Erkrankung des Herzens oder der Nieren, sollten Sie mit dem Arzt absprechen, wie viel Flüssigkeit Sie zu sich nehmen sollten. Zu viel kann hier nämlich schädlich sein.


Haben Sie das Gefühl, dass Sie nicht richtig abhusten können, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt: Er kann Ihnen Hustenlöser verschreiben oder Ihnen raten, mit Kochsalzlösung zu inhalieren. Außerdem kann er Ihnen Tipps zu bestimmten Atemtechniken geben, mit denen Sie Ihre Lungen besser wieder mit Luft füllen können. Ist die Atemnot allerdings zu stark, wird er Sie zur Vorsicht ins Krankenhaus bringen lassen. Hier kann man Sie rund um die Uhr betreuen, ist bei einer Verschlechterung ihres Zustands sofort da und kann Ihnen bei Bedarf Sauerstoff verabreichen. In besonders schweren Fällen können die Pfleger auch den Schleim aus den Bronchien absaugen.


Vorsicht auch im Nachhinein!


Sie fühlen sich eigentlich schon wieder ganz wohl und denken, dass Sie wieder arbeiten könnten? Entscheiden Sie das besser nicht allein. Gehen Sie noch einmal zu Ihrem Arzt und besprechen Sie mit ihm die Lage. Rät er Ihnen, besser noch eine Weile zu Hause zu bleiben, sollten Sie diesen Rat beherzigen: So schwierig, wie die Diagnose der Krankheit zu Beginn ist, so schwer ist es auch zu sagen, wann sie ganz überstanden ist. Bleiben Sie lieber ein paar Tage länger der Arbeit fern und finden Sie langsam in den Alltag zurück: Damit, dass Sie sich überanstrengen, einen Rückfall bekommen oder Ihre Kollegen anstecken, ist niemandem gedient.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

CK
Autor/-in
Christopher Kiel
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