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Stechende Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome & Behandlung
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Stechende Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome & Behandlung

Stechende Kopfschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Oft stecken die primären Kopfschmerzformen Migräne und Cluster-Kopfschmerzen hinter den unangenehmen Beschwerden. Doch stechende Kopfschmerzen können auch auf ernste Erkrankungen hindeuten. Stechende Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome & Behandlung.

Was sind stechende Kopfschmerzen?

Stechende Kopfschmerzen und bohrende Kopfschmerzen beschreiben eine bestimmte Form der Kopfschmerzen. Stechende Kopfschmerzen sind meist sehr intensiv und für die Betroffenen sehr unangenehm. „So als würde jemand mit einer Nadel in den Kopf stechen“ – beschreiben zum Beispiel Cluster-Kopfschmerz-Patienten den intensiven Schmerz.

Der Schmerz wird von den meisten Patienten als unerträglich und bohrend beschrieben, “als würde man mir eine glühende Nadel ins Auge stoßen”. Tränenfluss oder eine verstopfte Nase gehören zu den Begleiterscheinungen ebenso wie die von der Migräne bekannten Symptome Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Was den Cluster-Kopfschmerz jedoch von einer Migräne unterscheidet ist das Verhalten des Patienten: Während Migränekranke Ruhe und Dunkelheit suchen, ist der Cluster-Patient ruhelos.

— Deutsche Schmerzliga e.V.

Migräne und Cluster-Kopfschmerzen sind die häufigsten Ursachen für stechende Kopfschmerzen Für die Betroffenen sind diese beiden Kopfschmerzarten eine starke Belastung und schränken die Lebensqualität oft deutlich ein. Doch sie sind nicht gefährlich. Migräne und Cluster-Kopfschmerzen gehören zu den sogenannten primären Kopfschmerzen (idiopathischen Kopfschmerzen). Das heißt, sie sind ein eigenständiges Krankheitsbild. Stechende Kopfschmerzen können aber auch sekundär (symptomatisch) sein, also ihren Ursprung in einer anderen körperlichen Erkrankung haben.

Stechende Kopfschmerzen als sekundärer Kopfschmerz

Stechende Kopfschmerzen können als Symptom andere Erkrankungen begleiten. Dazu gehört unter anderem die Trigeminusneuralgie, auch Gesichtsschmerz genannt. Neuralgien beschreiben blitzartig einschießende starke Schmerzen, die im Bereich eines bestimmten Nervs auftreten. Der Trigeminus (Nervus trigeminus) ist ein Gehirnnerv mit drei Ästen: einem Augen-, Oberkiefer- und Unterkieferast. Betroffene mit Trigeminusneuralgie haben mit bis zu 40 Schmerzattacken pro Tag zu kämpfen. Der intensive stechende Schmerz ist das Hauptsymptom.

Gehirn-Entzündungen, Gefäßkrankheiten im Bereich des Kopfes, Verletzungen, Erkrankungen von Augen, Ohren und Nase sowie Gehirntumoren sind weitere Erkrankungen, die stechende Kopfschmerzen als Symptom haben können. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann den stechenden Kopfschmerz verursachen.

Diagnose: Was steckt hinter stechenden Kopfschmerzen?

Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS = International Headache Society) unterscheidet über 200 verschiedene Kopfschmerzarten. Ob die stechenden Kopfschmerzen ihren Ursprung in den beiden Kopfschmerzarten Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen haben oder ob eine andere Ursache der Auslöser ist, muss ein Arzt untersuchen. Erst wenn bekannt ist, woher der Schmerz kommt, kann er zielgerichtet behandelt werden. Leiden Sie häufiger unter stechenden Kopfschmerzen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine erste Anlaufstelle ist ein Allgemeinmediziner oder ein Arzt für Innere Medizin. Dieser wird Sie zur weiteren Abklärung möglicherweise an einen anderen Facharzt überweisen. Das kann beispielsweise ein Neurologe, ein Schmerztherapeut, ein Orthopäde oder ein Zahnarzt sein – abhängig von dem Verdacht, den der Arzt hat.

Kopfschmerz-Tipp
Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch. Ihre Aufzeichnungen helfen dem Arzt, der Ursache der stechenden Kopfschmerzen auf die Spur zu kommen. Tragen Sie ein, wann Sie Kopfschmerzen haben, wie lange diese dauern, wie sie sich anfühlen (am besten auf einer Schmerzskala von eins bis zehn), welche Trigger (Auslöser) Sie vermuten und was Sie zuvor gegessen, getrunken und gemacht haben. 
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Stechende Kopfschmerzen behandeln – das hilft

Verspüren Sie stechende Kopfschmerzen, können Sie es zuerst mit Hausmitteln versuchen. Ruhen Sie sich aus. Legen Sie sich am besten eine Weile ins Bett, dunkeln Sie den Raum ab und schalten Sie Störquellen wie Radio und Fernseher aus. Ein Ingwertee kann möglicherweise helfen, die Beschwerden zu lindern. Ingwer enthält schmerzmittelähnliche Substanzen. Durchblutungsfördernd und kühlend wirkt etwas Pfefferminzöl auf den Schläfen. Aber Achtung: Das ätherische Öl darf auch keinen Fall zu nah an die Augen gelangen. Ist Ihnen nach Bewegung, können Sie auch das ausprobieren. Oftmals tut ein Spaziergang an der frischen Luft gut. Achten Sie zudem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Stechende Kopfschmerzen – wann zum Arzt?

Ist der stechende Kopfschmerz sehr stark ausgeprägt, tritt er sehr plötzlich und zum ersten Mal auf oder verstärkt sich ein bekannter Kopfschmerz, sollten Sie bei Ihrem Hausarzt anrufen und Ihre Beschwerden schildern. Er wird dann einschätzen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Generell ist es bei stechenden Kopfschmerzen wichtig, herauszufinden, ob ernstere Erkrankungen hinter den Beschwerden stecken. Mit höherem Alter steigt das Risiko eines gefährlichen Kopfschmerzes an. In jüngeren Jahren dominieren Migräne und Spannungskopfschmerzen.

Im Notfall 112 wählen!
Achtung: Kommen zu den stechenden Kopfschmerzen Einschränkungen in der Mimik, Sprache, Motorik hinzu oder treten einseitige Lähmungserscheinungen auf, sollten Sie an einen Schlaganfall denken und umgehend den Notarzt unter 112 rufen. 
Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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