Knöchel verstaucht? Was Sie als erstes tun sollten
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Knöchel verstaucht? Was Sie als erstes tun sollten

Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon ist es passiert - der Fuß ist umgeknickt, der Knöchel verstaucht. Das kann Ihnen beim Sport genauso passieren, wie beim Stolpern auf unebenen Flächen.

Für modebewusste Damen gilt: Das Tragen von High Heels kann das Risiko erhöhen, dass das Fußgelenk umknickt und dabei verstaucht wird. Der erste Schreck ist meist sehr groß, aber nicht in allen Fällen muss ein umgeknickter Knöchel bedeuten, dass schlimme Verletzungen vorliegen. Was sie als erstes tun sollten, erfahren sie hier.

Erste Hilfe Maßnahmen sind wichtig

Vertrampen, verstauchen oder im medizinischen Fachbegriff auch Distorsion genannt: Ist der Knöchel nach dem Umknicken geschwollen und schmerzt, sollten Sie so schnell wie möglich schmerzlindernde und abschwellende Maßnahmen ergreifen. Das hilft nicht nur die Beschwerden zu lindern, es kann auch weiteren Verletzungen vorbeugen. Erste Hilfe Maßnahmen, wenn das Fußgelenk verstaucht wurde, können Sie nicht nur zu Hause anwenden, auch für unterwegs gibt es sinnvolle und hilfreiche Methoden der einfachen Erstversorgung. Ein wichtiges Stichwort ist hier die sogenannte PECH-Regel. Pech ist hier natürlich nicht im Sinne von Unglück zu verstehen, die PECH-Regel beschreibt die Anfangsbuchstaben der vier wichtigsten Maßnahmen zur Ersten Hilfe, bei einem verstauchten Fußgelenk.

P für Pause

Egal ob Sie sich auf dem Sportplatz befinden und gerade ein spannendes Match bestreiten, egal ob Sie beim Joggen kurz vor dem Ziel sind oder sich auf dem Weg zu einem Termin oder einer wichtigen Verabredung befinden: Ist der Knöchel umgeknickt und macht sich ein Schmerz bemerkbar, müssen Sie zunächst eine Pause einlegen. Suchen Sie sich unter Schonung des umgeknickten Fußes erst mal eine Sitzgelegenheit, atmen Sie tief durch und stellen Sie alles andere hinten an. Wer jetzt einfach weitermacht und den oftmals blitzartig einsetzenden Schmerz ignoriert, der riskiert im schlimmsten Fall schwere Verletzungen mit einem langwierigen Heilungsprozess.

E für Eis

Der zweite Punkt der PECH-Regel beantwortet gleich eine der häufigsten Fragen bei der Ersten Hilfe für umgeknickte und geschwollene Knöchel: wärmen oder kühlen? Ist das Fußgelenk verstaucht, sollten Sie in jedem Fall die Kaltvariante anwenden. Wenn Sie dazu selbstgemachte Packungen mit Eis verwenden, ist es wichtig, diese nicht direkt auf die Verletzung zu legen. Lieber noch ein Handtuch zwischen Eispackung und verletzter Stelle platzieren und die Einwirkungsdauer pro Anwendung auf 10 bis 15 Minuten beschränken. Besonders praktisch, gerade wenn Sie unterwegs sind, sind Kühlbandagen, die extra für diesen Zweck hergestellt wurden. Neben der abschwellenden Wirkung  durch den Kühleffekt, haben diese praktischen kleinen Notfallhelfer auch eine komprimierende Wirkung - das verstauchte Fußgelenk wird gestützt, der umgeknickte Knöchel entlastet. Wenn Sie regelmäßig im Gelände unterwegs sind oder viel Sport treiben, empfiehlt sich in jedem Fall die prophylaktische Mitnahme dieser praktischen DIY Emergency Kits.

C für Compression

Auch ein Verband gehört zu den sinnvollen Erste Hilfe Maßnahmen, wenn der Knöchel nach dem Umknicken geschwollen ist und Schmerzen verursacht. Den sogenannten Kompressionsverband können Sie mit elastischen Binden rund um den Knöchelbereich selbst anlegen. Auch das stabilisiert den verletzten Knöchel und entlastet das Gelenk. Dabei gilt: Der Verband darf fest anliegen, sollte den Fußbereich, der beim Umknicken verletzt wurde, aber nicht zu stark einschnüren. Als Richtlinie für das Vermeiden zu fester Bandagen sollten Sie hier darauf achten keine Druckstellen und zusätzliche Schmerzen zu verursachen.

H wie Hochlagern

Ist der Knöchel umgeknickt, sollte der betroffenen Fuß am besten hochgelagert werden. Auch das hat, neben den anderen wichtigen Maßnahmen, einen entlastenden und abschwellenden Effekt. Mehrere zusammengefaltete Decken oder große Kissen erfüllen hier einen guten Zweck und sorgen für Schmerzlinderung. Möglichst viel Ruhe ist wichtig, damit sich der umgeknickte Knöchel so rasch wie möglich erholen kann. Zur Linderung von Beschwerden können Sie zusätzlich auch eine Salbe gegen Prellungen auftragen. Die äußere Anwendung hat hier den Vorteil, dass die Magenschleimhaut nicht belastet wird, was bei der Einnahme von Schmerztabletten nicht immer ausgeschlossen werden kann. Die Bänder am Sprunggelenk sind sehr robust, ein Umknicken des Knöchels führt daher eher selten dazu, dass sie reißen. Wenn es einmal passiert ist, dass Sie schmerzhaft umgeknickt sind, sollten Sie in jedem Fall ein paar Tage etwas kürzertreten und die betroffene Fußregion gut im Auge behalten. Lassen die Schmerzen nicht nach, schwillt der Fuß sehr stark an und ist über den Knöchel hinaus blau unterlaufen, dann sollten Sie nicht zögern und einen Arzt aufsuchen, um eine genaue Diagnose zu ermöglichen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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