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Hygiene im Krankenhaus: So schützen Sie beim Besuch den Kranken und sich
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Hygiene im Krankenhaus: So schützen Sie beim Besuch den Kranken und sich

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation haben Krankenhäuser die Besuchsmöglichkeiten stark eingeschränkt, um das Infektionsrisiko auf den Stationen zu senken.

Dürfen An- und Zugehörige die Kranken besuchen, ist Hygiene im Krankenhaus nicht nur mit Blick auf Covid-19 wichtig. Krankenhaushygiene: So schützen Sie beim Besuch den Kranken und sich.

Besuchsverbot: Für Besucher und Kranke eine Belastung

Besuche im Krankenhaus sind aufgrund der Corona-Situation schwierig: Viele Krankenhäuser haben die Kontaktmöglichkeiten zu Kranken – vor allem Corona-Patienten – stark eingeschränkt. Damit versuchen die Krankenhäuser, das Ansteckungsrisiko zu senken und die Verbreitung des Virus einzudämmen. Für Kranke sowie An- und Zugehörige ist das fehlende Besuchsrecht eine große Belastung, besonders wenn Schwerstkranke davon betroffen sind. Von Seiten der Krankenhäuser sind die strengen Regeln wichtige Schutz- und Hygienemaßnahmen.

Keimrisiko: Krankenhaushygiene senkt Infektionsgefahr

Nicht nur während der Corona-Pandemie spielt Hygiene im Krankenhaus eine bedeutende Rolle. Jeden Tag gehen eine Menge Menschen in den Spitälern ein und aus: Mitarbeiter, Patienten, Besucher. Sie alle sind potenzielle Keimträger und können krankmachende Erreger wie Viren und Bakterien zu den geschwächten Kranken bringen – oder sich im Krankenhaus selbst anstecken. Nicht nur für das Krankenhauspersonal ist die Einhaltung von Hygienestandards daher von großer Wichtigkeit. Auch Besucher und Kranke können einen entscheidenden Teil dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu senken und die Hygiene in Krankenhäusern zu unterstützen.

Krankenhaushygiene: Sechs Besucher-Regeln für die Hygiene im Krankenhaus

An sechs wichtige Regeln zur Hygiene im Krankenhaus sollten sich Besucher halten:

  1. Regelmäßig Hände waschen: Nutzen Sie die Besuchertoiletten und waschen Sie sich dort nach der Ankunft im Krankenhaus sowie vor dem Verlassen gründlich die Hände. Über die Hände werden mehr als 80 Prozent der Keime übertragen. Eine gründliche Händehygiene ist daher ein wichtiger Teil der Besucherhygiene im Krankenhaus.
  2. Hände desinfizieren: Ebenso wichtig wie das Händewaschen ist im Krankenhaus die Händedesinfektion. Desinfizieren Sie sich die Hände, bevor Sie das Krankenzimmer betreten und nachdem Sie es verlassen haben, um die Keimzahl an Ihren Händen weiter zu reduzieren. Achten Sie darauf, Handgelenk, Handrücken, Handflächen, Daumen, Finger, Fingerzwischenräume und Fingerspitzen komplett mit dem Desinfektionsmittel zu benetzen. Der Vorgang sollte 30 Sekunden dauern. So lange braucht das Desinfektionsmittel, um zu wirken.
  3. Hände aus dem Gesicht: Achten Sie darauf, sich im Rahmen der Krankenhaushygiene beim Besuch möglichst nicht ins Gesicht zu greifen, um einer Infektion vorzubeugen. Über die Hände können Krankheitserreger an die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen gelangen – die Eintrittstore in den Körper.
  4. Abstand halten: Abstand zum Erkrankten halten gehört ebenfalls zur Hygiene im Krankenhaus. Auch wenn es schwerfällt: Verzichten Sie weitestgehend auf Händeschütteln, Umarmungen und Küsse. Ist das Immunsystem des Kranken geschwächt, ist er nicht nur anfälliger für krankmachende Erreger. Eine Infektion kann zudem den Heilungsverlauf erschweren und sogar zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
  5. Mundschutz, Kittel und Handschuhe: Noch wichtiger als auf der Normalstation sind Hygienemaßnahmen auf der Intensivstation des Krankenhauses. Vor Betreten des Krankenzimmers müssen Besucher in der Regel einen Kittel anziehen, Hände desinfizieren, Handschuhe tragen und einen Mundschutz anziehen. Teilweise sind auch Schuh-Überzieher und Schutzhauben notwendig. Auch wenn das Anziehen der Schutzkleidung sowie die Beachtung der Hygieneregeln auf der Intensivstation umständlich erscheinen mögen: Halten Sie sich streng an die Vorgaben des Krankenhauspersonals zur Krankenhaushygiene – dem Kranken zuliebe und auch zu Ihrem Schutz. Ist das Infektionsrisiko besonders groß oder tragen Patienten nachweislich resistente Keime in sich, werden sie auf Isolierstationen in ein Einzelzimmer verlegt. Dann sind Besuche nicht mehr möglich.
  6. Besuche bei Erkältungen meiden: Sind Sie erkältet, sollten Sie auf Besuche im Krankenhaus ganz verzichten. Denn die Gefahr ist groß, dass Sie eigene Keime auf den Patienten übertragen und ihn anstecken. Beim Sprechen, Husten und Niesen gelangen die Krankheitserreger in die Umgebungsluft und können vom Erkrankten eingeatmet werden ein eine Infektion auslösen (Tröpfcheninfektion). Eine zusätzliche Erkältung kann den Heilungsverlauf erschweren und in schlimmeren Fällen zu gesundheitlichen Komplikationen führen. Der freiwillige Besuchsverzicht bei Erkältung ist daher eine wichtige Hygienemaßnahme im Krankenhaus.

Desinfektionsmittelspender: Hände richtig desinfizieren im Krankenhaus

Überall im Krankenhaus finden sich Pumpspender mit Desinfektionsmittel. Diese stehen sowohl dem medizinischen Personal als auch den Besuchern und Patienten zur Verfügung. Eine regelmäßige Händedesinfektion verhindert, dass sich Krankheitserreger im Krankenhaus verbreiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat fünf Indikationen der Händedesinfektion im Kontakt mit Patienten erfasst, um die Hygiene in Krankenhäusern zu verbessern. Demnach müssen die Hände desinfiziert werden:

  1. vor Patientenkontakt,
  2. vor aseptischen Tätigkeiten,
  3. nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material,
  4. nach Patientenkontakt,
  5. nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarere Umgebung des Patienten.

Die fünf Indikationen der Händedesinfektion sind ein essenzieller Leitfaden für medizinisches Personal und helfen auch Besuchern Orientierung für eine gründliche Krankenhaushygiene.

Besucherordnung beachten: Sind Blumen erlaubt?

Jedes Krankenhaus hat (Hygiene-)Vorschriften für Besucher, die in der sogenannten Besucherordnung festgehalten sind. Möchten Sie dem Kranken bestimmte Gegenstände, Kleidung, Essen oder Geschenke wie Blumen mitbringen, rufen Sie zuvor im Stationszimmer des Krankenhauses an und fragen Sie nach, was im individuellen Fall möglich ist. So senken Sie mögliche gesundheitliche Risiken für den Erkrankten. Die Regeln für Intensivstation und Isolierzimmer sind natürlich strenger als auf der normalen Station.

Besonders Blumen sind aus hygienischen Gründen auf vielen Stationen weniger gern gesehen. Pflanzen in Töpfen sind verboten, da in der Blumenerde Keime und Bakterien sein können. Auch stark duftende Blumen sind ungeeignet, da sie bei den Patienten Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen können. Auf Intensivstationen sind Blumen generell nicht gestattet. Dann ist mit Blick auf die Krankenhaushygiene ein schönes eingerahmtes Foto eine alternative Geschenkidee für den Kranken.

Multiresistente Keime
Viele Krankenhausinfektionen werden durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Stämme (MRSA) verursacht. Die Besonderheit von MRSA-Stämmen ist, dass sie gegen wichtige Antibiotika resistent sind. Experten sprechen bei diesen Keimen, die in Krankenhäusern erworben werden (Krankenhauskeime) auch von multiresistenten Keimen. Schwere Infektionen mit Staphylococcus aureus, wie beispielsweise eine Sepsis (Blutstrominfektion), verlaufen aufgrund der Widerstandsfähigkeit der Erreger immer wieder tödlich.
Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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