Bradykardie: Ursachen und Therapie des langsamen Herzschlags
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Bradykardie: Ursachen und Therapie des langsamen Herzschlags

Ein langsamer Herzschlag kann viele Ursachen haben. Bei gesunden Sportlern gilt er als harmlos. Gefährlich ist die langsame Herzfrequenz vor allem bei älteren Menschen oder wenn ihr eine Herzerkrankung zugrunde liegt. Mediziner sprechen dann von einer Bradykardie.

Wie äußert sich eine Bradykardie?

Normalerweise schlägt das Herz bei Erwachsenen in Ruhe etwa 60- bis 80-mal pro Minute. Bei Ausdauer- und Leistungssportlern kann dieser Ruhepuls auch deutlich niedriger liegen, etwa bei nur 40 bis 50 Schlägen pro Minute. Dies ist möglich, weil der Herzmuskel durch das Training besonders kräftig ist und in Ruhe weniger Schläge benötigt als bei untrainierten Menschen. Sinkt der Herzschlag allerdings durch eine Erkrankung oder durch Medikamente deutlich unter 60 Schläge pro Minute, besteht die Gefahr, dass Gehirn und Organe zu wenig Sauerstoff bekommen. Die Bradykardie muss dann behandelt werden.

Ursachen einer Bradykardie

Nicht selten sind Medikamente die Ursache einer Bradykardie. Unter anderem können Betablocker und Antiarrhythmatika (Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) den Herzschlag herabsetzen. In diesen Fällen sollte die Medikation sowie die Dosierung überprüft und gegebenenfalls das Medikament gewechselt werden. Weitere mögliche Ursachen einer Bradykardie sind:

  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzinfarkt
  • Vorhofflimmern
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Herzmuskelentzündung
  • Störungen des Elektrolythaushaltes
  • Drogen- oder Alkoholkonsum

Symptome: So äußert sich ein langsamer Herzschlag

Nicht immer spüren Betroffene einer Bradykardie Symptome. Schlägt das Herz allerdings so langsam, dass das Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommt, kann es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen kommen. Einige Patienten werden sogar bewusstlos. Auf Dauer kann eine Bradykarde zu einer Herzschwäche oder anderen Organschäden führen. Es ist daher wichtig, die Ursache zu finden und die Bradykardie zu behandeln.

Bradykardie: Diagnose per EKG

Ein langsamer Herzschlag lässt sich oft schon von den Betroffenen selbst erkennen, wenn sie den Puls fühlen. Eine sichere Diagnose kann der Arzt per Elektrokardiogramm (EKG) stellen. An dem EKG lässt sich in vielen Fällen auch schon die Ursache erahnen - beispielsweise wenn die Bradykardie durch Vorhofflimmern ausgelöst wird.

Therapie der Bradykardie

Nicht immer muss eine Bradykardie behandelt werden. Wichtig ist zunächst, die Ursache zu erkennen und gegebenenfalls die Grunderkrankung zu behandeln. Treten Symptome wie Schwindel oder Übelkeit auf oder sinkt der Puls unter 40 Schläge pro Minute, muss auch unabhängig von der Grunderkrankung eine Therapie erfolgen. Häufig ist dazu der Einsatz eines Herzschrittmachers nötig. Dieser gibt dem Herzens die fehlenden Impulse, damit es wieder regelmäßig schlägt. 

Das Implantieren eines Herzschrittmachers kann die Lebensqualität von Betroffenen um ein Vielfaches optimieren.
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Das Implantieren eines Herzschrittmachers kann die Lebensqualität von Betroffenen um ein Vielfaches optimieren.

Herzschrittmacher zur Behandlung der Bradykardie

Ein Herzschrittmacher wird in der Regel unterhalb des Schlüsselbeins unter die Haut oder unter den Brustmuskel eingesetzt. Von dort führen die Elektroden bis ins Herz. Anders als ältere Herzschrittmacher überwachen neuere Modelle den Herzschlag und geben erst dann Impulse ab, wenn der Herzschlag unregelmäßig oder zu langsam ist. Für die Betroffenen bedeutet das Gerät nur wenig Einschränkung - im Gegenteil: Viele Patienten fühlen sich mit Herzschrittmachern wieder deutlich leistungsfähiger als vorher. Allerdings müssen Träger eines Herzschrittmachers von starken Magneten sowie einigen elektrischen Geräten Abstand halten. Sie können die Arbeit des Herzschrittmachers stören. Über mögliche Vorsichtsmaßnahmen informiert Sie der behandelnde Arzt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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