Warum wir gesunden Schlaf brauchen

Schlaf ist wichtig für die Erholung und Regeneration von Körper und Gehirn. Durch die Ruhe verbraucht der Körper  weniger Energie. Es werden Eiweißstoffe gebildet, die die Körperzellen benötigen, um zu wachsen und sich neu zu bilden. Unter anderem erneuern sich die Abwehrzellen, die unser Immunsystem stärken. Das Gehirn verarbeitet im Schlaf die Informationen des Tages und speichert die wichtigen Daten ab. Schlaf ist also auch wichtig für das Gedächtnis.

Schlafdauer: meist sechs bis acht Stunden

Wann und wie viel wir schlafen, also unser Schlafrhythmus, wird vor allem durch das Tageslicht gesteuert. Bei Dunkelheit schüttet der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin aus. Licht hingegen hemmt die Bildung von Melatonin.

Die meisten Erwachsenen benötigen sechs bis acht Stunden Schlaf, um sich am nächsten Tag ausgeruht zu fühlen. Der tatsächliche Schlafbedarf ist aber von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Manche Menschen brauchen nur vier Stunden SchIaf pro Nacht. Andere müssen zehn Stunden schlafen, um sich ausgeruht zu fühlen. Außerdem nimmt der Schlafbedarf im Laufe des Lebens ab. Während Säuglinge noch etwa 16 Stunden pro Tag schlafen, sind es bei Senioren oft nur noch fünf bis sechs Stunden.

Schlafphasen: REM-Schlaf und Tiefschlaf

Häufig merken wir nur, ob wir gut oder schlecht geschlafen haben. Die einzelnen Schlafphasen sind uns selten bewusst. Forscher können unter anderem durch Messung der Augen-Bewegungen, der Muskel-Anspannung und der Hirnströme messen, wie aktiv das Gehirn ist und in welcher Schlafphase wir uns befinden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Schlaf-Arten, die sich im Laufe der Nacht abwechseln: den REM-Schlaf und den Nicht-REM-Schlaf. REM steht für "rapid eye movement", also schnelle Augenbewegung. In dieser Schlafphase bewegen sich die Augen sehr schnell, das Gehirn ist aktiver als in den Tiefschlafphasen. In der REM-Schlafphase träumen wir wahrscheinlich am meisten. An Träume der REM-Phase erinnern wir uns in der Regel besser als an die Träume aus einer anderen Schlafphase.

Gegen Ende der Nacht werden die REM-Schlafphasen häufiger und länger und die Phasen des Tiefschlafs kürzer.

Ursachen von Schlafstörungen

Etwa jeder dritte Mensch in Deutschland leidet gelegentlich oder dauerhaft unter Schlafstörungen, bei Berufstätigen sind es mehr als die Hälfte. Häufig ist der Schlaf nicht erholsam, Betroffene fühlen sich müde und weniger leistungsfähig. Unter schweren Schlafstörungen, der sogannnten Insomnie, leidet etwa jeder zehnte.

Häufige Ursachen für Schlafstörungen sind Lärm, Stress, Medikamente oder bestimmte Lebensgewohnheiten. Unter anderem können unregelmäßige Schlafenszeiten, Alkohol, Kaffee oder schwere Mahlzeiten die Schlafqualität beeinträchtigen. Auch Schichtarbeit ist ein möglicher Grund für Schlafstörungen.

Krankheiten als Ursachen von Schlafstörungen

In einigen Fällen stecken allerdings seelische oder körperliche Erkrankungen hinter der Schlafstörung. Unter anderem haben Menschen mit Depressionen häufig Probleme, einzuschlafen oder durchzuschlafen.

Auch Atemaussetzer im Schlaf - die sogenannte Schlaf-Apnoe - können Schlafstörungen verursachen. Von behandlungsbedürftigen Atempausen spricht man, wenn mehr als zehn mindestens 10 Sekunden lange Atempausen in einer Stunde auftreten.

Andere mögliche Ursachen für Schlafstörungen sind Herz- oder Lungen-Erkrankungen, Erkrankungen der Schilddrüsen, Sodbrennen oder Schmerzen.

Schlafstörungen ärztlich abklären lassen

Starke Schlafstörungen sollten am besten von einem Spezialisten abgeklärt werden. Dieser kann den Schlaf in einem Schlaflabor untersuchen. Dabei schlafen Betroffene in einem lärmgeschützten Zimmer und werden überwacht. Unter anderem misst der Arzt Blutdruck, Augen-Bewegungen, Herztätigkeit und die Anspannung der Muskeln im Schlaf. Anhand dieser Messwerte lassen sich Ursachen für Schlafstörungen klären und mögliche Therapien finden. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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