Rückenmythen: Die häufigsten Irrtümer über Rückenschmerzen
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Rückenmythen: Die häufigsten Irrtümer über Rückenschmerzen

"Ich habe Rückenschmerzen, da bleibe ich lieber im Bett": So oder ähnlich denken viele Menschen, wenn es im Kreuz schmerzt. Doch gerade bei Rückenschmerzen ist Schonung häufig das Falsche. Wir haben die häufigsten Irrtümer über Rückenschmerzen gesammelt.

Irrtum Nr. 1: Bei Rückenschmerzen sollte man sich schonen

Falsch! Ein Großteil der Rückenschmerzen lässt sich auf Verspannungen oder Bewegungsmangel zurückführen. Bewegung zählt daher nicht nur zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Rückenschmerzen, sondern kann diese auch lindern. Zwar ist es bei heftigen, akuten Schmerzen manchmal nötig, sich zu schonen, doch das sollten Sie nicht zu lange tun. Versuchen Sie lieber, die Schmerzen durch Wärme, Schmerzmittel (nur vorübergehend) oder einen Besuch beim Arzt zu lindern, damit Sie sich möglichst bald wieder bewegen können.  

Irrtum Nr. 2: Nur alte Menschen haben Rückenschmerzen

Quatsch! Gerade akute Schmerzen durch Verspannungen oder Bewegungsmangel kommen bei jungen Menschen genauso häufig vor wie bei älteren Menschen. Auch Bandscheibenvorfälle treffen häufig auch schon relativ junge Frauen und Männer. Nur Verschleißerscheinungen wie Arthrose, Osteoporose oder Spinalkanalstenose sind bei älteren Menschen häufiger, weshalb sie auch häufiger unter chronischen Rückenschmerzen leiden.

Irrtum Nr. 3: Harte Matratzen sind gut für den Rücken

Nein! Eine zu harte Matratze kann sich der Wirbelsäule nicht ausreichend anpassen, dadurch kann es zu Verspannungen und Rückenschmerzen kommen. Zu weich sollte die Matratze ebenfalls nicht sein, da die Wirbelsäule dann nicht genügend Halt hat. Außerdem spielt noch eine Rolle, ob Sie vorwiegend seitlich, auf dem Bauch oder auf dem Rücken schlafen. Lassen Sie sich am besten im Fachgeschäft beraten, welche Matratze für Sie geeignet ist. 

Irrtum Nr. 4: Ein Hexenschuss ist das Gleiche wie ein Bandscheibenvorfall

Falsch! Der "Hexenschuss" ist ein umgangssprachlicher Begriff für einen plötzlich einsetzenden, stechenden Schmerz im Rücken. Dieser kann viele Ursachen haben. Ein Bandscheibenvorfall ist dagegen medizinisch genau definiert. Dabei rutscht der innere Kern einer Bandscheibe heraus und drückt auf die Nerven. Das verursacht mehr oder weniger starke Schmerzen sowie häufig auch Kribbeln oder Taubheitsgefühle. 

Irrtum Nr. 5: Bei einem Bandscheibenvorfall hilft nur eine Operation

Auch das ist falsch! Ein Großteil der Bandscheibenvorfälle lässt sich mit Physiotherapie oder Injektionen gut behandeln. Inzwischen werden auch häufig minimalinvasive Verfahren anstelle einer richtigen Operation angewendet. Dabei werden beispielsweise Katheter oder Bandscheibenlaser eingesetzt. Nur in komplizierten und schweren Fällen entscheiden sich Ärzte bei einem Bandscheibenvorfall heute noch für eine Operation. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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