Eine Kur beantragen: Schritt für Schritt zur Bewilligung
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Eine Kur beantragen: Schritt für Schritt zur Bewilligung

Unter gewissen gesundheitlichen Voraussetzungen können Sie eine Kur beantragen. Ambulant oder stationär bekommen Sie dann an anerkannten Kurorten die Behandlungen, die Ihre Gesundheit wieder herstellen. Welche verschiedenen Formen von Kuren es gibt, für wen sie sich eignen und wie Sie die Bewilligung erhalten, erfahren Sie hier.

Mit dem Arzt die Kur beantragen

Ihr erster Weg führt Sie zu Ihrem Hausarzt. Fragen Sie ihn, ob er eine Kur in Ihrem Fall für angebracht hält. Er kennt Ihr Krankheitsbild im Normalfall und kann sie gut beraten. Allerdings ist nicht jeder Arzt verordnungsberechtigt. Wer als Arzt für einen Patienten eine Kur beantragen möchte, muss eine Weiterbildung absolviert haben, die ihn zum Bade- beziehungsweise Kurarzt macht. Verfügt Ihr Arzt nicht über diese Berechtigung, kann er sie an einen Kur- oder Badearzt überweisen.

Stellt der Arzt fest, dass eine Kur Ihnen guttun würde, legt er mit Ihnen zusammen die Ziele der Therapie und ihre Schwerpunkte fest. Im nächsten Schritt besorgen Sie das Antragsformular Ihrer Krankenkasse. In den meisten Fällen werden Sie online fündig und können das Gewünschte einfach herunterladen und ausdrucken. Der Arzt füllt es mit Ihnen aus, und dann reichen Sie es zusammen mit den Dokumenten, die der Arzt Ihnen zum Beweis der Notwendigkeit der Kur aushändigt, bei der Kasse ein. Achtung: Eine Kur an einem anderen Ort wird Ihnen nur dann bewilligt, wenn alle geeigneten Therapiemöglichkeiten in Ihrer Heimatstadt ausgenutzt worden sind!

Gegen eine Ablehnung ist ein Widerspruch möglich

Die Unterlagen, mit denen Sie die Kur beantragen, werden nun vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen geprüft. Aus ihnen muss klar hervorgehen, dass das Risiko einer Erkrankung besteht und dass ihr Ausbruch durch die Kur verhindert oder zumindest verzögert werden kann. Im Falle eines Unfalls oder einer Operation, wenn Sie also eine rehabilitierende Kur benötigen, ist die Rentenversicherung zuständig. In diesem Fall muss Ihre gesundheitliche Einschränkung Ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.

Eine Kur ist nicht umsonst

Wenn Sie eine Kur beantragen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass sie nicht kostenlos ist. Bei den ambulanten Kuren, die häufiger zugestanden werden, übernimmt die Krankenkasse die Bezahlung der medizinischen Behandlungen. Sie selbst als Patient hingegen bezahlen die Anreise, Ihren Aufenthalt und Ihre Verpflegung. Aber auch der stationäre Aufenthalt ist nicht kostenfrei: Hier zahlen Patienten einen Eigenanteil von bis zu zehn Euro pro Tag.

Die Auswahl des passenden Kurorts

Die Art Ihrer Kur beeinflusst, wo sie sie verbringen werden. Bei vielen Krankenkassen können Sie den Ort für eine ambulante Behandlung gemeinsam mit dem Arzt auswählen. Wichtig ist dabei nur, dass es sich um einen zugelassenen Kurort handelt. Schließlich zahlen Sie die Reise, Kost und Logis dabei selber. Stationäre Behandlungen jedoch sind für die Krankenkassen ziemlich kostenintensiv. Darum ist es auch deutlich schwieriger, sie bewilligt zu bekommen. Wenn Sie eine stationäre Kur beantragen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie nicht selbst auswählen, wo Sie sie antreten möchten: Alle Krankenkassen haben ihre Versorgungsverträge mit unterschiedlichen Kliniken in verschiedenen Kurorten. Sie wählen die passende für Sie aus und schicken Sie dorthin. Auch Dauer, Art und Umfang der Kur bestimmt die Krankenkasse.

Kur beantragen und rasch losfahren

Haben Sie die Bewilligung der Krankenkasse erhalten, sollten Sie die Kur so schnell wie möglich antreten. Eile ist nicht nur angezeigt, weil es um Ihre Gesundheit geht, sondern auch, weil die Bewilligung nicht ewig gültig ist. Spätestens vier Monate, nachdem Sie grünes Licht erhalten haben, sollten Sie aufbrechen. Beachten Sie das, ehe Sie eine Kur beantragen – nach dieser Frist verfällt Ihre Möglichkeit zur Erholung.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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