Woran kann man eine Depression erkennen?

Bei einer Depression unterscheidet man drei Hauptsymptome und mehrere Nebensymptome. Um die Diagnose einer Depression zu stellen, müssen die Hauptsymptome seit mehr als zwei Wochen bestehen. Das betrifft:

  • Antriebslosigkeit
  • Interessenverlust
  • tiefe Niedergeschlagenheit

Die Nebensymptome einer Depression können begleitend auftreten, sind aber für die Diagnose nicht zwingend notwendig. Dazu zählen:

  • Libidoverlust (sexuelle Unlust)
  • innere Unruhe
  • Schlaflosigkeit oder erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
  • Selbstzweifel
  • Schuldgefühle

Mehr über die Symptome von Depressionen erfahren Sie hier.

 

 Akute suizidale Gedanken

Auch akute suizidale Gedanken können Symptom einer Depression sein. Wenn Sie unter entsprechenden Gedanken leiden oder diese bei einem Angehörigen beobachten, sollten Sie dies unbedingt ernst nehmen. Erste Hilfe für suizidgefährdete Personen bieten der Notruf (112) oder die Telefonseelsorge (0  800 1110111 oder 0 800 111 0 222).

Was ist der Unterschied zwischen einer Depressionen und depressiver Verstimmung?

Um die Frage zu klären, was Depressionen sind, muss die Krankheit von einer vorübergehenden depressiven Verstimmung abgegrenzt werden. Wer sich mal für ein bis zwei Wochen niedergeschlagen und mutlos fühlt, leidet in der Regel unter einer depressiven Verstimmung.

Von einer Depression ist per Definition erst die Rede, wenn die depressive Verstimmung sehr intensiv ist und seit mehr als zwei Wochen anhält. Der Betroffene kann aufgrund dessen nicht mehr seinen üblichen Tätigkeiten nachgehen, vernachlässigt zum Beispiel Hobbys, zieht sich von Freunden zurück oder kann sich bei der Arbeit nicht mehr richtig konzentrieren.

Mehr Informationen über die depressive Verstimmung lesen Sie hier.

Welche Formen von Depressionen gibt es?

Eine Depression kann sich bei jedem Betroffenen unterschiedlich äußern, auch wenn die Hauptsymptome prinzipiell die Gleichen sind. Darüber hinaus gibt es verschiedene Verlaufsformen, darunter:

  • Unipolare Depression: Hier gibt es depressive Episoden, die von symptomfreien Episoden unterbrochen werden.
  • Bipolare Depression: Hier gibt es depressive Episoden, die sich mit manischen (übermäßig aktiven, selbstüberschätzenden) Episoden abwechseln. Dazwischen gibt es auch symptomfreie Phasen.
  • Dysthymie: Eine chronische Depression, bei der seit mindestens zwei Jahren eine anhaltende depressive Verstimmung vorherrscht. Die Symptome sind nicht so stark wie bei einer depressiven Episode, dafür gibt es keine beschwerdefreien Phasen. Mehr Informationen über Dysthymie finden Sie hier.

Wie äußern sich Depressionen bei Kindern?

Bei Kindern äußert sich eine Depression oft anders als bei Erwachsenen, da die Kleinen nicht gut einschätzen und formulieren können, was ihnen fehlt. Bereits Kleinkinder können depressiv sein, was sich zum Beispiel durch vermehrtes Weinen, Spielunlust oder Schlafstörungen bemerkbar macht. Etwas ältere depressive Kinder sind möglicherweise leicht reizbar, zeigen selten Freude und wirken teilnahmslos.

Mehr dazu, wie sich Depressionen bei Kindern auswirken und was man dagegen tun kann, erfahren Sie hier.

Wie machen sich Depressionen bei Männern bemerkbar?

Viele Männer gehen anders mit den Gefühlen der Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit einer Depression um als die meisten Frauen. Daher kann sich die psychische Erkrankung bei ihnen auf andere Weise äußern, zum Beispiel durch

  • Aggressivität
  • erhöhte Risikobereitschaft
  • Suchtverhalten, auch beim Sport oder in Form von Arbeitswut
  • Sozialer Rückzug
  • Psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Verdauungsstörungen

Weitere Einzelheiten zur Depression bei Männern können Sie hier entdecken.

Was sind Wochenbettdepressionen (Postpartale Depressionen)?

Wochenbettdepressionen – in der Fachsprache Postpartale Depression genannt – können junge Mütter im ersten Jahr nach der Geburt ihres Kindes befallen. Sie leiden dann unter starken Gefühlsschwankungen, machen sich übertriebene Sorgen um ihr Kind, haben aber gleichzeitig Schwierigkeiten, Liebe und Zuneigung für ihr Baby zu empfinden. Selbstzweifel an ihren Fähigkeiten als Mutter, Scham und Schuldgefühle machen den Patientinnen zusätzlich schwer zu schaffen.

Wenn Sie mehr über Wochenbettdepressionen wissen wollen, lesen Sie hier weiter.

Was versteht man unter einer Winterdepression?

Bei einer Winterdepression beziehungsweise saisonal bedingten Depression kommt es immer wieder zu einer bestimmten Jahreszeit zu einer depressiven Episode. Meistens ist dies im Herbst oder Winter der Fall, wenn die Tage kürzer, das Wetter trüber und es draußen immer kühler wird.

Sie wollen mehr zum Thema Winterdepression in Erfahrung bringen? Klicken Sie hier.

Welche Ursachen können zu einer Depression führen?

Es gibt in der Regel nicht nur eine einzige Ursache für Depressionen. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel von Risikofaktoren, Veranlagung und bestimmten Auslösern, die zum Ausbruch der Krankheit führen. Eine Anfälligkeit für Depressionen kann zum Beispiel erblich bedingt sein.

Kommen dann noch traumatische Erlebnisse, Lebenskrisen oder Phasen mit vermehrtem Stress dazu, größere Veränderungen im Leben oder Verlusterlebnisse, können der Auslöser der Krankheit sein. Allerdings gibt es nicht immer einen erkennbaren Anlass – Depressionen können manchmal wie aus dem Nichts auftreten.

Körperlich haben Depressionen ihre Ursache in einem Ungleichgewicht des Stoffwechsels im Gehirn. Die Konzentration der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin ist gestört, wodurch bestimmte Reize nicht mehr richtig übertragen werden. Das wirkt sich auf die emotionalen Wahrnehmungen und die Stimmung der Betroffenen aus.

Hier können Sie sich weiter über die Ursachen von Depressionen informieren.

Wie kann man eine Depression behandeln?

Die Therapie gegen Depressionen muss auf jeden Patienten und seine Bedürfnisse individuell zugeschnitten werden. Bei leichten Depressionen kann eine Gesprächstherapie bereits helfen – je nach Situation wendet der Psychotherapeut die Methodik der kognitiven Verhaltenstherapie oder der tiefenpsychologischen Therapie an. Bei schweren Depressionen müssen die Patienten meist zusätzlich zur Psychotherapie Medikamente einnehmen.

Eine ausführliche Beschreibung der Behandlungsmöglichkeiten einer Depression erhalten Sie hier.

Was können Antidepressiva bewirken?

Antidepressiva können den gestörten Stoffwechsel im Gehirn normalisieren, dessen Ungleichgewicht zu Depressionen führt. Damit sie richtig wirken, muss der Arzt die passende Dosierung und den passenden Wirkstoff für seinen Patienten finden.

Wie genau Antidepressiva funktionieren, können Sie hier nachlesen.

Antidepressiva helfen bei mittelschweren bis schweren Depressionen, den gestörten Stoffwechsel im Gehirn zu regulieren.

Antidepressiva helfen bei mittelschweren bis schweren Depressionen, den gestörten Stoffwechsel im Gehirn zu regulieren.

Gibt es pflanzliche Mittel zur Behandlung von Depressionen?

Vor allem Johanniskraut soll als pflanzliches Mittel gegen Depressionen helfen – allerdings nur, wenn es sich um leichte bis mittelschwere Form der Erkrankung handelt.

Hier finden Sie mehr Informationen über pflanzliche Mittel gegen Depressionen.

Hilft Achtsamkeitstraining gegen Depressionen?

Eine sogenannte Achtsamkeitsmeditation oder Achtsamkeitstraining kann helfen, leichte Depressionen zu überwinden oder einen Rückfall nach einer überstandenen depressiven Phase zu verhindern.

Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber „Meditation gegen Depression: Wie kann Achtsamkeit helfen?“

Was können Betroffene selbst gegen ihre Depression tun?

Grundsätzlich ist Selbsthilfe bei Depressionen eine gute Ergänzung zur Therapie – kann diese aber natürlich nicht ersetzen. Was genau hilft, ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich. Einigen tut es gut, sich in einer Selbsthilfegruppe auszutauschen, anderen hilft Bewegung, ein Ehrenamt oder ein Haustier.

Expertentipps der Diplom-Psychologin Dr. rer. medic. Nicole Altenburg zur Selbsthilfe bei Depressionen finden Sie hier.

Wie können Angehörige unterstützen?

Als Angehöriger mit ansehen zu müssen, wie ein geliebter Mensch an Depressionen leidet, ist sehr belastend. Man möchte gern helfen, weiß aber nicht, wie. Als erster Schritt ist es sinnvoll, sich über das Krankheitsbild der Depression zu informieren, damit man weiß, was man vom Betroffenen erwarten kann und was nicht.

Weitere Tipps für Angehörige von Depressionskranken gibt es hier.

Was sollten Außenstehende im Umgang mit Depressiven nicht tun?

Wer zum ersten Mal auf jemanden trifft, der unter Depressionen leidet, hat möglicherweise Schwierigkeiten, die Krankheit richtig einzuschätzen. Gut gemeinte, aber von fehlendem Verständnis zeugende Aussagen, können den Betroffenen dann sehr verletzen. Dazu gehören zum Beispiel Sprüche wie „Lach doch mal!“ oder „Denk doch nicht immer so negativ!“

Wenn Sie wissen wollen, was Sie auf keinen Fall zu Depressionspatienten sagen sollten, lesen Sie hier weiter.

Auch auf den Beruf und das Verhältnis zu Kollegen und Chef können sich Depressionen auswirken. Wie Sie auf der Arbeit mit einer Depression umgehen können, erfahren Sie hier.

 

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Gsundheit oder zu Erkrankungen haben, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt. 

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