Angst ist eine natürliche Reaktion des Körpers, die Menschen davor schützt, zu große Risiken einzugehen. Doch sobald unangemessen starke Ängste die Gefühlswelt dauerhaft belasten und Alltag und Handlungsfähigkeit von Personen einschränken, kann das ein Anzeichen für eine krankhafte Ausprägung, sprich Angststörung, sein. Betroffene sollten der Ursache in diesem Fall auf den Grund gehen.

Bei Angststörungen handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene psychische Störungen, die sich durch eine übertriebene Angstreaktion auszeichnen. Diese lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen: 

  1. Ängste mit konkretem Auslöser 
  2. Ängste ohne konkreten Auslöser 

Verschiedene Formen der Angst

Phobien

Der Begriff Phobie bezeichnet verschiedene Ängste vor einem bestimmten Objekt oder einer speziellen Situation. Experten unterscheiden dabei folgende Formen einer phobischen Störung:

Spezifische Phobie

Bei der spezifischen Phobie wird die Angst durch ganz konkrete Dinge verursacht. Die Auswahl an möglichen Auslösern ist vielfältig. Für einige Formen existieren spezielle Fachbegriffe. Hier ein paar Beispiele:

  • Angst vor großen Höhen (Akrophobie)
  • Angst vor dem Fliegen (Aviophobie)
  • Angst vor Spinnen (Arachnophobie)
  • Angst vor Blut (Hämatophobie)
  • Angst vor Spritzen (Trypanophobie)
  • Angst vor dem Zahnarzt (Dentalphobie)
  • Angst vor dunklen Räumen (Achluophobie)
  • Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie)

Agoraphobie

Bei der Agoraphobie haben Menschen Angst vor Kontrollverlust in Situationen, in denen sie vermeintlich keine Fluchtmöglichkeit haben, etwa auf weiten Plätzen oder im Menschengedränge. Auch auf Reisen können solche Ängste auftreten, wenn Personen das Gefühl haben, keinen sicheren Rückzugsort – etwa die eigene Wohnung – in der Nähe zu haben. Im Extremfall verlassen Betroffene ihr Zuhause überhaupt nicht mehr.

Soziale Phobie

Die Soziale Phobie betrifft Ängste im Umgang mit anderen Menschen, die beispielsweise bei einem Vortrag vor einer Gruppe oder im Gespräch mit Fremden auftreten. Betroffene haben in diesen Situationen unter anderem eine übersteigerte Angst davor, sich zu blamieren oder bloßgestellt zu werden.

Panikstörung und generalisierte Angststörung

Von den Phobien, die auf konkreten Auslösern beruhen, sind die generalisierte Angststörung und die Panikstörung abzugrenzen.

Generalisierte Angststörung

Bei der generalisierten Angststörung leben Betroffene mit einer anhaltenden Angst, die alle Lebensbereiche umfasst. Sie sehen sich umzingelt von Gefahren und sorgen sich ständig, etwa um Angehörige, ihren Job oder die eigene Gesundheit. Von einer generalisierten Angststörung sprechen Mediziner, wenn die diffusen, unspezifischen Ängste mindestens sechs Monate lang anhalten.

Panikstörung

Die Panikstörung zeichnet sich durch Angstattacken aus, die Betroffene ganz plötzlich, ohne erkennbaren Auslöser überkommt. In der Regel enden die heftigen Angstanfälle nach wenigen Minuten. Betroffene leben aber meist in ständiger Angst vor der nächsten Attacke.

Angst und depressive Störung

Panikstörungen, generalisierte Angststörungen und Phobien gehen oft, vor allem nach langer Krankheitsdauer, mit depressiven Erkrankungen einher. Dabei kann Angst die Ursache für eine Depression sein. Umgekehrt resultiert die Angststörung oftmals aus einer Depression.

Typische Symptome von Angststörungen

Eine Angststörung kann sich durch viele Symptome äußern. Zu den wichtigsten Anzeichen gehört das subjektive Gefühl starker Angst, das sich bei Panikattacken bis zur Todesangst steigern kann. Daneben sind körperliche Symptome wie diese typisch:

  • andauernde innere Unruhe, nervöse Anspannung
  • Herzrasen, Herzklopfen, Bluthochdruck
  • Brustschmerzen
  • Beklemmungsgefühl
  • Atemnot, Kurzatmigkeit
  • Schwindel
  • Zittern
  • Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit
  • Muskelverspannungen
  • Taubheitsgefühle, Kribbeln
Atemnot, Beklemmungsgefühl, nervöse Anspannung: Angststörungen können das Leben von Betroffenen massiv einschränken.


Atemnot, Beklemmungsgefühl, nervöse Anspannung: Angststörungen können das Leben von Betroffenen massiv einschränken.

Diagnose von Angststörungen

Bei der Diagnose von Angststörungen schließen Ärzte in der Regel zunächst körperliche Erkrankungen als Ursache aus. Danach können Spezialisten anhand von psychischen Tests und umfangreichen Befragungen Art, Ursache und Schweregrad des Krankheitsbildes diagnostizieren.

Behandlung von Angststörungen

Je nach Art und Schwere der Erkrankung gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten, die oft kombiniert angewendet werden. Dazu gehören:

  • Stressabbau und Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • medikamentöse Behandlung (etwa mit Antidepressiva)
  • psychotherapeutische Behandlung, beispielsweise in Form einer kognitiven Verhaltenstherapie, einer psychodynamischen Therapie oder einer Konfrontationstherapie

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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