Pollen, Tierhaare & Milbenkot: Allergierisiko aus der Luft •

Ambrosia-Allergie: Warum Allergiker die Pflanze meiden sollten

Ein Risiko, dessen sich viele Heuschnupfengeplagte noch gar nicht bewusst sind, ist die Ambrosia-Allergie. Die aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze macht Allergikern hierzulande besonders stark zu schaffen.

Ambrosia-Pflanze: Beifußgewächs mit großer Pollenmenge

Bereits 1860 erschien die Ambrosia erstmals in Deutschland, das Gewächs wurde auf einem Kartoffelacker südlich von Hamburg entdeckt – ursprünglich stammt die Pflanze mit dem lateinischen Namen Ambrosia artemisiifolia aber aus Nordamerika. Der auch als Beifußblättriges Traubenkraut bekannte Korbblütler wurde vermutlich über Saatgut nach Zentraleuropa eingeschleppt und verbreitete sich hier rasend schnell. Ambrosia blüht vom Juli bis in den Oktober und verbreitet während dieser Zeit ihre Pollen in ungeheuren Mengen. Für Allergiker ist das massenhafte Aufkommen der Pflanze, die sich hier sogar erfolgreicher fortpflanzt als in ihrer amerikanischen Heimat, ein Albtraum. Denn eine einzelne Ambrosia-Pflanze kann bis zu einer Milliarde Pollen freisetzen – und die wirken hochallergen.

Symptome der Ambrosia-Allergie

Laut einer Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig sind bereits zwei Millionen Menschen in Deutschland von einer Ambrosia-Allergie betroffen. Verbreitet sich die Pflanze weiter, soll diese Zahl auf bis zu acht Millionen ansteigen.

Eine Ambrosia-Allergie äußert sich häufig durch Heuschnupfen-Symptome, die Pflanze ist aber vor allem deshalb so gefährlich, weil sie binnen kurzer Zeit zu allergischem Asthma führen kann. US-amerikanischen Studien zufolge sorgt Ambrosia bei Allergikern doppelt so oft für Asthma wie andere Pflanzen. Auch Kreuzallergien löst der Pollen des Beifußgewächses aus, so zum Beispiel mit Bananen oder Melonen.

Besonders perfide: Bereits das Anfassen der Pflanze kann zu einer Kontaktallergie führen. Entdecken Sie Ambrosia bei sich im Garten oder in der freien Natur, sollten Sie das Gewächs daher nie mit bloßen Händen anfassen.

Ambrosia bekämpfen: Schwieriger als gedacht

Da sich Ambrosia massenhaft verbreitet – nicht nur in Gärten und Städten, sondern auch in der freien Natur, auf Industriebrachen oder entlang von Autobahnen und Eisenbahntrassen –, ist der Bestand nur schwer zu kontrollieren.

Sie können zur Bekämpfung der Pflanze beitragen, indem Sie Ambrosia-Bestände bei sich im Garten mitsamt dem Wurzelballen ausreißen. Dabei sollten Sie unbedingt Schutzkleidung, eine Schutzbrille und eine Atemmaske tragen, um eine allergische Sensibilisierung zu vermeiden. Die meisten Pollen gibt die Pflanze am Nachmittag ab, von einem Ausreißen um diese Zeit sollten Sie daher lieber absehen. Sind Sie bereits Allergiker, vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit der Pflanze und lassen Sie sie von jemand anderem entsorgen. Ambrosia darf nicht auf den Kompost, sondern muss in verschlossenen Plastikbeuteln über den Restmüll entsorgt werden.

Größere Bestände in der freien Natur von hundert Pflanzen oder mehr sollten Sie melden – am besten bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde oder Stadtverwaltung. In vielen Bundesländern gibt es inzwischen auch spezielle Ambrosia-Meldestellen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
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