Gesünder Leben
Was ist eine Allergie und wann kommt es zu einer allergischen Reaktion?
© Wavebreakmedia/ iStock/Thinkstock
(1)

Was ist eine Allergie und wann kommt es zu einer allergischen Reaktion?

Eine laufende Nase, juckende und geschwollene Hautstellen oder häufiges Niesen: Eine Allergie zeigt sich auf unterschiedliche Weise, abhängig davon, auf welches Allergen der Körper mit Abwehr reagiert.

Bei der Entstehung einer Allergie spielen verschiedene Faktoren zusammen. Aufgrund einer Störung des Immunsystems bekämpft die körpereigene Abwehr harmlose Stoffe. Bei Heuschnupfen sind das zum Beispiel Pollen und Gräser, bei einer Tierhaarallergie meist Katzenhaare. Die Neigung, eine Allergie zu entwickeln, ist in den Genen verankert. Leiden die Eltern unter Heuschnupfen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Kinder eine solche Allergie entwickeln.

Bei einer Allergie bekämpft das Immunsystem harmlose Stoffe

Das Risiko, dass eine Allergie ausbricht, ist umso größer, je öfter der Körper mit dem Allergen, also dem potenziell allergieauslösenden Stoff, in Kontakt kommt. Es kommt zu einer Sensibilisierung: Der Körper wird empfindlich gegenüber der Substanz. Bei erneutem Kontakt erinnert sich das Immunsystem an den vermeintlichen Feind und schaltet in den Verteidigungsmodus. Es kommt zur allergischen Reaktion. Wie schnell sich die allergische Reaktion zeigt, ist vom Allergie-Typ abhängig.

4 häufige Allergie-Typen:

  • Sofort-Typ: Die Allergie zeigt sich nach wenigen Sekunden bis Minuten. Verschiedene Botenstoffe, darunter Histamin, sind an der Reaktion beteiligt. Eine zweite Immunreaktion ist vier bis sechs Stunden nach dem Allergen-Kontakt möglich. Der Sofort-Typ zeigt sich unter anderem bei einer Insektengiftallergie sowie allergischem Asthma, ausgelöst beispielsweise durch Pollen, Staubbestandteile und Schimmelpilzsporen.
  • Zytotoxischer Typ: Die allergische Reaktion zeigt sich sechs bis zwölf Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen. Sie entsteht durch Antikörper, die gegen Antigene an der Oberfläche von Zellen gerichtet sind. Ein Beispiel für diesen Allergietyp ist die Zerstörung der roten Blutkörperchen nach einer Bluttransfusion oder wenn der Körper Organtransplantate abstößt. Der zytotoxische Typ ist eher selten. 
  • Immunkomplextyp: Die allergische Reaktion tritt nach sechs bis zwölf Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Es kann zum Absterben von Gewebe kommen. Beispiele für den Immunkomplextyp sind die "Farmerlunge" (exogen-allergische Alveolitis) und die Taubenzüchterlunge.
  • Spättyp: Die allergische Reaktion tritt 12 bis 72 Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Der Spättyp zeigt sich vor allem durch Allergiesymptome auf der Haut. Die Nickel-Allergie und andere Kontaktallergien. Es kann sich ein allergisches Kontaktekzem oder ein Hautausschlag bilden.

Allergie-Symptome: So zeigt sich die Abwehr-Reaktion des Immunsystems

Theoretisch kann jeder Eiweißstoff (Protein) zu einem Allergen werden und eine allergische Reaktion auslösen. Diese Entzündungsreaktion ruft, abhängig von der Art des Allergens und dem Reaktionstyp unterschiedliche Symptome hervor.

Zu den häufigen Allergie-Symptomen gehören:

  • laufende und verstopfte Nase
  • juckende und tränende Augen
  • Niesen, Husten und Atembeschwerden
  • juckende, gerötete und geschwollene Haut
  • Hautausschlag

Vor allem, wenn die genannten Symptome nach dem Kontakt mit bestimmten Substanzen auftreten und Familienmitglieder unter Allergien leiden, kann das ein Hinweis auf eine Allergie sein.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
Wie finden Sie diesen Artikel?