Eklig, gefährlich oder harmlos? 5 Bademythen unter der Lupe

Bei Sommerhitze gibt es kaum etwas Schöneres, als sich ins kühle Freibadbecken oder in den Badesee zu stürzen. Doch Halt! Der Sprung ins kalte Wasser soll doch angeblich so gefährlich sein. Ist da wirklich was dran? Und wie steht es um andere weitverbreitete Bademythen?

1. Bloß nicht mit vollem Magen schwimmen gehen!

Im Freibad haben Sie sich eine leckere Currywurst mit Pommes gegönnt – und fragen sich, ob Sie gleich darauf wieder schwimmen gehen können? Schließlich soll man doch mit vollem Magen nicht schwimmen gehen. Das gilt jedoch nur nach größeren, schwer verdaulichen Mahlzeiten. Denn dann braucht Ihr Körper seine Energie, um das Essen zu verdauen.

Gehen Sie trotzdem sofort wieder schwimmen, überfordern Sie Ihren Körper. Es kann zu Kreislaufproblemen oder Seitenstechen kommen. Passiert das mitten im Wasser, kann das lebensgefährlich werden. Machen Sie also nach einem üppigen Mahl 2 bis 3 Stunden Pause, bevor Sie wieder Sport treiben. Oder Sie begnügen sich zum Mittagessen mit einem leichten Snack.

2. Der Sprung ins kalte Wasser kann tödlich enden!

Auch der nächste Bademythos ist nicht völlig aus der Luft gegriffen: Nicht bei Hitze ins kalte Wasser springen. Der plötzliche Temperaturwechsel kann nämlich einen Kälteschock auslösen. Dadurch steigt Ihr Blutdruck und Ihr Herz-Kreislauf-System wird belastet.

Gesunde Erwachsene verkraften das normalerweise. Aber für Kinder, Senioren und Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen kann der Sprung ins kalte Wasser lebensbedrohlich enden. Lassen Sie es also lieber ruhig angehen und gewöhnen Sie sich langsam an das kühle Nass.

Junge Leute springen ins kalte Wasser

Gesunden Erwachsenen macht ein beherzter Sprung in kaltes Wasser meistens nichts aus.

3. Der Schwimmbadgeruch kommt vom Chlor!

Der typische, stechende Schwimmbadgeruch wird häufig dem Chlor angelastet, das zur Desinfizierung ins Wasser gegeben wird. Das ist allerdings falsch. Tatsächlich entsteht der typische Geruch erst durch die chemische Reaktion zwischen Chlor und Harnstoff – oder konkreter: Urin. Dadurch bilden sich sogenannte Trichloramine, die zwar streng riechen und die Augen vorübergehend reizen können, ansonsten aber ungefährlich sind.

4. Von nassen Badesachen bekommt man eine Blasenentzündung!

Noch etwas, das man angeblich niemals machen sollte: Nasse Badesachen anbehalten, bis sie von alleine getrocknet sind. Davon hole man sich eine Blasenentzündung, lautet der Bademythos.

Ein bisschen stimmt das auch, denn durch die Feuchtigkeit kühlen Intim- und Beckenbereich aus. Das kann das Immunsystem schwächen und Bakterien haben es dann leicht, sich in den Harnwegen einzunisten. Die Folge: eine Blasenentzündung. Die betrifft für gewöhnlich eher Frauen. Sie haben eine kürzere Harnröhre als Männer, sodass die Bakterien schneller die Blase gelangen.

Junge Frau sitzt am Pool

Vorsicht! Nasse Badesachen können Harnwegsinfekte zwar nicht auslösen, aber begünstigen.

5. Chlorwasser färbt blonde Haare grün!

Nach dem Schwimmbadbesuch bemerken Menschen mit blonden Haaren häufig einen Grünschimmer ihrer Haarpracht. Da liegt die Vermutung nahe, dass das am Chlorwasser liegt. Das stimmt so nicht. Vielmehr sind es Algenschutzmittel im Badewasser, die für den Grünstich verantwortlich sind: Sie enthalten Kupferverbindungen, die sich bei Kontakt mit der Luft grün färben.

Nicht nur Blondinen sind davon betroffen, auch Dunkelhaarige. Bei ihnen fällt der Grünstich bloß nicht auf. Aber kein Grund zur Panik: Nach ein paar Haarwäschen haben sich die Verbindungen gelöst und das unerwünschte Grün ist wieder verschwunden.