Weihnachtszeit ist Einbruchszeit

Viele Menschen schätzen das Risiko von Einbrüchen völlig falsch ein. In ihrer Vorstellung kommen die Diebe nachts und vor allem in den Sommermonaten. Ein fataler Irrtum, der in der unbeschwerten Weihnachtszeit zu Leichtsinn verführt: An diesen Tagen ist Haupt-Einbruchszeit.

Der Einbruchs-Report 2015, erstellt vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), spricht eine erstaunlich klare Sprache: Jeder sechste Einbruch in Deutschland fällt demnach in den Dezember. Deutlich mehr als die Hälfte aller Einbrüche werden am Tag verübt, also zwischen 10 und 18 Uhr. Besonders gefährdet sind die Großstädte, mit Düsseldorf, Hamburg und Bremen an der Spitze.

Das Risiko an den Weihnachtstagen

Gerade an den Feiertagen sind viele Menschen verreist. Sie besuchen ihre Verwandten und kehren einige Tage später nach Hause zurück. Im Gegensatz zur langen Abwesenheit in den Sommerferien wird dabei nicht so auf Sicherheit geachtet. Zum Beispiel wird der Nachbar, der sonst immer mal nach dem Rechten sehen soll, für diese Tage nicht extra informiert. Im schlimmsten Fall lässt man einfach die Tür ins Schloss fallen, mit den Gedanken schon bei Geschenken und Weihnachtsbraten.

Gerade nach dem Weihnachtsfest machen Diebe fette Beute, wenn der neue Schmuck und die technischen Errungenschaften noch neu „zur Abholung bereitstehen“. Alles, was sich leicht verkaufen lässt, wird gerne genommen und ins Auto geladen.

Die Einbruchszeiten

Prozentual gesehen ist das Risiko eines Einbruchs zwischen 10:00 und 14:00 Uhr sowie zwischen 16:00 und 18:00 Uhr am höchsten. Das Bild des vermummten Einbrechers mit der Taschenlampe passt hier wohl nicht. Es ist eher der Tagesspaziergänger, den man freundlich grüßen würde. 

Noch überraschender ist die Verteilung der Zahlen über die Monate: Im Dezember wird etwa genauso häufig eingebrochen wie in den Monaten Juni, Juli und August zusammen. Generell steigen die Zahlen ab September merklich an und gehen ab Februar wieder zurück. Fast die Hälfte aller Einbrüche ereignet sich nur in vier Monaten, von Oktober bis Januar.

Für Leichtsinn ist der Jahreswechsel daher die falsche Zeit, auch wenn man an nichts Böses denken möchte.