Werbungskosten: So holen Sie sich Ihr Geld zurück
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Werbungskosten: So holen Sie sich Ihr Geld zurück

Einen Job zu bekommen oder zu erhalten, das kostet Geld – meist mehr, als Sie so denken würden. Da braucht es wieder einen neuen PC oder eine Schulung, auch die vermietete Wohnung muss dringend renoviert werden. Das summiert sich, was zumindest für die Steuererklärung von Vorteil ist. Verschenken Sie nichts, holen Sie sich Ihr Geld über die Werbungskosten zurück.

Eintausend Euro bietet der Staat derzeit an, wenn Sie als Arbeitnehmer auf die detaillierte Ausweisung Ihrer Werbungskosten verzichten. 1.000 Euro, die das versteuerte Einkommen mindern. Das lohnt, ist aber meist die schlechtere Wahl. Denn als Werbungskosten lassen sich diverse Ausgaben geltend machen. Die Eintausend-Euro-Marke ist da schnell überschritten – prüfen Sie es, die Mühe lohnt.     


Welche Ausgaben können Sie geltend machen?


Grundsätzlich zählen alle Ausgaben zu den Werbungskosten, die Ihnen die Ausübung Ihres Berufes erst ermöglichen. Das beginnt zwar nicht unbedingt mit dem täglichen Einkauf von Brot und Butter, die Kosten für die Feier mit den Kollegen gehören aber durchaus dazu, wenn ein paar Parameter stimmen. Nur Mut! Mehr als ablehnen kann das Finanzamt letztlich nicht. 


Arbeitsmittel


Eindeutig zu den Werbungskosten gehören alle Arbeitsmittel vom Laptop bis zum Bücherregal, solange sie überwiegend beruflich genutzt werden. Etwas schwieriger ist es mit dem Arbeitszimmer selbst, denn hier hat der Gesetzgeber inzwischen enge Grenzen gesetzt. So zählt zu den Voraussetzungen, dass Ihnen kein anderer Arbeitsplatz im Unternehmen zur Verfügung steht.


Transport


Ebenfalls abzugsfähig sind Kosten, die Ihnen im Zusammenhang mit dem Transport entstehen. Es beginnt mit der Fahrt zur Arbeit, für die eine Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro Kilometer berechnet werden kann. Sind die tatsächlichen Kosten höher, können Sie diese bis maximal 4.500 Euro im Jahr geltend machen. Auch eine Bahncard lässt sich steuerlich absetzen, ebenso wie der Führerschein für Bus und LKW (für den PKW jedoch nicht). Ebenfalls mit hohen Kosten und damit hohen Erstattungen verbunden ist die beruflich bedingte doppelte Haushaltsführung. Neben den Fahrtkosten fallen hier zum Beispiel absetzbare Kosten für den Umzug und die Miete an.


Nutzen Sie Ihre Chancen


Berufsbekleidung, Kosten für den Berufsverband oder für die teils beruflich genutzte Kreditkarte und das Konto, für Telefon, Rechtsberatung und den Steuerberater … die Liste ließe sich lange fortsetzen.


Wichtig dabei: Wenn Sie Ihre Rechte bei den Werbungskosten kennen, bringt das nicht nur Geld. Es eröffnet Ihnen ganz neue Möglichkeiten. Wie war das gleich mit der Karriereplanung? Wollten Sie nicht eigentlich die Meisterprüfung machen oder den Doktortitel erringen? Legen Sie los, die Kosten dafür lassen sich absetzen. Auch die Reise nach Island dient dank Sprachkurs schließlich der Weiterbildung und nicht dem Vergnügen, oder? Und was haben Sie in Berlin gemacht? Ach ja, einen Messebesuch. Nun, da wird das Finanzamt wohl seinen Beitrag leisten müssen.     

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