Was ist eine Pauschsteuer?
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Was ist eine Pauschsteuer?

Die Lohnbesteuerung ist in Deutschland individuell. Die Höhe der Steuern richtet sich nach der Höhe der Einkünfte, dem Familienstand und möglichen Freibeträgen, zum Beispiel für die Kinder. Bei der Pauschsteuer gilt das nicht. Hier zahlt jeder denselben Betrag.

Die bekannteste Anwendung für die Pauschsteuer ist der 450-Euro-Job. Hier räumt der Gesetzgeber die Möglichkeit ein, sich zwischen Pauschalsteuer und individueller Versteuerung zu entscheiden. Ähnliche Pauschal-Regelungen gibt es bei der Lohnsteuer auch für weitere Leistungen, zum Beispiel bei Zahlungen des Arbeitgebers in die Pensionskasse oder der Versteuerung von Fahrtkostenzuschüssen.

Pauschal versteuerte Minijobs

Entscheidet sich der Arbeitgeber für die Pauschsteuer, fließen zwei Prozent vom Arbeitslohn an die Minijob-Zentrale. Der Betrag beinhaltet die Lohnsteuer, die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag. Die Kirchensteuer fällt unabhängig von der tatsächlichen Religionszugehörigkeit an.

Bei der Einkommenssteuerveranlagung des Minijobbers bleibt sein Lohn aus dem Minijob ohne Anrechnung. Das kann, gerade bei mehreren Einkommen, zu Steuervorteilen führen. Allerdings können mögliche Aufwendungen nicht als Werbekosten geltend gemacht werden.

Steuern und Abgaben beim Minijob

Der Arbeitgeber zahlt für den Minijob zusätzlich eine pauschale Abgabe für die Kranken- und Rentenversicherung (gesamt 28 Prozent). Diese Beträge darf er nicht vom Arbeitslohn abziehen.

Die Pauschsteuer von zwei Prozent wird meist ebenfalls vom Arbeitgeber getragen, womit sich eine pauschale Belastung von 30 Prozent ergibt. Es kann aber auch vereinbart werden, dass der Arbeitnehmer die zwei Prozent von seinem Lohn übernimmt.

Weitere Pauschsteuern

Innerhalb bestimmter Grenzen sind weitere Pauschsteuern vorgesehen, womit der bürokratische Aufwand gesenkt werden soll:

  • 2,25 Prozent auf Sachprämien aus Kundenbindungsprogrammen wie Miles & More
  • 15 Prozent auf Fahrtkostenzuschuss zwischen Wohnung und Arbeitsstelle
  • 20 Prozent auf Beträge des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersversorgung
  • 25 Prozent auf eine vergünstigte Kantinenverpflegung
  • 25 Prozent auf Sachbezüge wie einen kostenfreien WLAN-Zugang

Für Beiträge zur Gruppenunfallversicherung ist ebenfalls eine Pauschsteuer vorgesehen (20 Prozent). Der Betrag, den der Arbeitgeber je Arbeitnehmer aufwendet, darf dabei 62 Euro im Jahr nicht übersteigen.

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