Urheberrecht: Arbeitnehmer und ihre kreativen Leistungen
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Urheberrecht: Arbeitnehmer und ihre kreativen Leistungen

In vielen Berufen erbringen Mitarbeiter kreative Leistungen: Sie schreiben Texte, machen Fotos, entwerfen Verpackungen. Sie schaffen also Werke im Sinne des Urhebergesetzes. Das ist ihr Job, dafür werden sie bezahlt. Aber wem stehen dann die Urheberrechte daran zu? Dem Arbeitgeber oder dem Erschaffer, dem Arbeitnehmer?

Die gesetzlichen Regelungen laut Urhebergesetz


Wem kreative Werke gehören und wer sie nutzen darf, ist gesetzlich geregelt. Im Urhebergesetz (UrhG) sind drei grundlegende rechtliche Aspekte der Urheberschaft definiert:


  • Urheberrecht: § 29 Abs. 1 bestimmt ganz klar, dass das Urheberrecht unter Lebenden nicht übertragen werden kann. Es erwächst dem Urheber im schöpferischen Akt, verbleibt dauerhaft sein Eigentum und ist 70 Jahre über seinen Tod hinaus gesetzlich geschützt. Ein Urheberrecht ist nur vererbbar. Das verlängert seine Geltungsdauer jedoch nicht. Der Urheber hat einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass sein Werk mit seinem Namen gekennzeichnet werden muss.
  • Vervielfältigungsrecht: Der Urheber kann bestimmen, wer sein Werk in welcher Form vervielfältigen darf. Das ist fast immer nötig, damit er aus der Verwertung auch wirtschaftlichen Nutzen ziehen kann. Ein nicht gedruckter Roman oder eine nicht gespielte Komposition bringen sonst keine Tantiemen ein. Allerdings berechtigt der Besitz eines Werkes – beispielsweise eine im Kunsthandel gekaufte Skulptur – nicht dazu, es auch zu vervielfältigen.
  • Nutzungsrecht: Der Urheber kann entscheiden, wer sein Werk nutzen darf. Es gibt hierfür vielfache Möglichkeiten, die jeweils vertraglich zu regeln sind. Der Urheber kann die Nutzungsrechte unentgeltlich und auch pauschal, also räumlich, zeitlich und mengenmäßig unbeschränkt, vergeben.

Wie das Urheberrecht in der Praxis Anwendung findet


Kreative Leistungen am Arbeitsplatz entstehen also unter eindeutigen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zur festen Tätigkeit des Arbeitnehmers gehört es, Werke zu schaffen, im Gegenzug erhält er sein Gehalt. Darum gilt in den allermeisten Fällen der Grundsatz, dass der Arbeit- und damit Auftraggeber alle Nutzungsrechte inklusive des Vervielfältigungsrechts ohne weitere Vergütung ausüben kann. Erzielt er mit der Vervielfältigung oder Nutzung allerdings besonders hohe Gewinne, kann dem Urheber ein Anspruch auf Nachvergütung zustehen. Das gilt auch, wenn er seine Leistung für eine Bezahlung erbracht hat, die branchenunüblich niedrig war. Eine Ausnahme bilden Computerprogramme: Hier zielen die Auftrags- und Entstehungsbedingungen ausdrücklich auf eine hohe Zahl an Vervielfältigungen, was aber zumeist im Honorar berücksichtigt ist.


Was bedeutet das in der Praxis?


  • Urheberrechte sind unveräußerlich und verbleiben immer beim kreativen Schöpfer eines Werkes. Der Arbeitgeber kann sie nicht erwerben.
  • Entsteht ein Werk im Auftrag eines Arbeitgebers und gegen Bezahlung, fallen ihm üblicherweise die Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte zu. Das ist meist in Honorar- oder Werkverträgen entsprechend vereinbart.
  • Meistens verzichtet der Urheber auf die Nennung seines Namens im Zusammenhang mit dem entstandenen Text, Foto, der entwickelten Verpackung oder der sonstigen kreativen Leistung.
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