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Illegale Autorennen: Raser werden strenger bestraft

Extremes Rasen wird künftig deutlich härter bestraft. Das neue Gesetz, das jetzt im Bundestag verabschiedet wurde, sieht für die Teilnahme an illegalen Autorennen Haftstrafen von bis zu zwei Jahren vor. Passiert ein Unfall, kann die Strafe noch deutlich höher ausfallen. 

Möglich ist diese Verschärfung, weil ab sofort schon die Rennteilnahme als Straftat gewertet wird. Bisher galt diese nur als Ordnungswidrigkeit und es drohten lediglich moderate Geldstrafen und bis zu einem Monat Fahrverbot, zumindest solange es nicht zu einem Unfall mit Personenschaden kam. 

Illegale Autorennen: Starker Gefährdung wird Rechnung getragen

Mit der Neuregelung reagiert der Gesetzgeber auf eine Vielzahl an schweren Unfällen, die in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen gesorgt hatten. So wurde erst im Juni in Mönchengladbach ein unbeteiligter Passant getötet, als sich drei Männer ein illegales Rennen lieferten. Die Polizei ermittelte daraufhin in einem Mordfall. In einem ähnlichen Fall hatten die Richter des Berliner Landgerichts zuvor bereits lebenslange Haft verhängt, nachdem Raser einen tödlichen Unfall verursacht hatten.

Das neue Gesetz trägt nun also dem hohen Gefährdungspotential durch Raser besser Rechnung. Es beschränkt sich dabei nicht auf die Teilnahme an illegalen Autorennen, sondern bezieht auch „Alleinraser“ ein, die Tempolimits „erheblich, grob verkehrswidrig oder rücksichtslos überschreiten“.

Allgemeine Tempoverstöße gelten weiterhin als Ordnungswidrigkeit, sind also nicht betroffen.

Strafmaß für die Gefährdung durch Rasen

Das neue Gesetz sieht ein stufenweise ansteigendes Strafmaß vor. Die Teilnahme an illegalen Autorennen wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet. Bei einer Gefährdung von „Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremden Sachen von bedeutendem Wert“ steigt das Maß auf bis zu fünf Jahre. Im Falle eines schweren Unfalls mit Personenschaden sind bis zu zehn Jahre Haft vorgesehen. Das Mindeststrafmaß liegt dann bei einem Jahr.

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