Grundstückskauf: Darauf sollten Sie besonders achten
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Grundstückskauf: Darauf sollten Sie besonders achten

Der Grundstückskauf ist eine Lebensentscheidung, gerade wenn man bauen und selbst auf dem erworbenen Gelände wohnen möchte. Wer die Region gut kennt und Kontakte im Umfeld besitzt, ist im Vorteil. Das Risiko einer Fehlinvestition sinkt deutlich.

Jeder Grundstückskäufer muss sich im Vorfeld mit finanziellen, rechtlichen und sehr praktischen Fragen auseinandersetzen. Übereilte Entscheidungen sind hier fehl am Platz.

Die richtigen Prioritäten setzen

Der Kauf eines Grundstücks setzt eine gewisse Kompromissbereitschaft voraus, die wichtigsten Ziele sollten jedoch nicht aufgegeben werden. Zielführend ist, eine persönliche  Prioritätenliste zu erstellen. Darin kann zum Beispiel stehen, dass sich das Grundstück zum Maximalpreis von xx Euro möglichst nah an der Stadtgrenze befinden sollte, in keinem Fall aber weiter als eine Fahrtstunde entfernt. Gerade bei Schulkindern in der Familie ist eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel wichtig. Für die Liste heißt das zum Beispiel: Der Bahnhof soll möglichst nahe sein, muss aber in jedem Fall in zehn Minuten mit dem Rad zu erreichen sein.

Scheuen Sie sich nicht, die einzelnen Punkte dieser Auflistung einzeln abzuhaken, wenn ein Grundstück in die engere Wahl kommt. Schwächen bei der Lage oder Anbindung werden so besser deutlich und lassen sich weit schlechter ignorieren.

Sind die baulichen Pläne zu realisieren?

Das wahrscheinlich wichtigste Kriterium bei der Kaufentscheidung ist die Frage, ob sich die geplante Nutzung tatsächlich realisieren lässt. Planen Sie zum Beispiel ein dreistöckiges Generationen-Haus, kann auch die beste Lage nicht genügen, wenn hier nur zweigeschossige Häuser erlaubt sind.

Grundbuch und Bebauungsplan gründlich prüfen

Das Grundbuch gibt über viele wichtige Fragen Auskunft: Wie sehen die Besitzverhältnisse aus, lasten noch Schulden auf dem Grundstück, bestehen verbriefte Nutzungsrechte und so weiter. Kein Kaufvertrag sollte geschlossen werden, ohne Einsicht ins Grundbuch genommen zu haben. Von ähnlicher Bedeutung ist der örtliche Bebauungsplan. Er legt fest, in welchem Maße gebaut werden darf. Werden hier zum Beispiel grundsätzlich nur Flachdächer zugelassen, ist das Gesetz.

Solide Finanzplanung

150 Euro sind derzeit im Durchschnitt für den Grundstücks-Quadratmeter zu bezahlen, aber diese Statistik nützt wenig. Münchner Innenstadt oder sächsische Provinz, da sind die Unterschiede erheblich. Immer gilt: Die Kosten für den Kauf eines Grundstücks gehen weit über den Gelände-Preis hinaus. Abhängig vom Bundesland kommen allein durch die Grunderwerbssteuer 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises hinzu. Auch Makler, Notar, Darlehen, Versicherungen und Gebühren wollen bezahlt sein. Das alles gilt es einzuplanen.

Unerwartete Kostentreiber

Beim Grundstückskauf drohen viele finanzielle Überraschungen, die meisten davon sind negativ. Da wäre zum Beispiel das Thema der Kampfmittelbeseitigung. Wurde das Grundstück bereits auf Kriegs-Blindgänger untersucht? Stehen noch verfallene Gebäude auf dem Gelände, kann sich ein Problem mit Sondermüll ergeben. Spätestens mit den ersten Asbestplatten steigen die veranschlagten Kosten rapide. Auch mögliche Pläne beim Ausbau der Straße können für Grundstückseigentümer teuer werden.

Tipp: Planen Sie Gelder für Beratung ein, zum Beispiel durch Bausachverständige oder einen Notar. Nehmen Sie sich persönlich ausreichend Zeit und erkunden Sie die Region. Wer sesshaft wird, sollte Land und Leute kennen und mögen.    

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