Wasserkocher: Wasser drin lassen – ist es dann noch verwendbar?
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Wasserkocher: Wasser drin lassen – ist es dann noch verwendbar?

Die Angst vor Keimen und Bakterien bringt viele Menschen dazu, überschüssiges Wasser nicht im Wasserkocher zu lassen, sondern es wegzuschütten. Aber ist abgestandenes Wasser aus dem Kocher wirklich gesundheitsgefährdend oder kann es ohne Probleme noch mal verwendet werden?

Sprechen Keime im Wasserkocher dagegen, Wasser darin zu lassen?

Eine Studie des Instituts Fresenius hat ergeben, dass 53 Prozent der Deutschen den Wasserkocher nach dem Gebrauch lieber leeren, als das Wasser darin zu belassen. Dabei ist das gar nicht notwendig, wie das Institut bestätigt. Es existieren zwar Keime, die sich im abgestandenen Wasser vermehren können, aber dies würde einen Zeitraum von mehreren Wochen in Anspruch nehmen. Das zweite Argument gegen das Wegschütten des übrig gebliebenen Wassers ist ebenfalls plausibel: Falls sich doch schädliche Keime gebildet haben sollten, werden diese in der Regel durch erneutes Aufkochen abgetötet. Das abgekochte Wasser kann dann bedenkenlos getrunken werden.

Verunreinigen Schadstoffe aus dem Gerät das Wasser?

Doch wie sieht es mit den Metallen aus, die in einem Wasserkocher verbaut sind – können sie Schadstoffe an das Wasser abgeben, wenn es zu lange darin steht? Laut Institut Fresenius sollten Sie auf das GS-Siegel am Wasserkocher achten. Die Abkürzung steht für “geprüfte Sicherheit” und bescheinigt Produkten, dass sie den Anforderungen von § 21 des Produktsicherheitsgesetzes entsprechen. Dies beinhaltet die Garantie, dass beim Gebrauch der Geräte keine schädlichen Stoffe (etwa Nickel oder Bisphenol A) austreten und zum Beispiel die Wasserqualität nicht beeinträchtigt wird. Alle verwendeten Materialien sind unbedenklich.

Bereits 2015 kam das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nach einer Untersuchung von Metallen in Küchengeräten zu dem Schluss, dass die vorgeschlagenen Grenzwerte freigesetzter Metalle beim Gebrauch von Wasserkochern nicht über-, sondern deutlich unterschritten werden. Sie können das Wasser also ruhig im Wasserkocher lassen – es werden sich keine schädlichen Metalle darin absetzen.

Geschmackliche Beeinträchtigung durch abgestandenes Wasser?

Es gibt aber auch Menschen, die mit dem abgestandenen Geschmack des wiederverwendeten Wassers argumentieren. Sie wollen es nicht im Wasserkocher belassen, da ihnen beispielsweise der Tee mit dem erneut aufgekochten Wasser nicht schmeckt. Rein wissenschaftlich gesehen gibt es aber keine Belege dafür, dass Wasser, das ein zweites Mal aufgekocht wird, den Geschmack eines Getränks beeinträchtigt. Dieser Punkt ist und bleibt allerdings im wahrsten Sinne des Wortes Geschmackssache.

SB
Autor/-in
Sarah Berger
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