Versicherung für Heimwerker: Welche kommt infrage?
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Versicherung für Heimwerker: Welche kommt infrage?

Das Heimwerken gehört zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen überhaupt. Es wird gesägt, gebohrt und geschraubt. Eine Versicherung schützt vor Problemen, die dabei auftauchen können. Zur eigenen Sicherheit sind eine Privat-Haftpflichtversicherung und eine private Unfallversicherung empfehlenswert – diese sorgen für den Fall der Fälle vor.

Versicherung für Heimwerker: Vor Unfällen ist niemand sicher

Verletzungen von Personen oder Beschädigungen des Eigentums Dritter ist beim Heimwerken nicht auszuschließen: Jährlich verunglücken 300.000 Heimwerker in Deutschland (Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund). Quetschungen, Schnittwunden und Stürze sind die häufigsten Verletzungen. Entsprechende Versicherungen wie eine private Haftpflicht- und Unfallversicherung sorgen für die nötige Absicherung.

Selbst wenn Ihre individuellen Fähigkeiten und Ihr Handwerksgeschick ausreichen – nicht jede Aufgabe ist für den Hobbyheimwerker gedacht. Wollen Sie Schweißarbeiten selbst ausführen? Dann ist der Schweißerlaubnisschein zwingend notwendig – arbeiten Sie ohne diesen Schein, übernimmt keine Versicherung entstehende Schäden. Noch gefährlicher ist die Arbeit an Elektroinstallationen. Ein Kurzschluss kann zu einem Brand führen, auch ein lebensgefährlicher Stromschlag ist möglich. Brennt Ihr Haus aufgrund einer von Ihnen fehlerhaft montierten Elektroinstallation nieder, übernimmt keine Versicherung den Schaden. Überlassen Sie solche Arbeiten also unbedingt dem Elektroinstallateur. Für Hobbyhandwerker bleiben genügend weniger gefährliche Arbeiten. Kommt es dennoch zu einem Zwischenfall, helfen die Privat-Haftpflichtversicherung und die private Unfallversicherung.

Privat-Haftpflichtversicherung für Heimwerker

Viele Bauherren legen selbst Hand an, um die Kosten zu reduzieren. Doch was passiert, wenn Sie mit Ihrer Arbeit Dritte schädigen, z. B. wenn Sie auf Ihrem Grundstück einen Baum fällen und dieser das Hausdach Ihres Nachbarn beschädigt? Deckt die Privat-Haftpflichtversicherung den Schaden ab? Der Bundesgerichtshof fällte 2011 eine für alle Heimwerker interessante Entscheidung (BGH, Urteil vom 09.11.2011: IV ZR 115/10): Ein vom Kläger gefällter Baum landete auf dem Grundstück des Nachbarn; es entstand ein beträchtlicher Schaden. Die Versicherung verweigerte die Zahlung, da das Baumfällen eine ungewöhnliche und gefährliche Beschäftigung sei. Der Bundesgerichtshof teilte die Ansicht nicht, die Haftpflichtversicherung musste zahlen. Die “Beschäftigung” sei nämlich eine einmalige Handlung und keine wiederkehrende Betätigung, weshalb diese versichert ist. Diese Entscheidung lässt sich auf andere Tätigkeiten des Heimwerkers übertragen – wichtig ist, dass die Tätigkeit nicht mehrere Wochen kontinuierlich andauert.

Private Unfallversicherung für Heimwerker

Heimwerken ist eine Tätigkeit, die in der Regel in der Freizeit ausgeübt wird; die gesetzliche Unfallversicherung haftet daher nicht. Betätigen Sie sich regelmäßig als Heimwerker, ist die private Unfallversicherung ratsam, das empfiehl der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Darauf sollten Versicherte achten: Bei dauerhafter Beeinträchtigung muss die abgeschlossene private Unfallversicherung eine Unfallrente oder Kapitalleistung erbringen. Die private Unfallversicherung sollte während der Genesungszeit Tagegeld zahlen.

Das Wesentliche im Überblick

  • Die Privat-Haftpflichtversicherung schützt Sie auch beim Heimwerken.
  • Die private Unfallversicherung ist wichtig, sollte es zu schweren Verletzungen kommen.
  • Bei bestimmten Arbeiten haftet die Versicherung unter Umständen im Schadensfall nur, wenn ein entsprechender Befähigungsnachweis vorliegt. (zum Beispiel Schweißarbeiten)
WE
Autor/-in
Wolfgang Ellermann
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