Zwetschgenbäume •

Zwetschgenbaum pflegen: Tipps für einen gesunden Zwetschgenbaum und viel Ertrag

Einem Zwetschgenbaum im eigenen Garten stehen viele Gartenbesitzer skeptisch gegenüber. Anders als Äpfel, Birnen oder Kirschen stehen Zwetschgenbäume im Ruf, ausgesprochen anspruchsvoll und alles andere als pflegeleicht zu sein. Wirklich kompliziert ist jedoch auch die Pflege eines Zwetschgenbaumes nicht. Wichtig sind vor allem ein optimaler Standort und ein regelmäßiger Schnitt des Baumes.

Zwetschgenbaum pflanzen

Zwetschgenbäume lieben Sonne und nährstoffreiche Böden. Wenn der Standort Ihres Baumes diese beiden Grundvoraussetzungen erfüllt, können Sie mit einem gesunden, starken Baum und in absehbarer Zeit mit leckeren Früchten rechnen.

Gepflanzt werden die Bäume im Herbst oder im Frühjahr in einer frostfreien Periode. Vor dem Einpflanzen werden die Wurzeln und Triebe des jungen Baumes etwas zurückgestutzt. Das Pflanzloch muss so tief sein, dass die Wurzeln des Bäumchens komplett darin verschwinden und sollte außerdem etwas breiter als der Wurzelballen sein. Nach dem Pflanzen gießen Sie Ihren Zwetschgenbaum mit reichlich Wasser an und fixieren den Stamm an einem Holzpfahl. Insektenfallen (Gelbtafeln, Leimringe) an Stamm und Pfahl halten unliebsame Gäste fern, so dass das Bäumchen gut gedeihen kann. 

Zwetschgenbaum schneiden: Wie geht es richtig?

Ein Zwetschgenbaum benötigt regelmäßig einen fachgerechten Schnitt. Ungeschnitten überaltern bei dieser Obstbaumsorte die Fruchttriebe bereits in kurzer Zeit, was einen Rückgang der Erträge nach sich zieht. Für Zwetschgenbäume sind dabei unterschiedliche Schnitt-Varianten von Bedeutung. 

Einen Pflanzschnitt nehmen Sie im Jahr nach dem Einpflanzen des Baumes vor. Dabei geben Sie dem noch sehr jungen Zwetschgenbaum eine Grundstruktur: Neben dem Mitteltrieb belassen Sie vier oder fünf gleichmäßig um den Stamm angeordnete Seitentriebe am Baum. Diese werden durch spätere Schnitte zu Leitästen erzogen, die später viele eigene Seitentriebe mit Zwetschgen tragen. Konkurrierende Triebe werden dagegen ausnahmslos entfernt. Zudem werden die späteren Leitäste bei diesem Schnitt um rund ein Drittel eingekürzt. 

Von Natur aus wachsen Zwetschgenbäume aufrecht, ihr Geäst läuft in einer schmalen Krone aus. In den ersten Jahren sichert ein Erziehungsschnitt, dass auch die Früchte im Inneren genügend Sonnenlicht erhalten, um zu wachsen und ihr volles Aroma auszubilden.

Für den Erziehungsschnitt kappen Sie alle Leit- und Triebäste vor einem nach außen wachsenden Seitentrieb. An den Leitästen werden sogenannte Wasserschosse - junge Austriebe - sowie überschüssige Seitentriebe bis auf zehn Zentimeter Länge weggeschnitten, damit sich die Krone optimal entwickeln kann. Dieser Schnitt wird meist im Frühjahr oder Sommer vorgenommen. Möglich ist jedoch auch ein Winterschnitt. Dabei haben Sie den Vorteil, dass die Krone des Baumes etwas übersichtlicher ist, müssen jedoch im Frühjahr nochmals die Wasserschosse schneiden. 

Der Erhaltungsschnitt des Zwetschgenbaumes erfolgt nach der Ernte. Dabei werden innerhalb der Krone die Frucht- und Gerüsttriebe ausgelichtet, damit die Größe und Form des Baums erhalten bleibt. Abgetragenes, hängendes Fruchtholz wird auf jüngere Triebe abgeleitet, die mindestens zwei Jahre alt sind und Blütenknospen tragen. 

Einen Verjüngungsschnitt benötigen Zwetschgenbäume normalerweise nicht. Erforderlich wird er nur dann, wenn der Baum über mehrere Jahre nicht geschnitten wurde. Dabei werden zunächst alle steil stehenden Äste entfernt und überaltertes Fruchtholz bis zu jüngeren Seitentrieben eingekürzt. 

Zwetschgenbaum veredeln - die besten Tipps

Durch das Veredeln Ihres Zwetschgenbaumes optimieren Sie dessen Eigenschaften, indem Sie die Vorteile mehrerer Zwetschgensorten miteinander kombinieren. Hierdurch erzielen Sie ein schnelleres Wachstum und steigern die Erträge. Außerdem wird der Baum durch das Veredeln widerstandsfähiger gegen Schädlingsbefall und Baumkrankheiten. Für die Veredelung von Zwetschgenbäumen gibt es verschiedene Methoden: 

  • Kopulation
  • Okulation
  • Geißfußveredelung
  • Veredelung hinter der Rinde

Welches Verfahren für Ihren Zwetschgenbaum optimal ist, erklärt Ihnen am besten ein Gartenbau-Experte. Er hilft Ihnen auch dabei, die entsprechenden Techniken zu erlernen. 

Tipp: Im Fachhandel werden bereits veredelte Zwetschgensorten angeboten. Wenn Sie sich von vornherein für einen solchen Baum entscheiden, können Sie bereits nach kurzer Zeit mit besonders reichen Ernten rechnen. 

Muss man Zwetschgenbäume düngen?

Grundsätzlich sollten Sie beim Düngen von Obstbäumen eher zurückhaltend sein. Vor allem stickstoffreiche Dünger führen dazu, dass die Bäume in stärkerem Umfang Triebe und Blätter bilden, so dass ihnen für die Ausbildung der Früchte weniger Energie zur Verfügung steht. Meist reicht es aus, wenn die Bäume genügend Sonnenlicht und Feuchtigkeit erhalten.

Bei Zwetschgenbäumen ist es sinnvoll, direkt nach dem Pflanzen mit Kompost oder mit geringen Mengen Kalium-Phosphor-Substrat zu düngen. Diese Düngung hilft dem Baum, seine Wurzeln auszubilden und gut im Boden Fuß zu fassen. Zumindest in den ersten Jahren ist danach kein weiteres Düngen mehr erforderlich. Ältere Zwetschgenbäume sollten einmal jährlich - am besten im Frühjahr oder Frühsommer - eine Kompostdüngung erhalten. 

Wie viele Zwetschgen dürfen an einem Ast hängen?

Damit die Zwetschgen groß und saftig werden und ihre volles Aroma entfalten können, sollten sich an einem Ast nicht zu viele Fruchtstände befinden. Als Faustregel gilt hier: 40 bis 50 Blätter ernähren eine Zwetschge. An einem Ast sollte sich alle Handbreit eine Frucht befinden, die möglichst viel Zugang zu Sonnenlicht erhalten muss. Überzählige Früchte entfernen Sie, sobald nach der Baumblüte die Fruchtstände sichtbar werden. 

Was tun, wenn der Zwetschgenbaum keine Früchte trägt?

Ursachen dafür, dass der Zwetschgenbaum wenig oder keine Früchte trägt, sind beispielsweise ein falscher Schnitt, Veredelungsfehler oder Überdüngung. Auch ungünstige Nachbarn können dem Baum so viel Nährstoffe entziehen, dass er weder Blüten noch Früchte tragen kann. Wenn ein Nachschnitt oder das Schaffen günstigerer Standortbedingungen keine Abhilfe schaffen, hat sich das Anbringen eines sogenannten Fruchtgürtels bewährt.

Dabei wird im Frühjahr ein Draht um den Baumstamm gespannt, der dort bis zum Herbst verbleibt. Im nächsten Jahr entfaltet der Baum mit etwas Glück eine üppige Blüte und trägt auch wieder Früchte. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass in Ihrem Garten mindestens zwei verschiedene Zwetschgensorten wachsen oder Ihren Baum entsprechend veredeln, um die Befruchtung der Blüten abzusichern.

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