Kartoffelsorten für den Garten: Von mehlig bis festkochend
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Kartoffelsorten für den Garten: Von mehlig bis festkochend

Rund 150 leckere Kartoffelsorten gibt es in Deutschland und Sie können alle im eigenen Garten anbauen. Doch welche ist die richtige? Hier erfahren Sie alles über mehlige und festkochende Kartoffeln, alte Sorten und exotische Gourmetkartoffeln.

Reifegrad und Erntezeitpunkt verschiedener Kartoffelsorten

Der Zeitpunkt der Ernte reicht bei Kartoffeln von Juli bis September, je nach Sorte. So können Sie den ganzen Sommer und Herbst über frische Kartoffeln essen, wenn Sie genügend Platz im Beet haben. Geerntet wird in der Regel, sobald das grüne Kraut der Pflanze verblüht ist. Um Verwechslungen zu vermeiden, sollten Sie stets nur eine Kartoffelsorte pro Beet anbauen.

  • Frühkartoffeln sind meist eher festkochend und bringen in der Regel einen kleineren Ertrag als die späteren Sorten. Dafür sind diese Erdäpfel oft sehr zart im Biss und fein-aromatisch im Geschmack. Eine recht ertragreiche Ausnahme unter den Frühkartoffeln ist die Belana. Auch Christa, Cilena und Marabel können Sie schon im Juli aus der Erde holen.
  • Mittelfrühe bis mittelspäte Kartoffelarten sind ab August erntereif. Beispiele sind die beliebte Pommes-Kartoffel Hansa oder die mehlige Agria. Die festkochende Selma ist vor allem in Süddeutschland eine begehrte Salatkartoffel und Nicola kommt besonders gut mit trockenen Böden zurecht.
  • Spätkartoffeln sind gegen Ende August, Anfang September bereit zur Ernte. Späte Kartoffelsorten bekommen Sie in allen Formen, Farben und Konsistenzen, so zum Beispiel die mehlige Désirée oder die festkochende Laura.

Konsistenz der Kartoffeln von mehlig bis festkochend

Um die richtige Kartoffelsorte für den heimischen Garten zu finden, überlegen Sie sich zunächst, was Sie am liebsten mit den leckeren Erdknollen zubereiten wollen. Denn: Die verschiedenen Sorten haben ganz unterschiedliche Kocheigenschaften.

  • Mehlig kochende Kartoffelsorten haben einen hohen Stärkeanteil und sind nach dem Kochen relativ trocken. Sie eignen sich deshalb hervorragend für Pürees, Suppen, Klöße oder als Backkartoffel. Mehlige Kartoffeln gehören meist zu den mittleren bis späten Sorten, wie zum Beispiel Bintje und Agria, die häufig für die Herstellung von Chips und Pommes verwendet werden. Doch es gibt auch unter den Frühkartoffeln ein paar mehlige Vertreter, wie etwa die Gunda und die sehr ertragreiche Augusta.
  • Vorwiegend festkochende Kartoffeln sind weder besonders mehlig noch wirklich fest, weshalb sie besonders gut für Rezepte geeignet sind, bei denen die Kartoffeln zwar weich sein, aber dennoch ihre Form behalten sollen, wie etwa bei gewürzten Kartoffelspalten, Eintöpfen und Aufläufen. Gala und Gloria zum Beispiel sind vorwiegend festkochend, dabei sehr aromatisch und können schon recht früh geerntet werden. Doch auch mittelfrühe Sorten wie die Quarta oder späte Exemplare wie die Atlas gibt es reichlich.
  • Festkochende Kartoffelarten sind saftig und schnittfest und werden deshalb in deutschen Küchen meist zu Kartoffelsalat, Salz- oder Pellkartoffeln verarbeitet. Am beliebtesten ist dabei die frühe und geschmacksintensive Sorte Linda, die bei langer Lagerung allerdings mehlig wird. Auch die mittelfrühe La Ratte erfreut sich großer Beliebtheit, weil Sie diese kleinen, hörnchenförmigen Kartoffeln mitsamt der Schale essen können.
 Zarte Frühkartoffeln können Sie mit Schale essen.

Zarte Frühkartoffeln können Sie mit Schale essen.

Alte Kartoffelsorten

Der Wiederanbau von alten Gemüsesorten wie zu Großmutters Zeiten erfreut sich steigender Beliebtheit. So findet sich in Hobbygärten und auf Bioäckern heute eine erstaunliche Vielfalt an alten Kartoffelarten, die das Angebot im Supermarkt geradezu langweilig wirken lassen. Ein Beispiel dafür ist die Sorte Linda, die fast ausgestorben wäre, weil sie zu empfindlich für die Ansprüche der Großindustrie war. Auch der Ackersegen, Bintje, die Sieglinde oder die Dänische Spargelkartoffel (auch Asparges genannt) haben eine lange Anbaugeschichte und sind heute nur selten im konventionellen Handel zu finden.

Violette und rote Kartoffelsorten

Nicht nur geschmacklich sind die Knollen viel abwechslungsreicher, als oft vermutet wird. Auch optisch sind manche Sorten ein echtes Highlight. Mit Nuancen von Zartrosa bis Tiefviolett gibt es einige Kartoffeln, die Farbe auf den Teller bringen, wie zum Beispiel:

  • Blauer Schwede: dunkelviolette Schale, blau marmoriertes Fleisch, nussiger Geschmack, mehlig kochend, mittelspäte Ernte
  • Skerry Blue: blaue Schale, gelbes Fleisch, kräftiger Geschmack, festkochend, späte Ernte
  • Laura: rote Schale, tiefgelbes Fleisch, vorwiegend festkochend, cremiger Geschmack, mittelfrühe Ernte

Gourmetkartoffeln

Einige Kartoffelsorten sind wahre Geschmackswunder, aber aufgrund des geringen Ertrages kaum im Laden erhältlich. Erfreulicherweise können Sie einfach Ihren eigenen Garten in ein Paradies für Kartoffelgourmets verwandeln. Probieren Sie doch mal folgende Sorten:

  • Mayan Twilight: rotgelb gefleckte Schale, goldenes Fleisch, leicht marzipanartiger Geschmack, vorwiegend festkochend, mittelfrühe Ernte
  • Vitelotte: schwarze Schale, violett marmoriertes Fleisch, würziger, trüffelähnlicher Geschmack, festkochend, späte Ernte
  • Bamberger Hörnchen: leicht rosa Schale, sattgelbes Fleisch, fein-würziger Geschmack, festkochend, mittelfrühe Ernte

Kartoffeln optimal lagern

Da sich nicht alle Kartoffelsorten gleichermaßen gut lagern lassen, sollten Sie sich vor dem Anbau überlegen, ob Sie die leckeren Erdäpfel gleich verspeisen oder länger aufbewahren möchten. Als Lagerkartoffeln eignen sich unter anderem Adretta, Linda, Belana, Granola und die Linzer Delikatesse sehr gut. Wie Sie möglichst lange etwas von den tollen Knollen haben, erfahren Sie im Ratgeber “Kartoffeln lagern: Tipps für besonders lange Haltbarkeit“.

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Autor/-in
Wolfgang Ellermann
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