Heizung für den Neubau: Das müssen Bauherren wissen
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Heizung für den Neubau: Das müssen Bauherren wissen

Die Auswahl der Heizung ist bei einem Neubau eine wichtige Entscheidung. Aber welches Heizsystem ist das beste für das neue Zuhause? Welche Kesselart benötigen Sie gegebenenfalls und was gibt es sonst noch Wichtiges zu bedenken? Hier lesen Sie, worauf Häuslebauer achten sollten.

Wichtige Entscheidung: Welche Heizung bei Neubau?

Mit Blick auf das passende Heizungssystem stehen Ihnen heute diverse Technologien zur Wahl, die teils mehr, teils weniger auf erneuerbare Energien setzen. Auch wer traditionelle Brennstoffe wie Öl und Gas bevorzugt, muss umweltfreundliche Aspekte nicht außen vor lassen: Mischsysteme sind längst eine gängige Option und werden meist unter dem Schlagwort „Hybridheizung” verortet.

Die Möglichkeiten sind vielfältig – dementsprechend schwierig ist die Entscheidung für eine Heizungsart. Dabei spielen nicht nur die Kosten für den Energieträger, sondern auch individuelle Faktoren wie persönliche Vorlieben, finanzieller Spielraum, vorhandene Nutzfläche Ihrer Immobilie und örtliche Gegebenheiten eine Rolle.

Eine gute erste Orientierung liefert unser Ratgeber „Welche Heizung ist die beste? 6 Fragen, die Sie sich stellen sollten“. Bei der Entscheidung behilflich sein können auch Energieberater und Fachunternehmen für Heizungsbau.

Niemand möchte im Winter frieren. Deshalb brauchen Sie eine Heizung, die gut zu den baulichen Voraussetzungen und Ihren persönlichen Bedürfnissen passt.
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Niemand möchte im Winter frieren. Deshalb brauchen Sie eine Heizung, die gut zu den baulichen Voraussetzungen und Ihren persönlichen Bedürfnissen passt.

Energieeinsparverordnung und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz: Was darf eigentlich verbaut werden?

Geht es um eine Heizung für Ihren Neubau, entscheiden am Ende auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) darüber, was verbaut werden darf.

Die EnEV gibt strenge Richtwerte in Bezug auf Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung, Wärmeverlust und Kühlen vor. Das EEWärmeG wiederum schreibt vor, dass ein gewisser Anteil am Energiebedarf eines Neubaus durch erneuerbare Energien abgedeckt werden muss. Alternativ können Bauherren entsprechende Ersatzmaßnahmen durchführen. Hierzu zählt etwa eine verbesserte Dämmung. Der heute obligatorische Energieausweis geht ebenfalls auf die EnEV zurück.

Für Häuslebauer ist die EnEV auch deshalb wichtig, weil bei Nichteinhaltung Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen. Außerdem hängt eine mögliche Förderung der neuen Heizung ebenfalls stark von der Einhaltung der in der EnEV festgelegten Grenzwerte ab. Wie genau diese aussehen, erklärt Ihnen ein Energieberater oder Heizungsfachmann.

Die EnEV ist übrigens nicht nur für Neubauten relevant, sondern auch bei der Modernisierung von Heizungsanlagen. Was Besitzer älterer Immobilien sonst noch über den Austausch ihrer Heizungsanlage wissen sollten, erfahren sie im Artikel „Heizungsmodernisierung: Tipps für neue Technik im alten Haus“

Kesseltypen und Rohre: Was kommt ins Haus?

Die Heizungsfrage sollten Sie schon möglichst früh während der Bauphase klären. Der Grund: Je nach Heizungssystem sind verschiedene Rohre oder auch Kesseltypen nötig. Mit Blick auf Letzteres stehen Ihnen Konstanttemperaturkessel, Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel als Optionen zur Wahl. Nach aktuellem Stand der Technik wird meist ein Brennwertkessel zusammen mit einer neuen Heizung installiert.

Damit die Wärme in die einzelnen Räume des Hauses transportiert werden kann, braucht es geeignete Rohrleitungen. Material, Durchmesser und Verlegungsart unterscheiden sich je nach Heizungssystem. Was für Ihr Vorhaben in Frage kommt, weiß der Fachmann.

Geld sparen mit einer Förderung für die Heizung 

Auf lange Sicht spart eine neue, moderne Heizungsanlage aufgrund des geringeren Verbrauchs bares Geld. Doch für Anschaffung und Einbau kommen erst einmal hohe Kosten auf Hausbesitzer zu. Die gute Nachricht: Der Staat unterstützt Hausbesitzer dabei mit vergünstigten Darlehen und Zuschüssen– sowohl beim Neubau als auch beim Austausch alter Anlagen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet gleich mehrere Förderprogramme für den Einbau moderner Gas- und Ölheizungen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt Eigentümer, die beim Heizen auf erneuerbare Energien setzen wollen. 

Mit staatlichen Förderprogrammen für die Heizung können Sie möglicherweise jede Menge Geld sparen.
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Mit staatlichen Förderprogrammen für die Heizung können Sie möglicherweise jede Menge Geld sparen.

Neben dem Staat gibt es noch zahlreiche andere Stellen, die den Einbau einer modernen Heizungsanlage fördern, zum Beispiel Länder und Kommunen. Auch Energieversorger unterstützen Bauherren teilweise bei der Finanzierung. Bei der Fülle von Möglichkeiten ist es für Laien oft schwierig, den Überblick zu behalten. Wenden Sie sich daher an einen Energieberater vor Ort. Denn der kennt auch die regionalen Fördermöglichkeiten und kann Ihnen womöglich einiges an Kosten ersparen sowie Sie bei der Antragstellung unterstützen

Auch Sonnenenergie kann beim Heizen zum Tragen kommen. Und für entsprechende Anlagen gibt es ebenfalls diverse Fördermöglichkeiten. Welche das sind und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, lesen Sie im Artikel „Mit der richtigen Förderung Solarthermie günstig finanzieren“.

Heizung leasen als alternative Option

Wenn eine Eigenfinanzierung für Sie keine Option darstellt, können Sie eine Heizung auch leasen. Beim sogenannten Wärme-Contracting installiert der Energieversorger oder ein Heizungsfachbetrieb eine neue, energiesparende Heizung in Ihrer Immobilie. Statt des Kaufpreises zahlen Sie allerdings eine monatliche Leasingrate. Vorteil: Wartung und mögliche Reparaturkosten sind in diesen Raten bereits inbegriffen.

Wartungsvertrag und Fachunternehmererklärung

Zwei Begriffe, die im Zusammenhang mit Heizungsanlagen immer wieder fallen und die Sie als Immobilienbesitzer kennen sollten:

  • Wartungsvertrag: Heizung und alle zur Heizungsanlage gehörigen Teile müssen regelmäßig überprüft werden, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen. Im Rahmen eines Wartungsvertrags betrauen Sie einen Heizungsbauer Ihrer Wahl mit dieser Aufgabe.
  • Fachunternehmererklärung: Heizung und zugehörige Teile müssen vorschriftsgemäß installiert werden. Mit der Fachunternehmererklärung bestätigt das ausführende Unternehmen Ihnen dies – damit Sie es im Falle eines Förderantrags bei der entsprechenden Stelle nachweisen können.

Isolierung, Dämmung, smarte Steuerung: Tipps für effizientes Heizen

Selbst nach einer umfassenden Heizungsmodernisierung oder dem Einbau einer neuen Heizung können Sie Ihren Energieverbrauch noch weiter positiv beeinflussen. Heizungsrohre isolieren und Heizkörpernischen dämmen können auch Heimwerker, im Zweifel hilft der Fachmann mit Rat und Tat weiter.

Eine smarte Heizungssteuerung kann ebenfalls dabei helfen das Heim effizient zu heizen und Energiekosten einzusparen. Hier kommen vor allem intelligente Thermostate samt zugehöriger App zum Einsatz. Letztere ermöglicht es Ihnen etwa, die Temperatur in Ihrem Zuhause mit dem Smartphone von überall zu steuern. Zudem können Sie Heizpläne erstellen, also Uhrzeiten und Zeiträume festlegen, von denen ausgehend Ihre Heizung durch die Technik automatisch hoch- oder runtergeregelt wird.

Sie möchten effizienter heizen? Eine smarte Steuerung macht’s möglich.
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Sie möchten effizienter heizen? Eine smarte Steuerung macht’s möglich.

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