Wo der Schuss Zitrone helfen kann: Espresso mit Zitrone gegen Migräne
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Wo der Schuss Zitrone helfen kann: Espresso mit Zitrone gegen Migräne

Als Migränepatient haben Sie ein Problem. Sie sind anfallsartig auftretenden Kopfschmerzen ausgesetzt. Sie haben deswegen einen Arzt konsultiert und Medikamente verschrieben bekommen, mit denen Sie den Anfall ausbremsen können. Aber Sie wissen auch: Diese Medikamente besitzen unangenehme Nebenwirkungen. Darum freuen Sie sich über jede Alternative, über jedes Hausmittel, das die Krankheit in Schach halten kann. Ein Klassiker unter diesen Hausmitteln ist der Espresso mit Zitrone. Forscher der Uni Freiburg haben inzwischen einen wissenschaftlichen Beleg der Wirkweise des ungewöhnlichen Getränks erbracht.

Schmeckt nicht, hilft aber 

Es klingt wie der Albtraum eines Kaffeeliebhabers. Man nehme einen Espresso (sofort sehen wir die kleine Tasse mit ihrer Crema vor uns) - und gieße Zitronensaft hinzu! Zitronensaft?! Warum sollte ein halbwegs genussfähiger Mensch so etwas tun? - Die Antwort ist einfach: Weil er unter Kopfschmerzen, weil er unter Migräne leidet. Diese lästigen Volkskrankheiten lassen Menschen zu ungewöhnlichen Mitteln greifen. Die Zubereitung ist einfach, das Trinken wird durch die Aussicht auf Linderung versüßt. Man nehme:
- einen einfachen oder einen doppelten Espresso (entspricht 40 bzw. 80 ml Flüssigkeit)
- den Saft einer viertel bzw. halben Zitrone 
- gut verrühren 
- keine Süßungsmittel

Schnelle Hilfe durch Espresso

Filterkaffee wirkt gut, Espresso wirkt besser. Wenn Sie das Maximum an Linderung aus diesem Hausmittel herausholen wollen, greifen Sie zur länger gerösteten Kaffeebohne. Denn ein guter Espresso enthält bis zu doppelt so viel Koffein wie eine vergleichbare Menge Filterkaffee. Und auf das Koffein kommt es bei der Wirkung dieses Hausmittels an. Es ist schon länger bekannt, dass der wachmachende Stoff schmerzlindernd wirkt. Über den Blutkreislauf gelangt er innerhalb von 30 bis 45 Minuten in Ihren Körper, verbleibt dort für ungefähr vier Stunden und wird mit dem Urin ausgeschieden. Die Pharmaindustrie macht sich die schmerzlindernde Wirkung des Koffeins zunutze, indem sie Schmerzpräparate mit Koffein kombiniert. Als Faustregel gilt: 100 mg Koffeinzusatz verdoppeln die Wirkung des Schmerzmittels. 

Gemeinsam sind wir stark 

Koffein verengt die Gefäße und verschafft Schmerzpatienten auf diese Weise Linderung. Das war bereits länger bekannt. Aber warum hilft es noch besser in Kombination mit Vitamin C, sprich als Espresso mit Zitronensaft? Freiburger Wissenschaftler haben einen neuen Erklärungsansatz gefunden. Schlüssel dieser Erklärung sind die Prostaglandine. Das sind Hormone des Gewebes. Sie rufen bei Verletzungen Fieber, Entzündungen und Schmerzen hervor. Auch die Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur in den ersten Stunden der Regelblutung werden von Prostaglandinen verursacht. Koffein hemmt die Produktion eines Enzyms, das die Prostaglandine freisetzen hilft. Vitamin C blockiert wiederum an anderer Stelle die Prostaglandin-Herstellung. Und darum empfinden Sie es als so lindernd, wenn Sie bei leichter Migräne oder Kopfschmerzen einen Espresso mit Zitrone trinken: Die beiden Wirkstoffe gehen gemeinsam gegen die Qual vor. Das ist kein dubioses Hausmittel - das ist physiologisch bewiesen. 

Espresso mit Zitrone ist bei Kopfschmerzen/Migräne eine gesunde Alternative zu Schmerzmitteln. Aber Vorsicht: Mehr als drei Tassen Espresso (einfach) mit dem Saft von jeweils einer viertel Zitrone rufen möglicherweise Magenprobleme hervor - denn hier wird Säure mit Säure kombiniert.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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