Zitrone •

Die Zitrone: Ein wahrer Alleskönner - Herkunft und Nährwerte der Frucht

Die Zitrone bereichert den europäischen Speiseplan seit dem 13. Jahrhundert. Tatsächlich gibt es die gelben Gesundheitsfrüchte jedoch schon wesentlich länger: Ihr Anbau wurde bei Ausgrabungen römischer Siedlungen nachgewiesen. Aber erst im 17. Jahrhundert begannen Zitronen sich bei uns im größeren Stil durchzusetzen. Ihr gesundheitlicher Nutzen rückte ab dem 18. Jahrhundert in den Vordergrund.

James Lind bekämpft den Skorbut

Der Schiffsarzt James Lind führte 1747 eine der ersten klinischen Untersuchungen in der Medizingeschichte durch. Er teilte an Skorbut erkrankte Matrosen in Gruppen und versorgte sie mit einer Grunddiät plus einem Nahrungszusatz. Eine dieser Gruppen bekam eine Zitrone täglich pro Erkranktem - die Krankheit besserte sich oder verschwand. Skorbut ist eine tückische Mangelerscheinung. Dem Körper fehlt Vitamin C, jener Stoff, der das Bindegewebe zusammenhält. An den Füßen und Unterschenkeln wachsen Geschwüre. Die Haare und Zähne fallen aus. Der Patient halluziniert, erblindet und stirbt. 40 Jahre brauchte es, bis die britische Admiralität Linds Untersuchungsergebnisse akzeptierte und ihre Matrosen mit einer Unze Zitronensaft täglich ausrüstete. Der Skorbut verschwand auf den Schiffen. Allerdings verstand niemand, wie die Zitrone das zustande brachte. 

Die goldenen Äpfel der Hesperiden

Vitamin C wurde erst im 20. Jahrhundert entdeckt. Spätestens seitdem ist die Zitrone der Star unter den natürlichen Ascorbinsäure-Spendern. Geahnt hatte man ihren gesunden Inhalt wohl schon länger: In der Renaissance standen die 'Goldenen Äpfel der Hesperiden' als Symbol für Unsterblichkeit. Ihren Ursprung haben die sauren Früchte vermutlich im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Indien. Hier sind sie als Kreuzung zwischen Bitterorange und Zitronatzitrone entstanden. In dem feuchtwarmen Klima Asiens gedeihen sie prächtig. Noch heute steht Indien mit einer Zitronenproduktion von 2,3 Millionen Tonnen auf Rang zwei hinter Mexiko (2,5 Millionen). 

Mit 100 Gramm Zitrone decken Sie ein Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin A, fünf Prozent Vitamin B1 und drei Prozent Vitamin B6.

Zitronenbäume sind Produktionswunder: Immergrün, bis zu sechs Meter hoch, mit maximal vier Fruchtperioden jährlich. Sie lieben ein gleichmäßig feuchtes und warmes Klima. Empfindlich reagieren sie auf Trockenheit und Kälte. Neben den bereits genannten Ländern finden Zitronen gute Wachstumsbedingungen in China, Argentinien und Brasilien. Die Türkei und Spanien liegen mit einer Million Tonnen und 900.000 Tonnen Ernte jährlich auf Platz sechs und sieben der größten Zitronenproduzenten. Spanische Zitronen erreichen uns ganzjährig. Von Oktober bis April kommen türkische Früchte hinzu, von November bis Juli italienische, von März bis Oktober solche aus Übersee. Am aromatischsten sind Zitronen im Winter. Beliebte Sorten heißen Eureka, Lunario, Meyer-Zitrone, Amalfi-Zitrone. 

Viel Gesundheit mit wenig Frucht 

Zitronen sind Kraftwerke der Natur, aber nicht in jeder Hinsicht. An dem Satz, die Zitrone besitze viele Vitamine, ist eines nicht richtig: der Plural. Mit 100 Gramm Zitrone decken Sie ein Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin A (Beta-Carotin), fünf Prozent Vitamin B1 (Thiamin) und drei Prozent Vitamin B6 (Pyridoxin). Die Vitamine E und K sind in Spuren vorhanden. Schlussfolgerung: Diese Vitamine sind zu vernachlässigen. Richtig lautet der Satz: Die Zitrone enthält viel Vitamin. C nämlich, die Ascorbinsäure, jenes Zaubermittel, das die Seeleute vor Skorbut geschützt hat, das unser Bindegewebe zusammenhält und die gefährlichen Zellfeinde namens Freie Radikale abwehrt. 53 Prozent dieses Lebensstoffes nehmen Sie mit 100 Gramm Zitrone zu sich (eine durchschnittliche Zitrone wiegt 85 Gramm). Viel Gesundheit mit wenig Frucht. Das Innenleben einer Zitrone besteht nicht nur aus Vitamin. Wer Kalorien zählt, darf sich darüber freuen, dass 100 Gramm Zitrone gerade mal zwei Prozent des Kalorientagesbedarfs decken. Die Tagesbedarfswerte an Fett, Kohlenhydraten, Proteinen und Ballaststoffen liegen zwischen ein und drei Prozent. Bei den Mineralstoffen machen sich das Kalium mit vier und das Magnesium mit acht Prozent Tagesbedarf positiv bemerkbar. Unter den Spurenelementen sticht das Kupfer mit 28 Prozent Tagesbedarfsmenge hervor - immerhin das drittwichtigste Spurenelement für den Menschen, unentbehrlich für Stoffwechsel und Blutbildung. Die Zitrone bereichert also den Speiseplan neben dem vielgepriesenen Vitamin C mit einigen anderen wichtigen Nährwerten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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