Das sind die Symptome von Parodontitis
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Das sind die Symptome von Parodontitis

Sie beobachten, dass Ihr Zahnfleisch gelegentlich blutet? Sei es beim Zähneputzen oder beim intensiven Kauen? Es kann sein, dass es vorbeigeht und relativ harmlos bleibt. Sie sollten das aber im Auge behalten. Gelegentliches Zahnfleischbluten kann ein erstes Symptom einer beginnenden Parodontitis sein. Und diese ist letztlich eine unangenehme und problematische Erkrankung des Zahnhalteapparates. Auf welche weiteren Anzeichen Sie unbedingt reagieren müssen lesen Sie hier.

Eine Parodontitis entwickelt sich langsam

Das Tückische dieser Erkrankung ist: Anfangs wird sie nicht als solche wahr- und ernst genommen. Da blutet ab und zu einmal das Zahnfleisch. Das hat sicher jeder schon einmal erlebt. Aber ist Ihr Zahnfleisch sichtbar gerötet und auch angeschwollen? Spätestens jetzt sollte der Zahnarzt aufgesucht werden. Das häufig entzündete Zahnfleisch wirkt auf die knöcherne Umgebung ein: Die körpereigene Abwehr dort, die Osteoklasten, gehen den Kieferknochen an und bilden diesen zurück.

Parallel dazu geht auch das Zahnfleisch zurück. Die Zähne wirken dadurch optisch länger. Spätestens jetzt kommt als Symptom der Schmerz hinzu: Der zahnfleischnahe Zahnhals reagiert extrem empfindlich auf Hitze, Kälte und mechanische oder chemische Reize, etwa beim Zähneputzen. Hier hilft übrigens eine spezielle Zahncreme für empfindliche Zähne. Auch Mundgeruch und ein ständiger schlechter Geschmack im Mund sind Begleitsymptome. Das Lockern und folgende Ausfallen der Zähne ist eine finale Symptomatik. Diese tritt meist nach jahrelangem Abbau am Kieferknochen auf. 

Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung

Der Beginn der Behandlung sollte auf keinen Fall aufgeschoben werden. Die Parodontitis bildet einen Bakterienherd, der sich auf das Innere des Körpers auswirken kann. Es können so schwere Erkrankungen entstehen: Unklares Fieber ist etwa ein oft nicht einschätzbares Symptom. Aber auch das Herz oder Endoprothesen können angegriffen werden. Herz- und Hirninfarkte treten bei Menschen mit Parodontitis gehäuft auf. Folgende Anzeichen deuten auf eine solche sich ausbreitende Infektion hin:

  • erschwertes Öffnen des Mundes (Kieferklemme)
  • ständige Schluckbeschwerden
  • eine kloßige und belegte Sprache
  • sichtbare Schwellungen im Hals- und Gesichtsbereich
  • Diagnostik der Parodontitis beim Zahnarzt

Jetzt ist es absolut dringlich, den Zahnarzt zu konsultieren.

So wird eine Parodontitis diagnostiziert

Zahnärzte untersuchen neben den Zähen auch stets den gesamten Mundraum inklusive Zahnfleisch. Sollten sich zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel sogenannte Zahnfleischtaschen gebildet haben, werden diese regelmäßig sondiert und gemessen. Nach einem sogenannten PSI = Parodontal Screening Index werden diese kategorisiert und dokumentiert. Auch der Lockerungsgrad der Zähne kann vom Zahnarzt festgestellt werden. Dies gibt einen guten Einblick in Status und Verlauf einer möglichen Parodontitis.

Ein weiteres Diagnosemittel sind Röntgenbilder: Der Knochenabbau kann so festgestellt und ursächlich abgeklärt werden, etwa von einer Wurzelentzündung an den Zähnen. Weitergehend kann durch eine Blutuntersuchung bei einer bestimmten aggressiven Form der Parodontitis auch das Bakterium Aggregatibacter actinomycetemcomitans nachgewiesen werden. 
Überwinden Sie jetzt Ihre eventuelle Scham oder Scheu: Je früher die Parodontitis behandelt wird, umso besser sind die Heilungsaussichten und umso geringer die gesundheitliche Belastung.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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