Thrombose •

Was ist Thrombose und welche Arten gibt es?

Rund 100.000 Mal am Tag schlägt das menschliche Herz. Hierdurch passieren rund 10.000 Liter Blut den gesamten Körper. Angetrieben durch das Herz und unterstützt von den Eigenschaften der Adern und der Muskulatur ist dies für den gesunden Menschen kein Problem, solange das Blut ungehindert fließen kann. 

Mitunter kommt es jedoch zu Hindernissen: Wenn sich Blutgerinnsel in den Arterien oder Venen bilden, wird der Blutfluss gestaut, im schlimmsten Fall die Ader verstopft. Der Blutpfropf wird medizinisch als Thrombus bezeichnet, das Auftreten eines Thrombus als Thrombose.

Wie häufig tritt eine Thrombose auf?

Mehr als 900.000 Menschen leiden in Deutschland an den Folgen einer Thrombose-Art. Jährlich kommen rund 100.000 Neuerkrankungen hinzu, die jedoch bei schneller Diagnosestellung und gezielter Behandlung auch ohne Folgen ausgeheilt werden kann. Wird eine Thrombose hingegen nicht oder unzureichend behandelt, kann das Blutgerinnsel zu einer Embolie führen.

Was ist eine Embolie?

Als Embolie wird der Umstand bezeichnet, wenn der Thrombus ein Blutgefäß vollständig verstopft und die Blutversorgung durch diese Verstopfung nicht mehr gewährleistet ist. Dies führt beispielsweise im Bereich der Lunge, im Gehirn oder im Herzen zu einem lebensbedrohlichen Zustand. Bis zu 40.000 Menschen sterben bis heute jährlich an einer Lungenembolie.

Ein Thrombus verstopft ein Blutgefäß vollständig.

Gefährdet sind vor allem Menschen, die durch unzureichende Bewegung, einem unausgewogenem Flüssigkeitshaushalt und die Erfüllung von Risikofaktoren (Übergewicht, Rauchen, Medikamenteneinnahmen) zu Problemen mit dem Blutkreislauf neigen. Die Gefährdung steigt mit zunehmendem Alter, beispielsweise durch ein Nachlassen der Muskulatur und dem Bindegewebe, die im Zusammenspiel als Muskelpumpe den Blutkreislauf gemeinsam mit dem Herzen in Gang halten.

Auch Menschen mit Blutgerinnungsstörungen, Erkrankungen mit Ablagerungen an den Blutgefäßwänden oder einer Neigung zu Krampfadern sind von Thrombosen nachhaltig gefährdet.

Welche Arten von Thrombose gibt es?

Grundlegend kann ein Thrombus in jeder Ader entstehen. Durch Unebenheiten an den Blutgefäßwänden (z.B. bei einer Verletzung), Ablagerungen oder "dickflüssiges Blut" (bei unausgewogenem Flüssigkeitshaushalt) setzen sich die Thrombozyten (Blutplättchen) an den Gefäßwänden ab, verklumpen und bilden somit das Blutgerinnsel. Die Thrombozyten sind unter anderem für die Gerinnung des Blutes bei einer Verletzung ursächlich, um eine Blutung zu stoppen. Geschieht dieses Verkleben hingegen in der Blutbahn, entsteht ein Blutgerinnsel, der Thrombus.

Die Art der Thrombose wird vorrangig zwischen arteriellen Thrombosen und Venenthrombosen unterschieden. Die arterielle Thrombose (auch Arteriothrombose) entsteht meist in Schlagadern, dabei vorrangig in den Beinen oder nahe dem Herzen. Sie wird durch Verengungen der Arterien, beispielsweise durch Ablagerungen und Arterienentzündungen mit Ablagerungen hervorgerufen.

Die Venenthrombose (auch Phlebothrombose) kann in den Venen von Armen, Beinen, Becken, Pfortader, After oder auch im Gehirn entstehen. Sie ist meist die Folge von größeren Operationen (besonders im Bereich Orthopädie), Venenentzündung und Krampfadern, von Krebserkrankungen oder entsteht durch Bewegungs- und Flüssigkeitsmangel.

Venenthrombosen zeigen sich besonders vielfältig und werden entsprechend zusätzlich durch ihren Auftretensstandort differenziert. Zu den Unterscheidungen zählen:

Mehretagen-Thrombose 

 

Die Mehretagen-Thrombose entsteht, wenn zunächst in tiefen Beinvenen ein Gerinnsel auftritt, dass den Blutdurchfluss in kleineren Nebengefäßen stört. Die kleinen Gerinnsel bleiben dabei oft nicht an Ort und Stelle, sondern bewegen sich bruchstückhaft weiter, während sich weitere Gerinnsel bilden. Das Weiterwandern lässt die Gerinnsel schließlich bis in die Unterschenkel, die Knie oder in den Oberschenkel hineinreichen und letztlich im Becken eine Beckenvenenthrombose entstehen.

Reisethrombose

 

Die Reisethrombose wird bei entsprechender Vorbelastung meist bei starker Belastung durch langes Sitzen entstehen. Wird zu wenig Flüssigkeit zugeführt und weiterführende Umstände, beispielsweise beim Sitzen in engen Flugzeugen auf Langstreckenflügen, der Blutdurchfluss gehindert, verlangsamt sich die Strömungsgeschwindigkeit, wodurch sich leichter Gerinnsel bilden können.

Bein-/Beckenvenenthrombose

Entsteht eine Thrombose im Bereich der Beine oder des Beckens, wird diese zwischen der tiefen Phlebothrombose und der oberflächlichen Bein-/Beckenvenenthrombose unterschieden. Während die tiefe Phlebothrombose (TVT) tief in den Venen sitzt, zeigt sich die oberflächliche Bein-/Beckenvenenthrombose (OVT) oft bei Krampfadern und Venenentzündungen als Thrombophlebitis.

Analthrombose, Analvenenthrombose, Perianalthrombose

Diese Thromboseform entsteht am After, in der Regel im oder am Rand des Anus.

 

SinusvenenthromboseBei der Sinusvenenthrombose entsteht das Blutgerinnsel in einem venösen Blutgefäß des Gehirns. Gemeinhin wird diese Thromboseart auch schlicht als Thrombose im Kopf bezeichnet.
Thrombose im Bauch (Aorta oder Pfortader)Die Thrombose im Bauch entsteht, wenn das Blutgerinnsel sich in der Pfortader oder in der Aorta befindet.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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