Wie mit Skin Picking aufhören? 4 Möglichkeiten zur Therapie
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Wie mit Skin Picking aufhören? 4 Möglichkeiten zur Therapie

Wollen Betroffene mit Skin Picking aufhören, empfiehlt sich vor allem eine kognitive Verhaltenstherapie. Was das ist und was Sie sonst noch gegen die Zwangsstörung tun können, erfahren Sie hier.

1. Mit Skin Picking aufhören: Kognitive Verhaltenstherapie hilft

In der kognitiven Verhaltenstherapie lernen Menschen, die unter Skin Picking leiden, sowohl ihr Denken als auch ihr Handeln zu verändern. Der Therapeut ermittelt zusammen mit dem Betroffenen das Ausmaß und Ursachen des Problems. Jeder Patient ist anders und die Zwangsstörung ist bei jedem unterschiedlich ausgeprägt.

Oft sind es Stresssituationen, in denen Betroffene besonders dazu neigen, an ihrer Haut zu zupfen, zu kratzen oder sie anderweitig zu verletzen. Daher können beispielsweise alternative Verhaltensweisen zum Stressabbau oder Möglichkeiten, damit gar nicht erst so viel Stress aufkommt, den Patienten helfen. Solche und andere Lösungsansätze werden gemeinsam mit einem Therapeuten erarbeitet.

2. Medikamente unterstützen Therapie der Zwangsstörung

Die in der medizinischen Fachsprache als Dermatillomanie bezeichnete Zwangsstörung lässt sich zwar nicht alleine mit Medikamenten behandeln, diese können aber eine sinnvolle Unterstützung darstellen. Sogenannte Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) können beispielsweise in besonders schweren Fällen dabei helfen, die Krankheit besser zu bewältigen. Normalerweise handelt es sich dabei um Medikamente gegen Depressionen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass auch beim Skin Picking der Serotoninhaushalt im Gehirn aus dem Gleichgewicht ist, sodass die Antidepressiva Betroffenen Linderung verschaffen.

3. Bei Dermatillomanie auch zum Hautarzt gehen

Durch das ständige Aufkratzen oder Aufschneiden der Haut ist diese an vielen Stellen entzündet oder Wunden heilen nicht richtig ab. Daher sollten Menschen, die mit dem Skin Picking aufhören wollen, stets zum Hautarzt gehen. Der Dermatologe kann die äußeren Wunden versorgen, während sich der Psychotherapeut um die inneren Verletzungen kümmert.

4. Tipps zur Selbsthilfe gegen Skin Picking

Darüber hinaus ist es für viele Patienten hilfreich, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Online-Foren zum Thema Skin Picking oder Selbsthilfegruppen können Mut machen und weitere Tipps geben. Wichtig ist, dass nicht nur über das Problem gesprochen, sondern auch nach Lösungen gesucht wird. Nützliche Alltagstipps für alle, die mit dem Skin Picking aufhören möchten, sind etwa:

  • Gewohnheitsumkehr (Habit Reversal Training)
  • Ablenkung
  • Stressreduktion und Entspannung

Bei der Gewohnheitsumkehr üben die Patienten alternative Verhaltensweisen ein, um sich nicht mehr zu verletzen. Beispielsweise kann es helfen, sich auf die eigenen Hände zu setzen oder die Hände mit einem Knetball zu beschäftigen. Außerdem wirkt sich Ablenkung oft positiv auf die Behandlung der Zwangsstörung aus, zum Beispiel Treffen mit Freunden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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