Weibliche Ejakulation: Wie funktioniert der feuchte Orgasmus bei Frauen?
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Weibliche Ejakulation: Wie funktioniert der feuchte Orgasmus bei Frauen?

Um die weibliche Ejakulation ranken sich eine Menge Legenden. Aber was stimmt und was sind nur Gerüchte? Erfahren Sie hier, unter welchen Voraussetzungen ein feuchter Orgasmus Frauen beim Sex beglückt.

Feuchter Orgasmus: Ist die Flüssigkeit Urin?

Manche Frauen haben Angst vor der starken Feuchtigkeitsentwicklung beim Orgasmus, weil sie nicht wissen, woher die Nässe stammt. Sie vermuten, dass es sich um Urin handelt, und schämen sich. Das ist aber nicht der Fall: Die Zusammensetzung der Flüssigkeit, die durch die weibliche Ejakulation abgegeben wird, ähnelt der des männlichen Ejakulats – nur, dass natürlich keine Samenzellen darin enthalten sind.

Allerdings kann bei sexueller Erregung manchmal Urin austreten. Dieses Phänomen nennt sich “Squirting”, das englische Wort für “Spritzen”. Das hat dann aber nichts mit weiblicher Ejakulation zu tun. Möglich ist jedoch, dass sich beide Flüssigkeiten durchmischen, also dass ein feuchter Orgasmus sowohl mit dem Ejakulat als auch mit Urin einhergeht.

Woher kommt die Flüssigkeit bei der weiblichen Ejakulation?

Die Flüssigkeit stammt aus den sogenannten Paraurethraldrüsen. Nach ihrem Entdecker, dem Gynäkologen Alexander Skene, werden sie auch Skene-Drüsen genannt. Bis zu vierzig von ihnen bilden ein schwammiges Drüsengewebe rund um die Harnröhre. Es ähnelt der männlichen Prostata und kann wie der Penis bei Erregung anschwellen und hart werden.

Einige Forscher gehen inzwischen davon aus, dass im Mutterleib bis zu einem gewissen Zeitpunkt die Entwicklung der Prostata bei den Föten gleich abläuft, bis sie dann bei den Mädchen eingestellt wird. Die Skene-Drüsen geben beim Orgasmus Flüssigkeit ab, wenn sie stark genug stimuliert werden.

Feuchter Orgasmus und der G-Punkt: Gibt es einen Zusammenhang?

Tatsächlich ist die weibliche Ejakulation mit der G-Zone eng verknüpft. Diese wird auch als Gräfenberg-Zone bezeichnet und wurde vom deutschen Gynäkologen Ernst Gräfenberg 1950 erstmals beschrieben. Der Volksmund spricht allerdings eher vom G-Punkt, auch wenn das nicht ganz richtig ist: Es handelt sich eher um ein Oval, das etwa vier bis fünf Zentimeter vom Scheideneingang entfernt an der Oberseite der Vagina liegt – rund um das oben genannte Drüsengewebe.

Im nicht erregten Zustand ist es kaum zu ertasten. Bei Erregung aber, die etwa durch die Stimulation der Klitoris zustande kommt, schwillt es an und bildet eine Erhebung, die man mit dem Finger finden kann. Der rhythmische Druck oder das Reiben hier kann zum vaginalen Orgasmus führen.

 Wird beim Sex die Klitoris und die sogenannte G-Zone stimuliert, kommt es oft zum feuchten Orgasmus.
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Wird beim Sex die Klitoris und die sogenannte G-Zone stimuliert, kommt es oft zum feuchten Orgasmus.

Welche Sexstellungen sorgen für weibliche Ejakulation?

Viele Frauen berichten, dass die Stimulation der G-Zone bei bereits bestehender Erregung bei ihnen zum vaginalen Orgasmus führt. Beim Geschlechtsverkehr selbst kommt es vor allem auf die Stellung an: Der Penis muss die Zone mit genügend Druck erreichen können. Das ist in der Missionarsstellung zumeist nicht der Fall, eher beim Sex a tergo, also von hinten, oder bei der Reiterstellung. Hier kann sich die Frau nach hinten lehnen und so die Stimulation selbst steuern.

Existenz des G-Punkts umstritten

Manche Frauen geben allerdings an, dass sie keinerlei Erregung empfinden, wenn ihr G-Punkt stimuliert wird. Einige Forscher vertreten die Ansicht, dass man die Empfindlichkeit durch Ausprobieren steigern kann. Andere wiederum halten das für unmöglich und stellen generell die Existenz einer G-Zone infrage.

Dass es die weibliche Ejakulation und den feuchten Orgasmus bei Frauen gibt, gilt hingegen als gesichert. Nur, welche Zonen dafür stimuliert werden müssen, G-Punkt oder Klitoris, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Zudem gilt es, individuelle Unterschiede und Vorlieben bei Frauen zu beachten. Da hilft nur: ausprobieren.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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