Unterzuckerung: Symptome und Behandlung der Hypoglykämie
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Unterzuckerung: Symptome und Behandlung der Hypoglykämie

Vor allem bei Menschen, die unter Diabetes leiden, ist die Gefahr einer Unterzuckerung groß. Symptome werden dabei manchmal nicht mehr rechtzeitig wahrgenommen, weil der Körper sich schon zu sehr an den Zustand der Hypoglykämie gewöhnt hat. Aber auch Gesunde können akut unterzuckert sein. Wie sich dies bemerkbar macht, und was Sie tun können, erfahren Sie hier.

Unterzuckerung: Typische Symptome

Vor allem Menschen mit Diabetes müssen aufpassen, dass es bei ihnen nicht zu einer Unterzuckerung kommt. Bei einer leichten, akuten Unterzuckerung können folgende Symptome auftreten:

  • Herzrasen und Schwitzen: Betroffene verspüren womöglich Herzrasen und schwitzen plötzlich stark, auch wenn ihnen nicht heiß ist.
  • Muskelzittern und erweiterte Pupillen: Es kann zu Muskelzittern und erweiterten Pupillen kommen.
  • Blässe: Die Haut um Mund und Nase ist bei einer Unterzuckerung oft auffallend blass.
  • Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen: Hält die Hypoglykämie länger an oder sinkt der Blutzuckerspiegel weiter, wird das Gehirn nicht mehr mit ausreichend Energie versorgt und es machen sich Symptome der Unterzuckerung wie Kopfschmerzen, Sprach- und Sehstörungen sowie Konzentrationsschwäche bemerkbar.
  • Verhaltens- und Bewusstseinsstörungen: Wird die Hypoglykämie schließlich chronisch, können Verhaltensstörungen wie Aggression die Folge sein, ebenso kann es zu Störungen des Bewusstseins und der Koordinationsfähigkeiten sowie zu Krampfanfällen kommen. Schlimmstenfalls droht bei einem extrem niedrigen Blutzuckerspiegel Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod.

Wer häufiger unter leichten Unterzuckerungen leidet, läuft Gefahr, sich an die Symptome zu gewöhnen und nimmt sie nicht mehr als Warnzeichen wahr. Auch nächtliche Hypoglykämie kann unbemerkt bleiben. Auf Dauer kann dies zu Langzeitschäden führen und beispielsweise das Demenzrisiko erhöhen.

Wann ist es Hypoglykämie?

Ist der Anteil an Glukose im Blut niedriger als 50 Milligramm pro 100 Milliliter Blut (50 mg/dl), spricht man in der Regel von einer Unterzuckerung. Allerdings kann dies von Person zu Person und Situation zu Situation variieren, sodass dieser Anteil nur als Durchschnittswert zur Orientierung dient. Bei 40 mg/dl liegt jedoch auch dann eine Unterzuckerung vor, wenn die Symptome nicht wahrgenommen werden. Bei zu niedrigem Blutzuckerspiegel bekommen die Körperzellen zu wenig Energie und können nicht richtig arbeiten – schwerwiegende Konsequenzen für den Organismus können die Folge sein.

Was Sie bei leichter Hypoglykämie tun können

Nehmen Sie daher auch die leichten Symptome einer Unterzuckerung ernst und steuern Sie rasch dagegen. Das geht ganz einfach, indem Sie ein Stück Traubenzucker lutschen oder zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen, etwa Limonaden oder Kräutertee mit Zucker.

 Leichten, akuten Unterzuckerungs-Symptomen wirken Sie am besten mit Zucker entgegen.
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Leichten, akuten Unterzuckerungs-Symptomen wirken Sie am besten mit Zucker entgegen.

Schwere Hypoglykämie behandeln: Ein Fall für den Arzt

Ein starker Abfall des Blutzuckerspiegels ist ein Fall für den Notarzt, da Betroffene das Bewusstsein verlieren und sich selbst dann nicht mehr helfen können. In so einem Fall besteht Lebensgefahr. Diabetiker besitzen meist ein Notfallset mit Glukagonspritzen, die den Blutzuckerspiegel schnell wieder erhöhen. Diese können Angehörige oder Freunde im Fall einer Unterzuckerung verabreichen, wenn Betroffene sich nicht mehr selbst helfen können.

Generell sollten sich Menschen mit Diabetes mit ihrem Hausarzt und gegebenenfalls einer Ernährungsberatung besprechen, um einer Hypoglykämie nach Möglichkeit vorzubeugen. Eine Liste mit Hausärzten und Ernährungsberatern in Ihrer Nähe finden Sie unter diesem Artikel. Eine spezielle Schulung kann außerdem dabei helfen, die Wahrnehmung für die Symptome einer Unterzuckerung zu schärfen, um eine Gewöhnung zu verhindern und selbst bei leichten Hypoglykämien sofort Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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